Perfekte "Cacio e pepe"
Pasta-Forschung aus Niederösterreich erhält Spaß-Nobelpreis

Fabrizio Olmeda vom ISTA in Klosterneuburg studierte die physikalischen Grundlagen der perfekten Pasta-Sauce "Cacio e pepe" – und wurde dafür in den USA mit dem "Ig-Nobelpreis" ausgezeichnet. 

Während die Nobelpreise für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin sowie Literatur traditionell in Stockholm und der Friedensnobelpreis in Oslo verliehen werden, haben die USA ein eigenes Pendant geschaffen: Die Rede ist vom Ig-Nobelpreis, der jährlich Studien auszeichnet, die "erst zum Lachen und dann zum Nachdenken anregen" – ein humorvolles Gegenstück zum Nobelpreis, das zeigen soll, wie Wissenschaft spielerisch vermittelt und dennoch ernsthafte Impulse setzen kann. 

In der Nacht auf Freitag ging nun die diesjährige, bereits 35. Verleihung in Boston vor rund 1.000 Zuseher:innen, darunter auch echte Nobelpreisträger:innen, über die Bühne. Einer der undotierten, aber keinesfalls unbegehrten Spaßpreise ging dabei nach Niederösterreich.

Auszeichnung für die perfekte Pasta-Sauce

So darf sich Fabrizio Olmeda vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) über einen Ig-Nobelpreis freuen. In seiner Studie "Phase behavior of Cacio e Pepe sauce" untersuchte der Forscher gemeinsam mit einem internationalen Team die physikalischen Grundlagen der perfekten Pasta-Sauce "Cacio e pepe".

Damit konnte er zwar die Jury des ungewöhnlichen Wissenschaftspreises überzeugen – ob italienische Köch:innen seine Anpassung des traditionellen Gerichts gutheißen, bleibt allerdings fraglich. Denn der Schlüssel zur perfekten Sauce mit der gewünschten homogenen Konsistenz sei laut der Studie Stärkepulver. Dieses wird mit ein wenig Wasser angerührt und soll das Verklumpen des Pecorino-Käses verhindern. Erforscht habe Olmeda diese Thematik aus einer persönlichen Faszination heraus.

NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratuliert dem Preisträger: "Ich habe immer gesagt: Wir haben das Zeug zum Nobelpreis. Nun haben wir ihn – wenn auch in der humorvollen Variante – erstmals nach Niederösterreich geholt. Der Ig-Nobelpreis beweist, wie eng Wissenschaft und Lebensfreude beisammenliegen können." Zugleich sei er sichtbares Zeichen dafür, "dass unsere 'Mission Nobelpreis' ein wichtiger Hebel ist: Wir investieren massiv in Forschung und Innovation, um ein Klima zu schaffen, in dem die besten Köpfe der Welt gerne arbeiten und leben." So stärke man Wettbewerbsfähigkeit, sichere Arbeitsplätze und bewahre den Wohlstand, erklärt die Landeshauptfrau, und ergänzt schmunzelnd: "Dass dieser Preis ausgerechnet für Pasta-Physik vergeben wurde, zeigt: Wir können Wissenschaft – und wir können kochen."

Die gesamte Studie "Phase behavior of Cacio e Pepe sauce", die im Fachmagazin Physics of Fluids erschienen ist, können Sie hier nachlesen.

Weitere Preisträger:innen 

Unter den weiteren Preisträger:innen befanden sich übrigens ebenso originelle Forschungen: Forscher:innen aus Nigeria, Togo, Italien und Frankreich erhielten eine Auszeichnung für ihre Untersuchung rund um Eidechsen und Pizza, während US-Wissenschaftler:innen in der Kinderheilkunde dafür prämiert wurden, dass sie die Wirkung von Knoblauch in Muttermilch erforschten. Den Literaturpreis holte sich William Bean, der über 35 Jahre hinweg das Wachstum eines einzelnen Fingernagels dokumentierte.

Zudem wurde ein deutsches Team für seine Untersuchung ausgezeichnet, wonach Alkohol die Fremdsprachenfähigkeiten verbessert. In der Kategorie Ingenieursdesign überzeugten Forscher:innen aus Indien mit ihren Analysen über den üblen Geruch von Schuhregalen. Psycholog:innen aus Polen, Australien und Kanada nahmen den Preis für ihre Arbeit zum Thema Narzissmus entgegen. Den Chemiepreis erhielten Wissenschaftler:innen aus den USA und Israel für Experimente mit Teflon-Essen, während ein japanisches Team mit dem Biologiepreis für ihre ungewöhnliche Methode geehrt wurde, Kühe durch das Anmalen mit Zebrastreifenmuster vor Fliegen zu schützen. In der Luftfahrt wurden schließlich Forschungen aus Israel, den USA und Kolumbien prämiert, die den Einfluss von Alkohol auf Fledermäuse untersuchten.

www.improbable.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV