karriere.at-Analyse
Österreichs Stellenmarkt verschiebt sich wieder in Richtung Vollzeit

| Larissa Bilovits 
| 31.08.2026

Eine aktuelle Analyse von karriere.at zeigt, dass der Vollzeitanteil bei ausgeschriebenen Stellen erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder leicht zugelegt hat. Je nach Berufsfeld zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede.

Österreich zählt zu jenen Ländern in der EU, in denen am häufigsten in reduziertem Stundenausmaß gearbeitet wird – übertroffen wird die heimische Teilzeitquote lediglich von jener der Niederlande. Allerdings ist die reduzierte Arbeitszeit hierzulande nach wie vor höchst ungleich verteilt. Während etwa jede zweite berufstätige Frau in Österreich in Teilzeit arbeitet, trifft das lediglich auf 14 Prozent der Männer zu. Dahinter steht häufig weniger der Wunsch nach zusätzlicher Freizeit als vielmehr die Notwendigkeit, Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen – Aufgaben, die nach wie vor überwiegend Frauen übernehmen. Das spiegelt sich auch in einer repräsentativen Umfrage von karriere.at wider, in der jede:r dritte Teilzeitbeschäftigte angibt, die Arbeitszeit aufgrund von Care-Arbeit reduziert zu haben. Bei den Frauen trifft das auf 36 Prozent zu, bei den Männern lediglich auf rund sieben Prozent. Letztere nennen stattdessen deutlich häufiger den Wunsch nach mehr Freizeit (32%) oder ein Studium (25%) als Beweggrund.

Ungeachtet der individuellen Beweggründe entscheidet letztlich aber auch das vorhandene Stellenangebot darüber, ob eine Beschäftigung in Voll- oder Teilzeit möglich ist. Eine aktuelle Auswertung von karriere.at zeigt, dass sich dieses zuletzt wieder leicht zugunsten von Vollzeitpositionen verschoben hat.

Vollzeit legt erstmals seit über zehn Jahren wieder zu

Derzeit sind 75 Prozent aller auf karriere.at inserierten Stellen Vollzeitpositionen, während gerade einmal 15 Prozent auf Teilzeit entfallen. Der verbleibende Anteil verteilt sich auf sonstige Anstellungsverhältnisse wie Lehrstellen oder Praktika. 2024 lag der Teilzeitanteil noch bei 16 Prozent und damit auf dem bisherigen Höchstwert. Für 2025 und die erste Jahreshälfte 2026 weist die Auswertung nun 75 Prozent Vollzeit aus, einen Prozentpunkt über dem Niveau des Rekordjahres.

GRAFIK 1: Anteile der Voll- und Teilzeitstellen auf karriere.at im Jahresvergleich© karriere.at

Warum die Entwicklung gedreht hat und wie belastbar sie ist, ordnet Georg Konjovic, CEO von karriere.at, so ein: "Der Anteil an Teilzeitstellen liegt weiterhin deutlich über dem Niveau der vergangenen Dekade. Dennoch sehen wir, dass aktuell der Anteil an Vollzeit erstmals seit vielen Jahren wieder steigt. Das liegt einerseits an der schwächeren Konjunktur und dem Wandel vom Arbeitnehmer:innen- zum Arbeitgebermarkt, andererseits an der geringeren Nachfrage nach Arbeitskräften in Berufen, in denen traditionell viele Menschen in Teilzeit arbeiten (z.B. Assistenz, Verwaltung). Ob es sich um eine nachhaltige Trendwende oder lediglich um eine kurzfristige Marktschwankung handelt, wird sich zeigen."

Gesundheitsberufe führen die Teilzeit-Rangliste an

Am ausgeprägtesten ist die Vollzeitorientierung laut der Analyse übrigens im Bereich "Führung, Management", wo 93 Prozent der Inserate auf eine volle Wochenarbeitszeit lauten. Dahinter folgen "IT, EDV" mit 85 Prozent und "Technik, Ingenieurwesen" mit 82 Prozent. Komplettiert werden die Top fünf von "Einkauf, Logistik" sowie "Beratung, Consulting" mit jeweils rund 80 Prozent. Auffällig ist, dass es sich durchwegs um Felder handelt, die traditionell männlich geprägt sind.

GRAFIK 2: Top 5 Berufsfelder mit dem größten Anteil an Voll- bzw. Teilzeitstellen© karriere.at

Am anderen Ende der Skala steht erneut das Berufsfeld "Pharma, Gesundheit, Soziales" mit einem Teilzeitanteil von 42 Prozent. Ebenfalls stark vertreten sind Teilzeitmodelle in den Bereichen "Coaching, Training" mit 36 Prozent, "Assistenz, Verwaltung" mit 30 Prozent, "Personalwesen" mit 27 Prozent und "Rechnungswesen, Controlling" mit 25 Prozent.

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