Technologie wird alltäglich
Österreich bleibt bei KI-Nutzung deutlich über weltweitem Schnitt

| Tobias Seifried 
| 27.09.2026

Generative KI erreicht immer mehr Menschen. Auch hierzulande ist die Nutzungsrate weiter gestiegen. Entscheidend wird nun, die Technologie stärker in Geschäftsprozesse zu integrieren.

Die Nutzung generativer künstlicher Intelligenz nimmt sowohl weltweit als auch in Österreich weiter zu. Im zweiten Quartal 2026 griffen hierzulande 35,4 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren auf entsprechende Anwendungen zurück. Im ersten Quartal waren es noch 34,1 Prozent gewesen.

Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des AI Diffusion Reports des Microsoft AI Economy Institute. Österreich liegt damit weiterhin deutlich über dem weltweiten Durchschnitt: Global erhöhte sich die Nutzungsrate im selben Zeitraum von 17,8 auf 18,8 Prozent.

Bereits im ersten Quartal hatte Österreich mit einer Quote von 34,1 Prozent weltweit Rang 18 erreicht. Gegenüber dem vierten Quartal 2025, als die Rate noch bei 31,4 Prozent lag, hatte sich die Verbreitung damals deutlich erhöht (LEADERSNET berichtete).

Vereinigte Arabische Emirate an der Spitze

International zeigen sich weiterhin erhebliche Unterschiede. Angeführt wird die aktuelle Auswertung von den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die Nutzungsrate laut Microsoft bei 73,3 Prozent liegt. Dahinter folgen Singapur mit 64,3 Prozent, Irland mit 49,9 Prozent, Frankreich mit 49,6 Prozent und Norwegen mit 49,4 Prozent.

Während die Nutzung in beinahe allen untersuchten Volkswirtschaften gestiegen sei, habe sich gleichzeitig der Abstand zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden weiter vergrößert. Als wichtige Voraussetzungen für eine breitere Verbreitung nennt der Report unter anderem digitale Infrastruktur, Konnektivität und entsprechende Kompetenzen.

Von der Nutzung zur Wertschöpfung

Für Österreich rückt angesichts der vergleichsweise hohen Verbreitung zunehmend eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie lässt sich die Nutzung von KI in tatsächliche wirtschaftliche Effekte übersetzen?

Hermann Erlach, der scheidende Chef von Microsoft Österreich, sieht die heimische Ausgangsposition positiv, verweist aber auf weiteren Handlungsbedarf. "Für die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts ist jedoch nicht die Technologie allein entscheidend, sondern wie erfolgreich Unternehmen KI in Innovation, Produktivität und Wertschöpfung übersetzen."

Um die Entwicklung weiter voranzutreiben und KI breiter in Geschäftsprozessen zu verankern, brauche es laut Erlach Investitionen in Infrastruktur, digitale Kompetenzen und Partnerschaften.

Dass hier erhebliches Potenzial gesehen wird, zeigte zuletzt auch eine von Microsoft Österreich beauftragte Economica-Analyse. Demnach könnte KI Österreichs Bruttowertschöpfung langfristig um bis zu 18 Prozent beziehungsweise rund 72 Milliarden Euro erhöhen. Besonders große Hebel errechneten die Studienautor:innen für Industrie, Handel, Finanz- und Versicherungswesen sowie freiberufliche und technische Dienstleistungen (LEADERSNET berichtete).

Open-Weight-Modelle sollen Zugang erleichtern

Der aktuelle AI Diffusion Report beschäftigt sich darüber hinaus mit der wachsenden Bedeutung sogenannter Open-Weight-Modelle. Diese könnten laut Microsoft Zugangsbarrieren reduzieren und Organisationen dabei unterstützen, KI-Anwendungen stärker an lokale Anforderungen und Sprachen anzupassen.

Gleichzeitig werde künstliche Intelligenz weltweit zunehmend für Lernen und Kompetenzaufbau eingesetzt. Gerade in aufstrebenden Volkswirtschaften sieht der Report darin einen wichtigen Anwendungsbereich. Ob die steigende Nutzung langfristig tatsächlich zu entsprechenden Produktivitäts- und Wertschöpfungseffekten führt, hängt den Studienautor:innen zufolge jedoch wesentlich von den jeweiligen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen ab.

www.microsoft.com

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