"Glück stinkt nicht"
Lottoschein weggeworfen: Müllabfuhr rettet Frau vor Millionenverlust

| Tobias Seifried 
| 05.08.2026

Eine Italienerin hatte ihren Lottoschein bereits entsorgt, als sich herausstellte, dass darauf ein Gewinn von einer Million Euro wartet. Der Schein war allerdings längst im Müllwagen, weshalb eine ungewöhnliche Suchaktion startete.

Manche Menschen suchen ihren Schlüssel, andere ihre Brille. Eine Italienerin aus Apulien musste hingegen etwas deutlich Wertvolleres wiederfinden: einen Lottoschein mit einem Gewinn von einer Million Euro. Sie hatte ihn weggeworfen und die Müllabfuhr war damit schon unterwegs.

So nahm das (vermeintliche) Unglück seinen Lauf

Die Frau hatte in einer Lottoannahmestelle in Bitonto ihre gewohnten Zahlen überprüfen lassen. Der Automat zeigte an, dass der Schein "nicht auszahlbar" sei. Für sie klang das offenbar nach Pech – und der Schein landete im Müll.

Es gab jedoch einen Haken: Die Zahlen waren tatsächlich richtig. Nur konnte die kleine Annahmestelle einen Gewinn dieser Größenordnung nicht auszahlen. Eine Million Euro gibt es schließlich nicht einfach zusammen mit dem Kaugummi neben der Kassa.

Zu Hause erfuhren die Frau und ihre Familie schließlich vom Jackpot. Die Freude dürfte allerdings kurz ins Stocken geraten sein, denn der Schein war bereits entsorgt und mit dem Müllwagen abgeholt worden.

Müllwagen statt Goldgrube

Die Lottoannahmestelle verständigte das örtliche Entsorgungsunternehmen SANB. Hier konnten Mitarbeiter:innen das betreffende Müllfahrzeug ausfindig machen und zu einem geeigneten Sortierplatz bringen. Dort begann die Suche nach dem vermutlich wertvollsten Stück Papier, das dieser Müllhaufen je gesehen hatte. Weil sich darunter auch potenziell gefährliche Abfälle befanden, wurde ein spezialisiertes Unternehmen hinzugezogen.

Stundenlang wurde der Müll durchsucht. Dabei tauchten mehrere andere Lottoscheine und Teile davon auf. Dann der Treffer: Der Millionenschein wurde tatsächlich gefunden – und war noch unversehrt. Man könnte also sagen, dass der Schein das große Los gezogen hat. Und anschließend beinahe den Restmüll.

Glück stinkt nicht

SANB-Chef Nicola Roberto Toscano machte den ungewöhnlichen Fund via Facebook öffentlich und spielte dabei mit dem lateinischen Sprichwort "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Seine Variante: "Fortuna non olet" – Glück stinkt nicht.

Ganz geruchlos dürfte die Suchaktion allerdings nicht gewesen sein. Die Mitarbeiter:innen waren einen ganzen Tag beschäftigt. Dafür konnten sie der Gewinnerin schließlich die wohl beste Nachricht ihres Lebens überbringen: Der Millionengewinn ist gerettet.

Laut italienischen Medienberichten soll die Frau am Telefon vor Freude geweint haben. Und auch die Kosten der ungewöhnlichen Suchaktion dürften für sie angesichts einer Million Euro vermutlich leicht zu verschmerzen sein.

www.sanbspa.it

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