Konkurs in der Metallindustrie
Traditionsreicher Anlagenbauer schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 05.08.2026

Die anhaltende Industrierezession und drastische Kostensteigerungen fordern das nächste Opfer im österreichischen Metallsektor. Dieses Mal trifft es ein Unternehmen mit einer 50-jährigen Geschichte.

Ein seit fünf Jahrzehnten etablierter Oberösterreichischer Industriebetrieb steht vor der Schließung. Wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV1870 mitteilten, wurde über das Vermögen der Staber Stahl- und Anlagenbau GmbH am Landesgericht Steyr das Konkursverfahren eröffnet.

Von der Pleite des Unternehmens mit Sitz in Ried im Traunkreis sind 22 Dienstnehmer:innen sowie rund 58 Gläubiger:innen betroffen.

Auftragseinbruch seit 2025 entzieht Basis

Das 1975 beziehungsweise 1976 gegründete Traditionsunternehmen hat sich auf die Fertigung kundenspezifischer Stahlkonstruktionen und den Anlagenbau spezialisiert und war ergänzend in der Erzeugung sowie im Vertrieb von Bau- und Landmaschinen tätig. Als primäre Insolvenzursachen führt die geschäftsführende Alleingesellschafterin Krista Zinnhobler die anhaltende Konjunkturflaute im Industriesektor an.

Eine wirtschaftliche Betriebsführung sei bereits seit dem Geschäftsjahr 2025 nicht mehr darstellbar gewesen. Massiver Umsatzrückgang, unzureichende Auftragsbestände für die kommenden Monate sowie spürbare Material- und Lohnkostensteigerungen führten schließlich zu einer akuten Liquiditätsklemme, die die Bedienung der fälligen Verbindlichkeiten unmöglich machte.

Liquidation statt Sanierung

Laut dem AKV belaufen sich die Passiva auf rund 1,9 Millionen Euro. Der KSV1870 verweist darauf, dass ein erheblicher Teil der Verbindlichkeiten auf Darlehen der Gesellschafterin entfalle; die genaue rangmäßige Einstufung und Bewertung dieser Ansprüche obliegt nun der rechtlichen Prüfung im Verfahren.

Da eine betriebswirtschaftliche Fortführung von der Unternehmensleitung als chancenlos eingestuft wird, liegt kein Sanierungsplan vor. Den Angaben zufolge hat der Traditionsbetrieb der formalen Schließung bereits zugestimmt, die gegenseitige Abwicklung soll im Wege der schrittweisen Liquidation erfolgen.

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Gerwin Freilinger aus Steyr bestellt; die allgemeine Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 20. Oktober 2026 anberaumt.

www.ksv.at

www.akv.at

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