BearingPoint-Studie
Österreichs Banken spielen bei Kryptowährungen bislang nur eine Nebenrolle

| Redaktion 
| 26.08.2026

Österreichs Anleger:innen setzen beim Handel vor allem auf spezialisierte Plattformen, allen voran Bitpanda. Eine aktuelle BearingPoint-Studie zeigt jedoch, dass auch für klassische Geldinstitute Potenzial besteht.

Spezialisierte Anbieter bestimmen derzeit den österreichischen Markt für Kryptowährungen. Klassische Banken sind beim Handel mit digitalen Vermögenswerten hingegen nur schwach vertreten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint (siehe Infobox).

Demnach haben bislang lediglich rund drei Prozent der Österreicher:innen für Krypto-Investments den Weg über eine klassische Bank gewählt. Das grundsätzliche Interesse an einem solchen Angebot ist allerdings deutlich größer. 13 Prozent der Bevölkerung würden für ein Investment in Kryptowährungen ein Depot bei ihrer Hausbank nutzen.

Deutlicher Abstand zwischen Interesse und Nutzung

Gerade bei klassischen Banken zeigt sich damit eine vergleichsweise große Differenz zwischen tatsächlicher Nutzung und grundsätzlicher Bereitschaft. Bei anderen Möglichkeiten, in Kryptowährungen zu investieren, liegen diese Werte laut Studie näher beieinander.

Knapp zwölf Prozent würden dafür einen Online-Broker wählen, ebenfalls rund zwölf Prozent eine Kryptobörse. Gut neun Prozent könnten sich ein Investment über einen Krypto-Broker vorstellen.

"Der österreichische Kryptomarkt hat längst etablierte Kundenzugänge – und diese liegen heute überwiegend außerhalb der klassischen Banken", sagt Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint. Gleichzeitig würde grundsätzlich jede achte Person über ihre Hausbank investieren. Aus seiner Sicht sei der Markt für Banken daher keineswegs verschlossen. Sie müssten jedoch entscheiden, ob und in welcher Form sie diesen Bedarf künftig bedienen wollten.

Bitpanda führt bei Handel und Verwahrung

Unter jenen, die bereits mit Kryptowährungen handeln, sind spezialisierte Anbieter besonders stark vertreten. Mit deutlichem Abstand führt dabei Bitpanda. Mehr als vier von zehn Nennungen im Bereich Handel entfallen laut BearingPoint auf den österreichischen Anbieter. Dahinter folgen Binance und Coinbase.

Auch bei der Verwahrung von Kryptowährungen nimmt Bitpanda den Angaben zufolge die führende Position ein. Insgesamt entfällt der überwiegende Teil der Nennungen beim Handel auf Krypto-Plattformen und Kryptobörsen. Eine weitere relevante Anbietergruppe bilden Neo-Broker, Neobanken und Trading-Apps. Klassische Banken erreichen hingegen lediglich einen kleinen Anteil.

Österreichischer Markt unterscheidet sich von Deutschland

Die Studienergebnisse zeigen zudem Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland. Während Trade Republic in Deutschland sowohl beim Handel als auch bei der Verwahrung von Kryptowährungen an der Spitze liegt, hat der Anbieter in Österreich eine vergleichsweise geringe Bedeutung. Hier dominiert mit Bitpanda ein heimischer Anbieter.

Dieser Unterschied ist laut BearingPoint auch für die strategische Ausrichtung von Banken relevant. Erkenntnisse und Strategien aus Deutschland könnten nicht unverändert auf den österreichischen Markt übertragen werden, da der Wettbewerb um den direkten Kundenzugang anders verteilt sei.

"Wer vom deutschen Kryptomarkt direkt auf Österreich schließt, greift zu kurz. Der Kundenzugang wird hier von anderen Anbietern besetzt", so Knedelstorfer. Banken müssten den heimischen Markt daher aus dessen eigener Struktur heraus betrachten.

Hausbanken könnten stärker in den Markt einsteigen

BearingPoint leitet aus den Ergebnissen ab, dass die bislang geringe Nutzung klassischer Banken nicht ausschließlich auf mangelndes Interesse der Kund:innen zurückzuführen ist. Dafür spreche insbesondere der Abstand zwischen den drei Prozent, die diesen Weg bereits gewählt haben, und den 13 Prozent, die grundsätzlich über ihre Hausbank investieren würden.

Bei spezialisierten Krypto-Anbietern ist die Differenz zwischen Nutzungsbereitschaft und tatsächlicher Nutzung laut Studie deutlich geringer. Für Banken stelle sich deshalb die strategische Frage, ob sie Handel und Verwahrung digitaler Vermögenswerte weiterhin spezialisierten Plattformen überlassen oder eigene Angebote für ihre Kundschaft schaffen wollen.

"Der Kundenzugang ist heute klar verteilt, aber noch lange nicht endgültig vergeben. Die Zahlen zeigen ein konkretes Potenzial für Banken", resümiert Knedelstorfer. Entscheidend werde sein, ob die Institute dieses Potenzial in entsprechende Angebote umsetzen, bevor sich die derzeitigen Nutzungsgewohnheiten weiter verfestigten.

www.bearingpoint.com

www.yougov.com

Über die Studie

Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage von BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov. Für die Befragung wurden im Zeitraum 18. bis 29. Juni 2026 insgesamt 2.031 Personen in Deutschland, 1.003 in Österreich und 1.001 in der Schweiz befragt.

Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die jeweilige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.

Die Umfrage wurde in vergleichbarem Set-up auch in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland durchgeführt und erlaubt die Ableitung von Entwicklungen.

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Über die Studie

Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage von BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov. Für die Befragung wurden im Zeitraum 18. bis 29. Juni 2026 insgesamt 2.031 Personen in Deutschland, 1.003 in Österreich und 1.001 in der Schweiz befragt.

Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die jeweilige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.

Die Umfrage wurde in vergleichbarem Set-up auch in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland durchgeführt und erlaubt die Ableitung von Entwicklungen.

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