Der österreichische Werbemarkt hat im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat leicht zugelegt. Nach der aktuellen Focus-Werbebilanz erreichten die Bruttowerbewerte der Above-the-Line-Medien rund 263,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber Juli 2025. Im Vergleich zum Juli 2024 liegt das Volumen allerdings um 4,1 Prozent niedriger.
Werbebilanz Juli 2026 nach Medien © Focus
Online mit stärkstem Wachstum
Besonders deutlich fällt der Zuwachs im Online-Bereich aus. Focus weist für Juli eine Steigerung um 14,7 Prozent auf vergleichbarer Basis der gemeldeten Unternehmen aus. Hintergrund ist, dass die Daten eines Melders nicht rechtzeitig übermittelt wurden und die Veränderungsrate daher auf vergleichbarer Basis berechnet wurde. Der ausgewiesene Bruttowerbewert für Online beträgt rund 30,5 Millionen Euro. Gegenüber Juli 2024 liegt der Wert um 25 Prozent höher.
Auch Fernsehen entwickelte sich im Juli positiv. Der gesamte TV-Bereich erreichte knapp 77,9 Millionen Euro und lag damit 2,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. Besonders deutlich fiel der Zuwachs beim ORF mit 11,0 Prozent aus. Die privaten TV-Anbieter lagen hingegen um 0,7 Prozent unter dem Wert von Juli 2025. Focus weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei den Platzierungszuschlägen für die ersten sieben Monate ein Aktualisierungsbedarf festgestellt und die betreffenden Werte entsprechend angepasst wurden.
Hörfunk im Plus, Presse weitgehend stabil
Auch der Hörfunk verbuchte im Juli Zuwächse. Insgesamt stiegen die Bruttowerbewerte gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,7 Prozent auf rund 15,5 Millionen Euro. Die ORF-Radios erreichten ein Plus von 6,2 Prozent, bei den privaten Hörfunkanbietern betrug der Zuwachs 1,9 Prozent.
Die Presse entwickelte sich mit einem Plus von 0,6 Prozent weitgehend stabil und kam auf einen Bruttowerbewert von rund 111,8 Millionen Euro. Innerhalb des Segments legten Tageszeitungen um 2,7 Prozent und regionale Wochenzeitungen um 2,6 Prozent zu. Rückgänge verzeichneten dagegen Illustrierte und Magazine mit 10,7 Prozent sowie Fachzeitschriften mit 8,5 Prozent.
Above- / Below-The-Line nach Medien © Focus
Digital-Out-of-Home wächst gegen den Markttrend
Bei der Außenwerbung zeigt die Focus-Auswertung ein differenziertes Bild. Das Segment insgesamt lag im Juli um 3,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rückläufig entwickelten sich unter anderem Billboard mit minus 9,9 Prozent, Street Furniture mit minus 7,7 Prozent und Transport mit minus 7,3 Prozent.
Deutlich gegen diesen Trend entwickelte sich Digital-Out-of-Home. DOOH erreichte einen Bruttowerbewert von rund 8,7 Millionen Euro und damit ein Plus von 12,3 Prozent gegenüber Juli 2025. Auch Ambiente Media verzeichnete mit 9,4 Prozent einen Zuwachs.
Unterschiedliche Entwicklung in den Werbesektoren
Auch zwischen den einzelnen Wirtschaftssektoren zeigten sich im Juli deutliche Unterschiede. Dienstleistungen steigerten ihre Bruttowerbewerte gegenüber dem Vorjahr um 13,8 Prozent, Investitionsgüter um 7,3 Prozent und der Mediensektor um 5,0 Prozent. Rückgänge gab es hingegen bei Markenartikeln mit minus 10,2 Prozent sowie bei Handel und Versand mit minus 4,6 Prozent.
Bei der Verteilung der Above-the-Line-Werbung entfielen im Juli 25 Prozent auf Investitionsgüter, 20 Prozent auf Markenartikel und 18 Prozent auf Dienstleistungen. Handel und Versand kamen auf einen Anteil von 16 Prozent, Medien auf neun Prozent.
Werbebilanz Jänner – Juli 2026 nach Medien © Focus
Jahresverlauf bleibt verhalten
Der Blick auf die ersten sieben Monate zeigt, dass der leichte Juli-Zuwachs die bisherige Jahresentwicklung noch nicht vollständig ausgleichen konnte. Von Jänner bis Juli erreichten die Above-the-Line-Medien einen Bruttowerbewert von rund 2,225 Milliarden Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Minus von 1,0 Prozent.
Online zählt auch im bisherigen Jahresverlauf zu den klar positiven Bereichen und liegt auf vergleichbarer Melderbasis um 13,2 Prozent über dem Vorjahr. Digital-Out-of-Home erreicht ein Plus von 2,4 Prozent. TV liegt nach sieben Monaten um 0,9 Prozent, Presse um 2,7 Prozent und Hörfunk um 2,8 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahresniveau.
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