Mit dem AeroMetro-Projekt entsteht in Guatemala City ein neues urbanes Seilbahnsystem. Die beiden von Doppelmayr geplanten Linien sollen die Hauptstadt mit der Gemeinde Mixco verbinden, täglich lange Pendelwege verkürzen und 2028 fertiggestellt werden.
Zwei Linien und zwölf Stationen
Das geplante Seilbahnsystem umfasst zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 8,6 Kilometern. Zwölf Stationen sollen Guatemala City mit der nordwestlich gelegenen Gemeinde Mixco verbinden. Die erste Linie soll laut Doppelmayr 2,1 Kilometer lang sein und vier Stationen umfassen. Für die zweite Linie sind 6,5 Kilometer und acht Stationen vorgesehen.
Pro Linie soll AeroMetro bis zu 5.500 Personen je Stunde und Fahrtrichtung befördern können. Insgesamt sind 495 Kabinen geplant, die jeweils Platz für zwölf Fahrgäste bieten. Die Gondeln sollen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6,5 Metern pro Sekunde unterwegs sein. Als Termin für die Fertigstellung nennt Doppelmayr das Jahr 2028.
"Seilbahnen in pulsierenden Städten wie Guatemala City zu bauen, ist eine Ehre für das gesamte Doppelmayr-Team. Wir sind stolz, erneut Partner für die Realisierung eines herausragenden Beispiels moderner Mobilität sein zu dürfen. Das neue Seilbahnsystem wird die Mobilität für viele Menschen verbessern", sagt Thomas Pichler, Mitglied des Executive Board der Doppelmayr Gruppe.
Kürzere Fahrzeiten für Pendler:innen
Von der neuen Verbindung sollen vor allem Menschen profitieren, die regelmäßig zwischen Mixco und Guatemala City pendeln. Nach Angaben des Unternehmens könne die Fahrzeit während der Hauptverkehrszeiten von bisher bis zu zwei Stunden auf 32 Minuten sinken.
Das barrierefrei geplante System soll in den städtischen öffentlichen Verkehr eingebunden und mit dem lokalen Bus-Rapid-Transit-System verknüpft werden. Vorgesehen ist ein Betrieb von 17 Stunden täglich an 360 Tagen im Jahr.
Die Seilbahn werde vollständig elektrisch betrieben und könne die Schadstoffemissionen im Vergleich zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich reduzieren, heißt es vom Unternehmen. Konstantinos Panagiotou, CEO von Doppelmayr Guatemala, erklärte, AeroMetro zeige, wie Technologie und Nachhaltigkeit Städte verändern könnten. Das System biete Effizienz und bessere Verbindungen. Durch kürzere Pendelzeiten und eine geringere Umweltbelastung könne es zudem die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern.
AeroMetro Cabin Design © Municipalidad de Guatemala/AeroMetro
Verbindung zu wichtigen Einrichtungen
Die Streckenführung soll dicht besiedelte Stadtgebiete mit wirtschaftlichen Zentren sowie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen verbinden. Nach Angaben von Doppelmayr zählen dazu auch ein Krankenhaus und der Flughafen.
Damit soll AeroMetro insbesondere Stadtteile besser erschließen, die bislang nicht ausreichend an die traditionelle Verkehrsinfrastruktur angebunden waren. "AeroMetro markiert ein neues Kapitel für die Mobilität in Guatemala City und der gesamten Metropolregion. Dieses Projekt zeigt, dass es möglich ist, Infrastruktur zu schaffen, die das Leben von Tausenden Menschen täglich verbessert, wenn öffentliche Hand und Privatwirtschaft mit einer gemeinsamen Vision zusammenarbeiten", sagte Ricardo Quiñónez, Bürgermeister von Guatemala City.
Urbane Seilbahnen gewinnen in Lateinamerika an Bedeutung
Doppelmayr bezeichnet AeroMetro aufgrund seiner Förderleistung und seiner Einbindung in den öffentlichen Verkehr als Meilenstein für die Region. Seit der Inbetriebnahme der ersten urbanen Doppelmayr-Seilbahn in Venezuela im Jahr 2009 habe sich die Technologie in Lateinamerika zunehmend etabliert.
Nach Unternehmensangaben sind in der Region derzeit rund 65 Kilometer an Seilbahnstrecken in Betrieb. Weitere 50 Kilometer befänden sich im Bau. Doppelmayr-Systeme kämen bereits in Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Guatemala, Mexiko und Venezuela zum Einsatz.
www.doppelmayr.com
Kommentar veröffentlichen