"Ich habe ein gutes Gespür für Bakterien"

LEADERSNET traf Anita Frauwallner, Gründerin des Allergosan Insituts und Österreichs Leading Lady, wenn es um Bakterienforschung und Keime geht, zum Interview.

Die Vorweihnachtszeit ist nicht nur für Besinnlichkeit bekannt, vielen Menschen schlägt der Endspurt zum Jahresende vor allem durch einen erhöhten Stresspegel auf Gemüt und Gesundheit. Insbesondere der Darm neigt in solchen Zeiten nicht nur ob des erhöhten Aufkommens reichhaltiger und süßer Speisen zum Streik – besonders beruflicher und privater Druck setzen ihm zu. Genau hier setzen Anita Frauwallner und ihre "Omni-Biotic®" - Produkte an, die als Gründerin des Instituts Allergosan auf 25 Jahre intensive Forschungsarbeit und viel Erfahrung in der pro- und präbiotischen Behandlung zurückgreifen kann.

Im Gespräch mit LEADERSNET erzählte Österreichs "Bakterien-Lady" wie man sich und seinen Darm in entspannten wie in stressigen Zeiten schützt, was die "Bauch-Hirn-Achse" mit Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Depressionen zu tun hat und welche Forschungsarbeit ihr Institut Allergosan mit natürlichen Substanzen auf internationaler Ebene leistet.

LEADERSNETSehr geehrte Frau Frauwallner: Sie sind Österreichs "Bakterien-Lady". Welche Sensorik haben Sie entwickelt, dass das Institut Allergosan zu einem Weltkonzern wurde?

Frauwallner: So ungewöhnlich das klingen mag: Ich habe ein gutes Gespür für Bakterien. Als wir mit der Entwicklung des ersten Probiotikums begonnen haben, wollte ich ein Produkt entwickeln, das aus sogenannten "Leitkeimstämmen" besteht. In jedem Menschen leben einige hundert unterschiedliche Bakterienarten, etwa neun Prozent der Arten kommen im Darm jedes Menschen vor. Diese Leitkeimstämme sind nicht nur in der Lage, den Darm in seiner ganzen Länge zu besiedeln, sondern sie können ihre speziellen Eigenschaften mittel horizontalem Gentransfer bei Bedarf auch blitzschnell auf andere Bakterien übertragen – zum absoluten Nutzen für den Menschen in Krankheitssituationen. Ich wollte damals ein Probiotikum für all jene machen, die spüren: In meinem Bauch stimmt etwas nicht. Und daraus entstand 1996 "Omni-Biotic® 6", ein echter Allrounder, mit dem das Institut Allergosan den Durchbruch in Österreich geschafft hat. Dank unserer intensiven Forschungsarbeit und der sich daraus entwickelnden Kompetenz konnten wir mittlerweile bereits mehr als zehn Probiotika ganz gezielt für unterschiedliche Bedürfnisse entwickeln.

LEADERSNETGesundheit geht durch den Darm. Ist dies die Basis Ihres Erfolges?

Fraunwallner: Ein wesentlicher Baustein unseres Erfolgs ist Innovation und das Investment in die Wissenschaft. Wir arbeiten ausschließlich mit natürlichen Substanzen und erforschen diese wissenschaftlich. Und wir stellen an sie dieselben Ansprüche wie an Arzneimittel. Ich möchte stets den Beweis für eine Wirkung haben. Durch die Tätigkeit in meiner eigenen Apotheke habe ich erlebt, dass chemische Arzneimittel oft nur Symptome bekämpfen können. Dies ist auch in vielen Fällen bitter notwendig, aber ich habe es mir zum Ziel gesetzt, die Ursachen für Beschwerden und Krankheiten in den Mittelpunkt unserer Forschung zu stellen. Aktuell steht die die Bauch-Hirn-Achse im Fokus um die Zusammenhänge zwischen dem Mikrobiom und Vorgängen im Gehirn, wie Konzentrationsfähigkeit oder Depressionsneigung, aufzuzeigen. Dazu haben wir ein rund hundertköpfiges Forscherteam in unserem Zentrum in Amsterdam und hier in Österreich. Wir arbeiten mit großartigen Spezialisten an Universitätskliniken zusammen. Auch mit den wohl berühmtesten Krankenhäusern der Welt, der Charité in Berlin oder der ETH Zürich, tauschen wir uns in Forschungsfragen aus. Das zeigt mir: Wir sind weltweit gefragt und auf dem richtigen Weg.

"Gesundheit geht durch den Darm": Frauwallner beschäftigt sich intensiv mit der Erfoschung  unserer "Gesundheitszentrale". © Institut Allergosan / Christian Jungwirth

LEADERSNET: "Omni-Biotic® Stress Repair" wird vielfach von Managern und Managerinnen Angewendet. Auf welcher Basis funktioniert dieses Probiotikum?

Frauwallner: Unsere Gesellschaft wird zunehmend gestresster, und das nicht kurzfristig, sondern dauerhaft – jeder steht unter Druck, ganz gleich ob beruflich oder privat. Genau dieser Dauerstress verursacht Entzündungen im Darm – je mehr Stress, desto mehr leidet unsere "Gesundheitszentrale", und das hat entsprechende Folgen: Wichtige Darmbakterien sterben ab, und die "Tight Junctions", die Verbindungen zwischen den Zellen im Darm, lösen sich auf – der Darm wird durchlässig. So gelangen schädliche Keime und Giftstoffe in den gesamten Organismus!

Genau hier setzen die speziell kombinierten Bakterienstämme von "Omni-Biotic® Stress Repair" an: Sie reduzieren die Entzündungen im Darm und verbessern die Funktion der Darmbarriere ganz entscheidend. Zudem verhindern sie die Ansiedlung von potenziell pathogenen Keimen, die entzündliche Zellveränderungen induzieren können. Durch eine intakte Darmbarriere werden rasch Giftstoffe wieder ausgeschieden und speziell die Produktion von wichtigen Hormonen, wie Serotonin für positive Emotionen und Melatonin für verbesserten Schlaf, kann wieder normal funktionieren.

LEADERSNET: Das Institut Allergosan hat 2017 eine neue Firmenzentrale in Graz eröffnet. Hat der neue Standort Vorteile gebracht?

Frauwallner: Unser neues Headquarter hat vor allem für mein Team viele Vorzüge: Unsere Mitarbeiter haben hier großzügigen Platz für innovatives Denken, wir können ihnen den Raum bieten, sich und ihre Ideen zu entfalten und unsere Visionen umzusetzen. Wir haben bei der Gestaltung großen Wert auf ein angenehmes Arbeitsumfeld mit ruhigem Akustik-Konzept und hellen Räumen gelegt. Auch unser Logistik-Zentrum hat nun alle Möglichkeiten, um die weltweiten Aufträge präzise und mit hohem Durchsatz abzuwickeln. Gleichzeitig ist das Institut Allergosan ein Haus der Gesundheit für alle: In unserem Tagungs-Zentrum Gesundheit finden regelmäßig spannende Vorträge von renommierten Experten statt – jeder, dem seine Gesundheit am Herzen liegt, ist herzlich dazu eingeladen.

LEADERSNET: Welches Produktportfolio bietet das Institut Allergosan inzwischen an? Für wen sind Ihre Produkte?

Frauwallner: Unser Bestreben ist es, für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen eine optimale Unterstützung anzubieten, wenn aufgrund von falscher Ernährung, schlechter genetischer Ausgangslage, notwendiger Medikamenteneinnahmen oder eben einem stressigen Leben ganz allgemein Probleme auftreten. Deshalb gibt es Pro- und Präbiotika, aber auch vegane Nahrungsergänzungen für werdende Mütter und Babys gleichermaßen wie für aktive "Best Ager", zur Unterstützung bei Allergien oder in stressigen Situationen, für Sportler und Menschen, die ihre Reiseleidenschaft ausleben oder die es bisher nicht zu ihrer Wunschfigur geschafft haben. Für mich besonders wichtig ist der Bereich hoch medizinischer Anwendungen: Die Behandlung von Durchfall im Rahmen einer Antibiotika-Therapie oder sogar die Verbesserung von Leberfunktionsstörungen. Das alles in höchster Qualität und mit fundierter wissenschaftlicher Arbeit als Ausgangsbasis – das ist einzigartig und findet weltweit höchste Anerkennung.

Frauwallner betreibt intensive Forschung um wissenschaftliche geprüfte Probiotika in verschiedenen Anwendungsbereichen der Medizin zu etablieren. © Institut Allergosan / Christian Jungwirth

LEADERSNET: Welche Visionen schweben Ihnen für die Zukunft vor? Wo geht die Expansion hin?

Frauwallner: In zehn Jahren werden wir mit unserer Forschungsarbeit und unseren Studien wesentlich dazu beigetragen haben, dass der Einsatz von wissenschaftlich geprüften Probiotika in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen der Medizin etabliert sein wird. Probiotika werden auch einen großen Beitrag für unser Gesundheitssystem leisten, indem sie bei medizinisch notwendigen Therapien die Nebenwirkungen und damit auch die Krankheitskosten wesentlich reduzieren.

Bei durch Antibiotika ausgelösten Durchfällen oder beim Reizdarmsyndrom sind Probiotika aus der Therapie heute bereits nicht mehr wegzudenken, doch wir möchten noch tiefer vordringen: Aktuell laufen mehr als 40 Studien zu Themen wie Morbus Parkinson, Demenz, Diabetes, Reduktion von Beschwerden im Alter oder durch psychische Erkrankungen, sowie im onkologischen Bereich.

LEADERSNET: Welchen Tipp geben Sie unseren Lesern, wenn man präventiv für seine Gesundheit etwas tun will?

Frauwallner: Eigentlich ist es ganz einfach – achten Sie auf einen gesunden Lebensstil: Nehmen Sie möglichst keine industriell verarbeiteten Lebensmittel zu sich und essen Sie viel saisonales Gemüse. Obst. Zucker, Alkohol und Fett im Übermaß sind für den Körper und im Speziellen für den Darm pures Gift. Im Gemüse hingegen sind viele wertvolle Nährstoffe für unsere Darmbakterien vorhanden. Achten Sie auf Ihren Stresshaushalt: dauerhafte Belastung führt häufig zu Entzündungen im Darm, wichtige Bakterien sterben ab, und das wirkt sich dann nicht nur auf die Verdauung aus, sondern auch auf den Gemütszustand, die Belastbarkeit und die Konzentrationsfähigkeit. 

Bewegen Sie sich regelmäßig, denn Sport stärkt nicht nur Muskeln, Gelenke und Knochen, sondern auch die für uns so wichtige Darmflora. Nehmen Sie statt dem Lift die Treppe, gehen Sie während eines Telefonats herum, oder verzichten Sie für kurze Strecken auf Ihr Auto. Nehmen Sie Medikamente mit Bedacht ein: Wir neigen dazu, immer funktionieren zu wollen und einer Grippe oder einem Infekt nicht ausreichend Zeit zum Abklingen zu geben, stattdessen werden oft schnell und unüberlegt Antibiotika, starke Schmerzmittel oder „Magenschutz“ eingenommen. Zahlreiche dieser Medikamente schädigen aber unsere Darmflora ganz massiv und reduzieren die Vielfalt unserer Bakterien im Darm, die leider nie wieder ganz hergestellt wird – das beeinträchtigt unsere Gesundheit ein Leben lang. 

Ganz besonders wichtig: Wenn Sie spüren, dass irgendetwas in Ihrem Körper nicht richtig funktioniert, stärken Sie zuerst Ihre Gesundheitszentrale im Darm. Billionen an Bakterien wollen Sie gesund erhalten, denn auch sie profitieren davon, wenn es Ihrem Körper gut geht. Bauen Sie Ihre Darmflora mit genau jenen "Helfern" auf, die Sie in dieser Situation am meisten brauchen. Ihre Apotheke berät Sie dabei bestens.

www.allergosan.at

Anita Frauwallner im neuen Headquarter des Allergosan Instituts in Graz. © Institut Allergosan / Christian Jungwirth

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