Jubiläum
Siemens hat den 1.000. U-Bahn-Wagen für Wien übergeben

| Larissa Bilovits 
| 26.10.2026

Seit mehr als fünf Jahrzehnten entstehen in Simmering die Züge für das Wiener U-Bahn-Netz. Zum Jubiläum trafen sich Vertreter:innen der Stadt und der Wiener Linien im Werk, das längst auch international eine Schlüsselrolle spielt.

Siemens Mobility Austria hat im Werk in Wien-Simmering jüngst den 1.000. U-Bahn-Wagen für die Wiener Linien fertiggestellt. Umgerechnet entsprechen die bislang ausgelieferten Wagen rund 167 kompletten Zügen. Anlässlich des Jubiläums waren Ulli Sima (Mobilitätsstadträtin der Stadt Wien), Gudrun Senk und Alexandra Reinagl (beide Geschäftsführerinnen der Wiener Linien), Tanja Kienegger (Geschäftsführerin von Siemens Mobility Austria), Monika Unterholzner (stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke) und Thomas Steinhart (Bezirksvorsteher Simmering) bei der feierlichen Übergabe vor Ort.

Vom Silberpfeil zum X-Wagen

Die Geschichte des U-Bahn-Baus in Simmering beginnt in den 1970er-Jahren, als am Standort noch die Simmering-Graz-Pauker AG (SGP) produzierte. 1978 nahmen auf der U1 die ersten "Silberpfeile" den Betrieb auf und prägten in den folgenden Jahrzehnten das Wiener Stadtbild. Anfang der 1990er-Jahre stieg Siemens bei SGP ein und übernahm das Unternehmen in weiterer Folge zur Gänze. Am Standort wurden mit Ausnahme der Fahrzeuge für die U6 sämtliche Wiener U-Bahn-Generationen entwickelt und gebaut, von den Silberpfeilen des Typs U über die V-Wagen bis zum aktuellen X-Wagen.

"Der 1.000. U-Bahn-Wagen aus unserem Werk Wien steht für mehr als fünf Jahrzehnte Innovationskraft am Standort. Mit den Silberpfeilen hat eine neue Ära der Mobilität in Wien begonnen, der heutige X-Wagen ist eine der modernsten U-Bahn-Generationen Europas. Wir führen die große Tradition des Standorts in eine erfolgreiche Zukunft und werden die umfassende Kompetenz im Hightech-Aluminium-Fahrzeugbau weiter stärken", so Tanja Kienegger.

Fahrerloser Betrieb auf der U5

Der X-Wagen ist seit Juni 2023 im Wiener Netz unterwegs, bislang noch im klassischen Betrieb mit Fahrer:in. Das volldigitale Fahrzeug verfügt unter anderem über eine druckluftfreie Bremse nach dem Brake-by-Wire-Prinzip und ist technisch bereits auf die höchste Automatisierungsstufe GoA4 vorbereitet. Auf der neuen Linie U5 soll er künftig vollautomatisch und damit ohne Fahrpersonal verkehren.

"Mit dem tausendsten U-Bahn-Wagen, der aus dem Wiener Werk läuft, feiern wir nicht nur eine beeindruckende Zahl, sondern auch eine langjährige Zusammenarbeit, die die Wiener U-Bahn geprägt hat", erklären Gudrun Senk und Alexandra Reinagl. "Von den ersten Silberpfeilen bis zu den heutigen X-Wagen steht immer der gemeinsame Anspruch, technische Innovationen in den Dienst eines leistungsfähigen öffentlichen Verkehrs zu stellen. Die neuen X-Wagen bieten unseren Fahrgästen mit innovativer Fahrgastinformation, hoher Barrierefreiheit und großzügiger Gestaltung ein zeitgemäßes Mobilitätserlebnis."

Mobilitätsstadträtin Ulli Sima ergänzt: "Unsere Öffis gehören zu den besten der Welt und wir investieren konsequent in ihren weiteren Ausbau. Mit unserem Jahrhundertprojekt U2xU5 setzen wir die größte U-Bahn-Ausbauoffensive der vergangenen Jahrzehnte um und machen den öffentlichen Verkehr fit für die Zukunft. Dafür brauchen wir nicht nur eine moderne Infrastruktur, sondern auch modernste Fahrzeuge. Siemens ist dabei seit Jahrzehnten ein wichtiger und verlässlicher Partner der Stadt Wien. Der 1.000. U-Bahn-Wagen aus Wiener Produktion ist ein beeindruckender Meilenstein dieser Erfolgsgeschichte. Besonders freut mich, dass die modernsten U-Bahnen direkt hier in Wien produziert werden und damit auch hochwertige Arbeitsplätze und Wertschöpfung am Standort gesichert werden."

Metro-Zentrale für die ganze Welt

Für Siemens Mobility hat Simmering eine Bedeutung weit über Wien hinaus. Der Standort ist das globale Headquarter für Metros des Unternehmens, sämtliche U-Bahn-Projekte werden von hier aus verantwortet. Aktuell entstehen im Werk neben den Wiener Zügen auch U-Bahnen für London, Sydney und München, ein weiterer Großauftrag wird laut Unternehmen erwartet. In der Vergangenheit wurden in Simmering zudem Züge für Melbourne, Bangkok, Singapur, Taipeh, Riad, Oslo, Nürnberg und Kuala Lumpur entwickelt und gebaut.

Für den Bund, der das Wiener U-Bahn-System mitfinanziert, meldete sich zum Jubiläum Mobilitätsminister Peter Hanke zu Wort: "Tausend U-Bahn-Wagen, gefertigt in Wien für Wien, stehen für sichere Arbeitsplätze in Österreich und für Wertschöpfung, die im Land bleibt. Österreich ist ein Bahnland, und Wien zeigt als Innovationsstandort, dass die Mobilität von morgen hier entwickelt und gebaut wird. Mit der Industriestrategie 2035 investieren wir 2,6 Milliarden Euro gezielt in Schlüsseltechnologien und die Mobilitätstechnologie ist eine davon. Unser Anspruch ist es, Österreich zu einem der führenden Bahn- und Mobilitätsstandorte der Welt zu machen, und dieses Jubiläum zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

www.mobility.siemens.com

www.wienerlinien.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV