Reformkurs soll fortgesetzt werden
WKNÖ drängt auf weniger Bürokratie und niedrigere Belastungen

| Redaktion 
| 28.05.2026

Beim Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Niederösterreich forderte Wolfgang Ecker eine wirtschaftspolitische Kursänderung. 

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich hat beim Wirtschaftsparlament eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung eingefordert. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker erklärte, die aktuelle Konjunkturlage setze viele Unternehmen massiv unter Druck. Leistung müsse wieder möglich werden, damit Betriebe "endlich wieder Luft zum Atmen bekommen".

Hohe Kosten 

Ecker verwies insbesondere auf hohe Arbeitskosten, steigende Energiepreise und zunehmende bürokratische Anforderungen. Viele Unternehmer:innen würden sich laut Ecker inzwischen weniger mit Wachstum beschäftigen als mit der Frage, wie lange die bestehenden Belastungen noch tragbar sind.

Neue Steuern oder zusätzliche bürokratische Vorgaben seien aus Sicht der Wirtschaftskammer nicht zielführend. Stattdessen brauche es Entlastungen, verlässliche Rahmenbedingungen und eine konsequente Deregulierung.

Weitere Senkung der Kammerumlage beschlossen

Im Rahmen des Wirtschaftsparlaments bekannte sich die WKNÖ auch zum österreichweiten Reformprozess innerhalb der Wirtschaftskammer-Organisation. Einstimmig beschlossen wurde ein Antrag zur weiteren Senkung der Kammerumlage 2 (KU 2). Eingebracht wurde dieser von Wirtschaftsbund Niederösterreich, Freiheitlicher Wirtschaft, Sozialdemokratischem Wirtschaftsverband und Liste Industrie.

Geplant ist, die KU 2 bis zum Jahr 2030 schrittweise auf einen Hebesatz von 0,18 Prozent zu reduzieren. Parallel dazu sollen Strukturreformen umgesetzt werden, um eine dauerhaft ausgeglichene Finanzgebarung sicherzustellen.

Ecker betonte, die Wirtschaftskammer Niederösterreich wolle beim Reformprozess "mit gutem Beispiel vorangehen". Seit 2024 werde die KU 2 bereits jährlich gesenkt. Im Vergleich zu 2023 seien die Mitgliedsbetriebe dadurch laut WKNÖ bereits um mehr als zwölf Prozent entlastet worden. Bis 2030 sollen niederösterreichische Unternehmen nach aktuellem Stand jährlich um rund 13 Millionen Euro entlastet werden. Das entspreche einer Reduktion der KU 2 um mehr als 25 Prozent gegenüber 2023.

Investitionen in Digitalisierung und Effizienz

WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer erklärte, der laufende Reformprozess sei nicht ausschließlich als Sparmaßnahme zu verstehen. Strukturen, Prozesse und Aufgaben würden überprüft und stärker an den Bedürfnissen der Betriebe ausgerichtet.

Zugleich werde gezielt in Digitalisierung und Effizienz investiert. Ziel sei eine starke Interessenvertretung sowie ein verlässlicher Partner für die niederösterreichischen Unternehmen zu bleiben, so Schedlbauer.

Bedeutung der Unternehmen für den Standort

Zum Abschluss hob Ecker die Rolle der Unternehmer:innen für Wirtschaft und Wohlstand hervor. "Ohne Unternehmerinnen und Unternehmer gibt es keinen Wohlstand. Und ohne Leistung gibt es keine Zukunft", sagte der WKNÖ-Präsident. Man werde sich daher weiterhin für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen einsetzen.

Hier geht es zum WKNÖ-Geschäftsbericht. 

www.wko.at/noe

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