Zwischen deutscher Lockerheit und Schweizer Strenge
Sommerliche Arbeitskleidung im Europa-Vergleich

| Janet Teplik 
| 03.08.2026

Wie viel Lockerheit ist im Job erlaubt, wenn die Temperaturen steigen? Eine aktuelle Studie zeigt, wie unterschiedlich Beschäftigte in Europa mit sommerlicher Arbeitskleidung umgehen.

Österreich schwitzt in der nächsten Hitzewelle – doch der Weg ins Büro bleibt den meisten nicht erspart. Kein Wunder, dass die Diskussion um den Sommer-Dresscode am Arbeitsplatz neu entbrennt. Wie viel Lockerheit ist im Büro eigentlich erlaubt? Tauschen Angestellte Anzug und Kostüm gegen leichte Sommerkleidung, oder bleibt man den traditionellen Regeln treu? Eine aktuelle Studie des Online-Händlers Galaxus zeigt überraschende Unterschiede zwischen den Ländern und Geschlechtern.

Über die Studie

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut YouGov insgesamt 2.616 Personen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich zu ihren Arbeitsoutfits, Dresscodes und Kleidungs-No-Gos. 

Klassischer Dresscode verliert an Bedeutung

Die Studie zeigt, dass strenge Kleidungsvorschriften in vielen europäischen Unternehmen offenbar der Vergangenheit angehören. So gibt knapp die Hälfte aller Befragten an, am Arbeitsplatz grundsätzlich tragen zu dürfen, was sie möchten. Dort, wo weiterhin Regeln gelten, betreffen diese vor allem auf geschlossene Schuhe (20 %) und lange Hosen (18 %). 

Zudem tragen rund 15 Prozent der Beschäftigten bei der Arbeit Uniformen, Schutzkleidung oder Kleidung mit Firmenlogo. Ein klassischer Anzug spielt dagegen kaum mehr eine Rolle. So haben lediglich vier Prozent der Befragten angegeben, regelmäßig dazu verpflichtet zu sein. 

Deutsche Männer zeigen am meisten Haut

Obwohl grundsätzlich entspanntere Vorgaben in Europa herrschen, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Besonders auffällig ist dabei der Umgang mit sommerlicher Kleidung bei Männern. Schweizer Arbeitnehmer etwa greifen laut Auswertung auch bei hohen Temperaturen vergleichsweise häufig zu langen Hosen (60 %) und geschlossenen Schuhen (54 %). Ähnlich zurückhaltend zeigen sich auch italienische Männer, bei denen kurze Hosen am Arbeitsplatz nur wenig verbreitet sind.

Deutlich lockerer gehen hingegen deutsche Männer mit sommerlicher Arbeitsbekleidung um. Mit 69 Prozent tragen sie europaweit am häufigsten T-Shirts. Aber auch kurze Hosen sind weitverbreitet (38 %). Französische Männer hingegen lassen ihren Füßen am meisten Freiheit. In dem Land setzen nur 37 Prozent der Befragten auf geschlossene Schuhe. 

Frauen mit ähnlichen Stilvorlieben 

Bei den Frauen zeichnet sich ein einheitlicheres Bild ab. In allen untersuchten Ländern dominieren T-Shirts und lange Hosen als beliebte Kombination an heißen Arbeitstagen. 

Unterschiede gibt es vor allem beim Schuhwerk. Deutsche Frauen tragen trotz sommerlicher Temperaturen besonders häufig geschlossene Schuhe. So hat mehr als die Hälfte angegeben, auf offene Varianten zu verzichten. Lediglich 29 Prozent greifen zu Sandalen. Damit liegt Deutschland in dieser Kategorie am unteren Ende des europäischen Vergleichs. 

Schweiz besonders streng 

Bei der Frage, welche Kleidungsstücke am Arbeitsplatz als unangemessen gelten, zeigt sich die Schweiz besonders konservativ. In nahezu allen Kategorien ist die Ablehnung bestimmter Outfits dort am höchsten. Badebekleidung wie Bikinis oder Badehosen gilt in allen untersuchten Ländern als ungeeignet für den Arbeitsplatz. In der Schweiz lehnen dies jedoch 66 Prozent der Befragten ab – ein Spitzenwert im Vergleich. Auch sichtbare Bauchnabel stoßen dort auf wenig Zustimmung. 73 Prozent halten bauchfreie Kleidung bei direktem Kundenkontakt für unpassend, 57 Prozent auch ohne Kundenkontakt.

Anders sieht es in Italien aus. Dort äußert sich nur etwa ein Drittel beziehungsweise ein Viertel ablehnend gegenüber bauchfreier Kleidung. Frankreich wiederum zeigt sich besonders offen gegenüber Tanktops und Trägershirts. Rund 20 Prozent der Befragten lehnen diese Kleidungsstücke ab, während die Ablehnung in den übrigen Ländern bei etwa 50 Prozent liegt. Auch Jogginghosen im Kundenkontakt werden unterschiedlich bewertet. Während sie in der Schweiz für 61 Prozent ein klares No-Go darstellen, fällt die Ablehnung in den anderen Ländern deutlich geringer aus.

Wenige Gespräche über Arbeitsoutfits

Trotz unterschiedlicher Vorstellungen über angemessene Kleidung sorgen Outfits am Arbeitsplatz offenbar nur selten für Diskussionen. Rund 70 Prozent der Befragten in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich geben an, ihre Kolleg:innen noch nie auf deren Kleidung angesprochen zu haben.

Wenn Kleidung dennoch Thema wird, fällt die Rückmeldung meist positiv aus. Nur etwa fünf Prozent berichten von ausschließlich negativem Feedback. Besonders häufig machen Französinnen und Österreicherinnen Komplimente zu Kleidung. In Italien hingegen wird am häufigsten über Arbeitskleidung gesprochen – dort gibt es laut Studie sowohl positive als auch kritische Rückmeldungen.

www.galaxus.at

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