Neuwagenmarkt boomt
E-Autos erreichen in Österreich höheren Marktanteil als im EU-Schnitt

In den ersten acht Monaten stiegen die Pkw-Neuzulassungen hierzulande doppelt so stark wie im Binnenmarkt – jeder vierte Neuwagen war ein reiner Stromer. Neue ACEA-Daten zeigen, wie wir im Ländervergleich abschneiden.

Österreichs Neuwagenmarkt hat sich in den ersten acht Monaten 2026 deutlich stärker entwickelt als jener der Europäischen Union insgesamt. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA wurden hierzulande 212.140 Pkw neu zugelassen. Das waren zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. EU-weit stiegen die Neuzulassungen um 5,3 Prozent auf rund 7,55 Millionen Fahrzeuge.

Besonders deutlich fällt hierzulande die Verschiebung zu batterieelektrischen Autos aus. Von Jänner bis August wurden 53.449 reine E-Pkw neu zugelassen, ein Plus von 31,1 Prozent. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen erreichte damit 25,2 Prozent. EU-weit lag der Anteil bei 21,7 Prozent. Hinzu kamen in Österreich 24.233 Plug-in-Hybride, um 32,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im August fast jeder dritte Neuwagen elektrisch

Im August allein kamen in Österreich 6.316 batterieelektrische Pkw neu auf die Straße. Ihr Anteil an den 21.788 Neuzulassungen lag damit bei rund 29 Prozent. Gegenüber August 2025 entspricht das bei E-Autos einem Plus von 46,4 Prozent. Benziner verloren im selben Zeitraum 14,6 Prozent, Dieselautos 28,7 Prozent. Der Gesamtmarkt wuchs im August um 1,6 Prozent.

Wie sich die Nachfrage auf einzelne Hersteller und Modelle verteilte, zeigen die August-Zahlen der Statistik Austria – bei reinen Stromern führte demnach BMW vor BYD und Skoda (LEADERSNET berichtete).

Deutschland und Frankreich bei E-Anteil voraus

Die neue ACEA-Auswertung ermöglicht nun den Vergleich mit den anderen europäischen Märkten. Österreich liegt mit seinem E-Auto-Anteil über dem EU-Schnitt, aber hinter Deutschland und Frankreich. Dort machten reine Stromer von Jänner bis August rund 26,2 beziehungsweise 29,9 Prozent der Neuzulassungen aus. In Italien betrug der Anteil dagegen rund 8,1 Prozent, in Spanien 10,2 Prozent. Dänemark erreichte rund 80,6 Prozent.

Beim Wachstum der E-Auto-Zulassungen ist das Bild ein anderes: Während Österreich seit Jahresbeginn ein Plus von 31,1 Prozent verzeichnete, stieg die Zahl in der EU insgesamt um 44,9 Prozent. Frankreich legte um 74,2 Prozent zu, Deutschland um 53,1 Prozent. Österreichs E-Auto-Marktanteil ist somit überdurchschnittlich hoch; die Neuzulassungen wachsen derzeit jedoch langsamer als im EU-Schnitt.

Ein früherer LEADERSNET-Bericht zum EV Charging Index hatte Österreich bereits unter den fortgeschrittenen europäischen Märkten eingeordnet. Die dort genannten Anteile beziehen sich allerdings auf das Jahr 2025 und umfassen neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride. Sie sind daher nicht unmittelbar mit den aktuellen ACEA-Anteilen batterieelektrischer Pkw vergleichbar (LEADERSNET berichtete).

Mehr als 300.000 E-Autos im Bestand

Die steigenden Neuzulassungen zeigen sich auch im Fahrzeugbestand. Nach Angaben des Mobilitätsministeriums waren Ende Juli hochgerechnet 304.328 rein batterieelektrische Pkw in Österreich unterwegs. "300.000 E-Pkw auf Österreichs Straßen sind ein starkes Signal: Die Elektromobilität ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagte Mobilitätsminister Peter Hanke anlässlich dieses Meilensteins. Zu diesem Zeitpunkt gab es laut Ministerium rund 39.500 öffentliche Ladepunkte (LEADERSNET berichtete).

www.acea.auto

www.bmimi.gv.at

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