Länderindex Familienunternehmen 2018: Österreich im guten Mittelfeld

Trotz geringfügig schlechteren Werten behaupten wir unseren Status als günstiger Wirtschaftsstandort.

Der "Länderindex Familienunternehmen" untersucht mittels objektiv messbarer Daten die wichtigsten Standortfaktoren für Familienunternehmen anhand von sechs ausgewählten Themenfeldern: "Steuern", "Arbeitskosten, Produktivität, Humankapital", "Regulierung", "Finanzierung", "Infrastruktur und Institutionen" und "Energie". Die Untersuchung wird im Zweijahresrhythmus seit 2006 im Auftrag der deutschen Stiftung Familienunternehmen erstellt.

Österreich behauptet sich seit Anbeginn der Erhebungen mit allgemein geringer Schwankungsbreite im guten Mittelfeld. Im Vergleich zu den letzten Messungen 2016 verliert man jedoch einen Rang und damit die Platzierung in den Top Ten: in der Gesamtwertung 2018 findet sich Österreich somit aktuell auf dem elften Platz ( 2016: Zehnter Platz). 

Spitzenreiter der aktuellen Rangliste ist die Schweiz, gefolgt vom Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Der (knappe) Spitzenplatz der Schweiz resultiert vor allem aus herausragenden Ergebnissen im Bereich "Infrastruktur und Institutionen" sowie einer sehr guten Platzierung im Bereich "Regulierung".

© Stiftung Familienunternehmen

Achillesfersen: "Infrastruktur und Institutionen" sowie "Regulierung" 

Während die Nachbarn in der Schweiz eine sehr gute Platzierung im Bereich "Regulierung" vorweisen, ist es ebendiese Sparte in der Österreich das Schlusslicht bildet. Hier fielen wir im Vergleich zu 2016 von Rang 20 auf Platz 21 zurück. Diese Entwicklung lässt sich laut Stiftung Familienunternehmen aller Wahrscheinlichkeit darauf zurückführen, dass sich in Österreich (so wie im Vereinigten Königreich, Belgien und Kanada) nennenswerte Mehrbelastungen, die sich zum größten Teil durch Veränderungen auf der Anteilseignerebene ergeben haben. Der Steuersatz für Dividendeneinkünfte wurde von 25 Prozent auf 27,5 Prozent erhöht und die Progressionsstufen der Einkommensteuer angepasst.

Besonders in den Teilbereichen "Arbeitsmarkt und Tarifrecht", "Außenhandel" und "Betriebliche Mitbestimmung" weise Österreich im Ländervergleich sehr ungünstige Resultate auf, die Bewertungen der Regulierungen im laufenden Geschäftsbetrieb fallen dagegen vergleichsweise günstig aus. Gemeinsam mit Deutschland und den Niederlanden hierzulande die Regulierungsintensität am höchsten. Hier bestehen sehr weitreichende Rechte, insbesondere was die Größe des Betriebsrates, die Freistellungsrechte und die Mitspracherechte in Personalangelegenheiten angeht.

Die Gesamtergebnisse der aktuellen Studie "Länderindex Familienunternehmen" sind hier einsehbar. (rb)

www.familienunternehmen.de

Ergebnisse Länderindex Familienunternehmen 2018 für Österreich

Die in Klammer befindlichen Zahlen bezeichnen die Platzierungen aus der Wertung der letzten Erhebung aus 2016.

Steuern: 6. Platz (7)

Arbeitskosten, Produktivität, Humankapital: 16. Platz (15)

Regulierung: 21. Platz (20)

Finanzierung: 10. Platz (10)

Infrastruktur und Institutionen: 10. Platz (7)

Energie: 10. Platz (8)

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