C-Suite Mid-Year Insights 2026
Unternehmen setzen auf Diversifizierung als Wachstumsmotor

Angesichts steigender Energiekosten, geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten reagieren laut den aktuellen Mid-Year Insights 2026 des Forvis Mazars C-Suite Barometers viele Führungskräfte mit einer breiteren Aufstellung ihrer Märkte, Lieferketten, Investitionen und Geschäftsmodelle darauf. 

Die internationale Prüfungs-, Steuer- und Beratungspartnerschaft Forvis Mazars hat Ergebnisse ihrer Mid-Year Insights 2026 veröffentlicht. Grundlage ist eine Befragung von mehr als 1.000 Führungskräften in 18 Ländern und Regionen (Siehe Infobox). Die Analyse zeigt, dass Diversifizierung für Unternehmen zunehmend zum zentralen Instrument wird, um Wachstum zu sichern und gleichzeitig auf ein schwierig kalkulierbares Umfeld zu reagieren. 

Wachstumserwartungen bleiben hoch

Trotz zahlreicher Unsicherheitsfaktoren bleiben die Wachstumserwartungen der Unternehmen bemerkenswert stabil. Laut Studie zeigen sich 92 Prozent der befragten Führungskräfte optimistisch hinsichtlich der künftigen Entwicklung ihrer Unternehmen und halten damit das Niveau des Vorjahres.

Auch die Einschätzung der Marktbedingungen fällt weiterhin überwiegend positiv aus. 78 Prozent bewerten die Situation in ihren Heimatmärkten positiv, international liegt dieser Wert bei 73 Prozent. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Steuerbarkeit externer Entwicklungen deutlich gesunken. Nur noch 35 Prozent der Befragten geben an, die wesentlichen Einflussfaktoren kontrollieren zu können. Sechs Monate zuvor lag dieser Wert noch bei 43 Prozent. Damit erreicht das Vertrauen den niedrigsten Stand seit dem Höhepunkt der Pandemie im Jahr 2021.

"Diversifizierung rückt zunehmend ins Zentrum unternehmerischer Strategien. Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, ob Unternehmen diversifizieren sollten, sondern wie sie unterschiedliche Märkte, Lieferketten, Kapitalstrukturen und Technologien gezielt miteinander verbinden", sagt Peter Wundsam, Managing Partner bei Forvis Mazars in Austria.

Wirtschaftliche Faktoren verdrängen KI als wichtigstes Thema

Bei den zentralen Einflussfaktoren auf die Unternehmensentwicklung hat sich die Reihenfolge verändert. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Inflation werden von 40 Prozent der Befragten als wichtigster Trend genannt und liegen damit um zwei Prozentpunkte über dem Wert der vorherigen Erhebung.

Künstliche Intelligenz, die zuletzt den Spitzenplatz belegte, folgt mit 37 Prozent und verliert drei Prozentpunkte. Ebenfalls deutlich an Bedeutung gewonnen haben Energiepreise und Energieknappheit. Mit einem Plus von zwölf Prozentpunkten erreichen sie ebenfalls 37 Prozent und zählen damit wieder zu den drei wichtigsten Themen für Führungskräfte.

Der Wettbewerb verliert hingegen an Relevanz und fällt um fünf Prozentpunkte auf 26 Prozent zurück. Erstmals zählen zudem Probleme in den Lieferketten zu den fünf wichtigsten Einflussfaktoren und werden von 27 Prozent der Befragten genannt.

Investitionen werden neu verteilt

Viele Unternehmen würden laut der Studie ihre Investitionstätigkeit fortsetzen, ihre Prioritäten jedoch verschieben. Kapital werde zunehmend von Bereichen wie Qualifizierung, Talentgewinnung sowie der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen abgezogen und auf Themen mit unmittelbarer Stabilitätswirkung umverteilt.

Besonders das Supply-Chain-Management gewinne an Bedeutung. Unternehmen versuchen damit, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber geopolitischen und wirtschaftlichen Risiken zu erhöhen.

Auch die Finanzierung von Wachstum verändere sich. Strategische Allianzen und Joint Ventures werden von 50 Prozent der Befragten als bevorzugter Weg genannt und legen damit vor Private-Equity-Finanzierungen, die auf 44 Prozent kommen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen verstärkt auf Flexibilität, Risikoteilung und den Zugang zu zusätzlichem Know-how setzen.

Mehr als die Hälfte der Führungskräfte hat darüber hinaus in den vergangenen sechs Monaten Ressourcen aufgrund geopolitischer Entwicklungen neu verteilt und diversifiziert. Gleichzeitig geben 54 Prozent der Unternehmen gestiegene Kosten an ihre Kund:innen weiter. Weitere 46 Prozent tragen diese teilweise oder vollständig selbst.

Neue Schwerpunkte bei der internationalen Expansion

Auch die Expansionsstrategien würden an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Unternehmen hielten zwar grundsätzlich an ihren internationalen Wachstumsplänen fest, würden diese jedoch stärker an operativen Anforderungen und Handelsbeziehungen ausrichten.

Viele Unternehmen würden sich dabei verstärkt auf geografisch nahegelegene Märkte innerhalb ihrer jeweiligen Regionen konzentrieren. Gleichzeitig werden Greater China, Lateinamerika sowie Australien und die Asien-Pazifik-Region als besonders attraktive Wachstumsmärkte genannt. Auch Zentral- und Osteuropa bleibe laut Studie ein wichtiger Zielmarkt für internationale Expansion.

KI liefert zunehmend messbare Erträge

Während Künstliche Intelligenz als strategischer Trend etwas an Bedeutung verloren hat, zeige sich bei den Investitionen zunehmend konkrete wirtschaftliche Effekte.

Mehr als 60 Prozent der Unternehmen erzielen laut Umfrage bereits Renditen von bis zu zehn Prozent aus ihren KI-Investitionen. Rund ein Fünftel der Befragten erreicht sogar Renditen beziehungsweise Produktivitätssteigerungen von mehr als 20 Prozent.

Der Fokus verschiebe sich damit von der Implementierung neuer Technologien hin zu messbaren Ergebnissen bei Produktivität und Kundenzufriedenheit.

Wundsam betont abschließend, dass Wachstum trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin möglich sei. Entscheidend sei jedoch, wie gezielt Unternehmen ihre Strategien in einem komplexen und volatilen Umfeld steuern würden. Anstelle eines einzelnen Erfolgsmodells setzten immer mehr Unternehmen auf unterschiedliche Ansätze, um flexibel auf Unsicherheiten reagieren zu können. "Wachstum ist auch im aktuellen Umfeld weiterhin möglich – allerdings sind die Rahmenbedingungen deutlich anspruchsvoller geworden", so Wundsam. 

Weitere Informationen finden Sie hier

www.forvismazars.com

C-Suite-Barometer: Mid-Year Pulse 2026

Die Mid-Year-Ausgabe des C Suite Barometers 2026 basiert auf einer globalen Umfrage unter mehr als 1.000 Führungskräften aus gewinnorientierten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Million US Dollar in 18 Ländern. Die Studie wurde im April und Mai 2026 durchgeführt.

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C-Suite-Barometer: Mid-Year Pulse 2026

Die Mid-Year-Ausgabe des C Suite Barometers 2026 basiert auf einer globalen Umfrage unter mehr als 1.000 Führungskräften aus gewinnorientierten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Million US Dollar in 18 Ländern. Die Studie wurde im April und Mai 2026 durchgeführt.

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