Mehr als 27.000 Anträge
"Made-in-Europe-Bonus" findet bei PV-Förderung breite Resonanz

| Redaktion 
| 02.09.2026

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer will das Prinzip nun auch im Rahmen der Industriestrategie weiterentwickeln.

Der im Rahmen der österreichischen PV-Förderung gewährte Made-in-Europe-Bonus wird bei einem beträchtlichen Teil der Förderanträge in Anspruch genommen. In den ersten beiden Fördercalls des Jahres 2026 wurden mehr als 27.000 Anträge mit zumindest einer entsprechenden Komponente eingereicht. Insgesamt lag der Anteil der Anträge, bei denen europäische Wechselrichter, Photovoltaikmodule oder Stromspeicher zum Einsatz kommen, bei rund 48 Prozent.

Beim ersten Fördercall, der von 23. April bis 11. Mai lief, erhielten 47,8 Prozent der eingereichten Anträge zumindest eine Made-in-Europe-Komponente. Im zweiten Förderzeitraum von 16. bis 30. Juni erhöhte sich dieser Anteil geringfügig auf 48 Prozent. 

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht die Zahlen als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. "Der Made-in-Europe-Bonus wirkt: Bereits jeder zweite Antrag setzt auf zumindest eine europäische Komponente. Das zeigt: Die Menschen sind bereit, auf europäische Qualität zu setzen, wenn wir dafür die richtigen Anreize schaffen", sagt Hattmannsdorfer. 

Damit würden laut dem Wirtschaftsminister Wertschöpfung und Arbeitsplätze gestärkt und zugleich die technologische Unabhängigkeit Europas unterstützt. 

Wechselrichter führen bei der Nachfrage 

Besonders häufig entscheiden sich Antragsteller:innen für Wechselrichter aus europäischer Wertschöpfung. Sowohl beim ersten als auch beim zweiten Fördercall waren diese in jeweils 46 Prozent der Anträge enthalten. 

Deutlich niedriger fällt der Anteil bei den anderen geförderten Komponenten aus. Bei Stromspeichern erhöhte er sich zwischen den beiden Calls von 20 auf 21 Prozent. Bei Photovoltaikmodulen blieb der Wert konstant bei 16 Prozent.

Bei PV-Anlagen mit technischen Komponenten aus europäischer Wertschöpfung im Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz kann sich der Investitionszuschuss um bis zu 20 Prozent erhöhen. Vorgesehen sind jeweils zehn Prozent Bonus für Photovoltaikmodule und Wechselrichter. Für Stromspeicher ist ebenfalls ein Zuschlag von zehn Prozent möglich. 

Made in Europe soll Teil der Industriestrategie werden

Die Erfahrungen mit der PV-Förderung sollen nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums auch in die weitere Ausgestaltung der Industriestrategie einfließen. Bei Förderungen und öffentlichen Investitionen soll demnach künftig nicht ausschließlich der Preis im Vordergrund stehen. Europäische Wertschöpfung, Versorgungssicherheit, Qualität und Innovation sowie die Kosten über den gesamten Lebenszyklus sollen stärker berücksichtigt werden. 

Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand. In Österreich werden jährlich öffentliche Aufträge im Umfang von rund 67 Milliarden Euro vergeben. Dieses Volumen soll stärker genutzt werden, um Produktion und Beschäftigung sowie sichere Lieferketten in Österreich und Europa zu unterstützen. 

"Made in Europe ist der nächste konsequente Schritt unserer Industriestrategie. Wir wollen die enorme Kraft öffentlicher Investitionen gezielt für europäische Wertschöpfung nutzen", so Hattmannsdorfer.

Damit wolle man Unternehmen in Österreich halten und zusätzliche Anreise für Betriebsansiedlungen schaffen. Gleichzeitig gehe es darum, Arbeitsplätze sowie stabile und unabhängige Lieferketten abzusichern, so der Wirtschaftsminister. 

Änderungen bei der EAG-Förderung ab 2027 geplant 

Auch bei der geplanten Neuausrichtung der EAG-Förderung ab dem Jahr 2027 soll die europäischen Wertschöpfung eine Rolle spielen. Vorgesehen ist zudem, das bisherige First-Come-First-Serve-Prinzip zu beenden.

Die Förderung soll stattdessen stärker auf intelligente Energiemanagementsysteme und Speicherlösungen ausgerichtet werden. Auch die Nachrüstung bereits bestehender Photovoltaikanlagen soll stärker berücksichtigt werden. Innovative Anwendungen sollen weiterhin Unterstützung erhalten.

www.bmwet.gv.at

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