Highlights, Goldgräberstimmung und neues Konzept bei der Cebit

Digitaler Darwinismus ist das Gebot der Stunde - Facebook ist zum ersten Mal dabei und was sind eigentlich "Cobots"?

Die Computermesse Cebit ist dieser Tage in Hannover in vollem Gange und wartet mit einem vollkommen neuen Konzept auf: Sie wird von einem Konferenzprogramm und einem Festival mit Popkonzerten flankiert und soll so vor allem für Jüngere attraktiv werden.

Unter dem Motto "Gemeinsam digitale Chancen nutzen" ist sogar Facebook erstmals mit einem eigenen Stand bei der Messe vertreten. Das Social Network stellt verschiedene Bereiche von Facebooks Technologien, Initiativen und Industriepartnerschaften vor und zeigt anhand kronkreter Beispiele, welchen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert Technologien wie Künstliche Intelligenz und Virtuelle Realität zukünftig bieten können. wie Datensicherheit und Privatsphäre informiert.

"Wir freuen uns, in diesem Jahr Partner der Cebit zu sein. Vor Ort werden wir drei der wichtigsten Kernpunkte unserer Innovationsstrategie in den Vordergrund stellen – Augmented & Virtual Reality, Künstliche Intelligenz sowie das Vermitteln von Digitalkompetenzen. Bei vielen dieser Themen arbeiten wir bereits eng mit deutschen Unternehmen zusammen und unterstützen sie bei der digitalen Transformation. Die Präsenz unterstreicht, dass wir ein Teil der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft sind. Gemeinsam wollen wir digitale Chancen nutzen und die Zukunft gestalten", so Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook.

Fressen oder gefressen werden?

Die Umstellung von analogen auf digitale Geschäftsprozesse ist für viele Firmen derzeit im Mittelpunkt ihrer Bemühungen, daher räumt die Cebit diesem Bereich einen großen Platz ein.

Schon 2020 sollen rund 50 Milliarden Maschinen und Produkte mit dem Web verbunden sein. Im Sekundentakt liefert das Internet of Things (IoT) Unternehmen wertvolle Erkenntnisse über Menschen, Produkte und Prozesse, die zu besseren Entscheidungen und höherer Effizienz führen. Mit dem NarrowBand-IoT-Development Kit feiert bei Vodafone ein flexibles Komplettpaket Premiere, mit dem sich betriebliche Abläufe vernetzen lassen. Zudem hat Vodafone gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Continental ein schlüsselfertiges IoT-Konzept entwickelt, mit dem Flottenmanager die Einsatzfähigkeit aller Fahrzeuge rund um die Uhr überwachen können. IBM macht die vielfältigen Talente des Internet of Things an zwei beeindruckenden Beispielen greifbar: dem Hafen von Rotterdam und dem Aufzug- und Rolltreppenhersteller KONE. Letzterer nutzt das IBM-System Watson IoT, um Aufzüge und Rolltreppen aus der Ferne zu überwachen und präventiv zu warten. Um den größten Frachthafen Europas fit für die vollautomatische Abfertigung zu machen, entsteht ein digitaler Zwilling des 42 Kilometer großen Geländes. Dafür ist ein Abbild der kompletten Infrastruktur nötig – mit allen Betriebsabläufen und Umgebungsdaten.

Hewlett Packard Enterprise möchte auf dem europäischen Business-Festival für Innovation und Digitalisierung demonstrieren, wie intelligente Systeme die Wertschöpfung der Zukunft schaffen. Dazu zählen beispielsweise Produktionsmaschinen, die sich selbst reparieren und vernetzte Dinge, die Hacker an ihrem Verhalten erkennen. "In Zukunft wird jede Maschine, jeder Prozess und jedes Gebäude mit Intelligenz ausgestattet sein", prophezeit Heiko Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung von HPE Deutschland.

Huawei will den Besuchern nahebringen, wie der Konzern mit seinen Kunden und Partnern das Zusammenspiel der aktuellen Technologien zu einer "Symphony Of Digital Transformation" vorantreibt, um Geschäftserfolge zu erzielen. Zu den unverzichtbaren Bausteinen zählt neben Cloud Computing, Künstlicher Intelligenz oder Big Data Analytics auch das Internet of Things.

Volkswagen stellt eine weitere Version seines Roboterwagens "Sedric" vor. Dieser sei für sportlich aktive Menschen gedacht, die autonom zum Zielort fahren wollen.

Ethische Fragen und Robo-Showcases

Nach einer Prognose der International Federation of Robotics werden 2020 bereits mehr als drei Millionen Roboter in Fabriken rund um den Globus tätig sein. Neben der Industrie sieht die Unternehmensberatung IDC erhebliches Potenzial im Sicherheits-, Ausbildungs- und Consumer-Bereich.

Bei der Messe geben die neuesten humanoiden und kollaborativen Roboter (Cobots) Live-Kostproben ihres Könnens. So verblüfft der rund 1,20 Meter große Pepper von SoftBank Robotics nicht nur mit seiner Mimik und Sprachbegabung; er kann auch auf menschliche Emotionen reagieren und beispielsweise als smarter Mitarbeiter im Einzelhandel Fragen zu bestimmten Produkten beantworten.

Asseco präsentiert den kooperativen Roboter "Panda" - er zeigt seine Interaktion mit einem ERP-System und damit seine Einbettung in die Geschäftsprozesse eines Unternehmens. Der Service-Roboter ARMAR-6 aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) kann mit menschlichen Kollegen zusammenarbeiten und ihnen mit Hammer oder Bohrmaschine zur Hand gehen.

An einem faszinierenden Human Brain-Projekt arbeitet der Lehrstuhl für Robotik, Künstliche Intelligenz und Echtzeitsysteme der Technischen Universität München: Die Neurorobotics Platform soll Gehirnmodelle simulieren, die aus neuronalen Netzwerken bestehen und einen künstlichen Körper steuern.

Die Messe zeigt zudem das zivile Drohnen-Universum in seiner ganzen Bandbreite – von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten über neue Businessfelder bis zum rasanten Wettstreit der besten Hobby-Piloten.

Die Maschine denkt und der Mensch lenkt?

Die Marktforscher von Gartner Research sehen in der künstlichen Intelligenz (KI) den disruptivsten Technologietrend der kommenden zehn Jahre. "In einigen Arbeitsfeldern sind uns Maschinen schon heute überlegen“, erklärt Christian Bauckhage, Lead Scientist für maschinelles Lernen am Fraunhofer IAIS. "Zum Beispiel, wenn es darum geht, komplizierte Daten auszuwerten, auf deren Analyse das menschliche Gehirn nicht spezialisiert ist. Bei typischen Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen oder Spülmaschine einräumen, über die wir gar nicht groß nachdenken, wird es noch länger dauern, bis Maschinen das so gut können wie wir Menschen." (jw)

www.cebit.de

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