Zweite Millionenpleite
Großer Fahrradproduzent schlittert erneut in die Insolvenz

| Tobias Seifried 
| 02.09.2026

Bei der Nachfolgegesellschaft von Simplon leben Verbindlichkeiten aus dem ersten Verfahren wieder auf – dieses Mal sind es mehr als 33 Millionen Euro. Betroffen sind 150 Gläubiger:innen und 54 Beschäftigte.

Wie der KSV1870 und der AKV am Mittwoch mitteilten, hat der Vorarlberger Fahrradhersteller 2Rad Produktions GmbH, ehemals Simplon Fahrrad GmbH, am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Nach Angaben der Gläubigerschutzverbände belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 33,4 Millionen Euro. Betroffen seien 150 Gläubiger:innen und 54 Dienstnehmer:innen.

Das Unternehmen mit Sitz in Hard produziert und montiert Fahrräder. Alleingesellschafterin ist die Simplon Bike GmbH, als Geschäftsführer fungiert Christoph Mannel.

Sanierungsplan aus 2024 gescheitert

Es ist bereits die zweite Insolvenz innerhalb von zwei Jahren. Im September 2024 hatte die damalige Simplon Fahrrad GmbH ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Zu diesem Zeitpunkt standen laut Eigenantrag Verbindlichkeiten von rund 44,5 Millionen Euro und Aktiva von 33,2 Millionen Euro gegenüber. 155 Beschäftigte waren betroffen. Den Gläubiger:innen wurde damals eine Quote von 30 Prozent angeboten (LEADERSNET berichtete).

Der Ende 2024 angenommene Sanierungsplan konnte nun offenbar nicht vollständig erfüllt werden. Dadurch würden Forderungen aus dem damaligen Verfahren in Höhe von rund 28,3 Millionen Euro wieder aufleben. Davon entfielen laut den vorliegenden Angaben 26 Millionen Euro auf eine Hauptgläubigerin und rund 2,3 Millionen Euro auf weitere Gläubiger:innen.

Lieferprobleme belasteten Liquidität

Zu den Ursachen der neuerlichen Insolvenz führen die Gläubigerschutzverbände unterschiedliche, einander ergänzende Angaben an. Demnach hätten unter anderem unvollständige beziehungsweise unzureichende Warenbestände nach der Übernahme sowie Verzögerungen bei einem wichtigen Outsourcing-Partner die Produktion beeinträchtigt. Fehlende Teile hätten die Fertigstellung und Auslieferung bestehender Aufträge verzögert.

In der Folge seien Liefertermine nicht eingehalten worden, Umsätze und Folgeaufträge ausgeblieben sowie Liquiditätsengpässe entstanden. Zusätzlich habe das weiterhin schwierige Marktumfeld in der europäischen Fahrradbranche die Situation verschärft.

Investor wird gesucht

Eine Fortführung des Betriebs wird angestrebt. Dieses Mal will das Unternehmen den Gläubiger:innen eine Quote von 20 Prozent anbieten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans. Gemeinsam mit dem bestellten Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Andreas Joel Droop, sollen weitere Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Darüber hinaus sei die Suche nach einem Investor geplant.

www.ksv.at

www.akv.at

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