Für Initiativen der freien Szene
Stadt Wien zeichnet erstmals freie Kulturinitiativen aus

Mit A.R.E.A.L. und Question Me & Answer würdigt die Stadt zwei Initiativen, die kulturelle Teilhabe und die Vernetzung von Künstler:innen fördern. Die neue Auszeichnung ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Die Stadt Wien erweitert ihre Kulturpreise um eine eigene Auszeichnung für Initiativen der freien Szene. Der 2026 erstmals vergebene Preis für Kulturinitiativen geht an den Bildungs- und Kulturverein A.R.E.A.L. sowie an Question Me & Answer (QMA). Gewürdigt werden transdisziplinäre Projekte und Leistungen, die unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen und gesellschaftliche Themen miteinander verbinden.

Künftig soll der Preis jährlich in zwei Kategorien vergeben werden: Für langjähriges Wirken sind 10.000 Euro vorgesehen, für ein einzelnes Projekt beziehungsweise eine Initiative 5.000 Euro. Eine Bewerbung ist nicht möglich. Die Auswahl erfolgt auf Empfehlung einer Fachjury. Ausgezeichnet werden können Einzelpersonen und Teams, die in Wien wohnen oder arbeiten.

A.R.E.A.L. verbindet Kunst und gesellschaftliche Teilhabe

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für langjähriges, herausragendes Wirken geht an den 2019 gegründeten Bildungs- und Kulturverein A.R.E.A.L. von Anna Pech und Moritz Matschke. Der Verein entwickelt ortsbezogene und partizipative Projekte, die künstlerische Arbeit mit gesellschaftlichen Fragestellungen verbinden.

Im Zentrum steht häufig die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Diese werden nach Angaben der Stadt nicht nur als Zielgruppe angesprochen, sondern aktiv in die Gestaltung der Projekte eingebunden. Die Jury würdigte zudem die Verbindung von künstlerischer Professionalität und gesellschaftlichem Engagement sowie den Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten.

QMA unterstützt neu nach Wien gekommene Künstler:innen

Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für ein hervorragendes Projekt beziehungsweise eine hervorragende Initiative erhält QMA vernetzt Künstler:innen, die neu nach Wien gekommen sind, mit der lokalen Kunstszene und etablierten Kultureinrichtungen. Über Beratungen, Veranstaltungen und weitere Austauschformate vermittelt die Initiative Kontakte und Informationen, unterstützt beim Aufbau von Netzwerken und erleichtert den Zugang zur Wiener Kunst- und Kulturszene. Die Jury hob hervor, dass dadurch künstlerische Positionen sichtbarer würden, die im etablierten Kulturbetrieb weniger stark vertreten seien.

QMA wurde 2019 von Smaranda Krings, Osama Zatar und Justina Špeirokaitė initiiert und wird formal vom Verein SolidarityPlus getragen. Geleitet wird die Initiative von Krings und Špeirokaitė. 2026 bietet QMA unter anderem gemeinsam mit der Kunsthalle Wien monatliche Gruppenberatungen für neu zugezogene Künstler:innen an.

Neuer Preis soll Arbeit der freien Szene sichtbar machen

Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sieht in der Auszeichnung eine Möglichkeit, langfristiges Engagement in der freien Szene stärker öffentlich wahrnehmbar zu machen: "Die freie Kulturszene ist ein unverzichtbarer Teil der kulturellen Vielfalt Wiens. Kulturinitiativen schaffen Räume für künstlerisches Experiment, für Begegnung und Austausch und eröffnen Menschen neue Möglichkeiten, am kulturellen Leben unserer Stadt teilzuhaben. Mit dem neuen Preis für Kulturinitiativen wollen wir dieses oft über viele Jahre gewachsene Engagement stärker sichtbar machen und jene auszeichnen, die mit Mut, Beharrlichkeit und neuen Ideen unsere Stadt mitgestalten. A.R.E.A.L. und Quenstion Me & Answer stehen auf unterschiedliche Weise beispielhaft dafür: Sie bringen Menschen und künstlerische Perspektiven zusammen, schaffen neue Zugänge und stärken damit eine offene und vielfältige Kulturlandschaft. Ich gratuliere beiden Initiativen sehr herzlich zur ersten Verleihung dieses Preises.“

Der Wiener Gemeinderat hatte der Vergabe des neuen Preises im März 2026 mehrheitlich zugestimmt. SPÖ, NEOS, Grüne und ÖVP stimmten dafür, die FPÖ dagegen.

www.wien.gv.at

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