Millioneninvestition in Kreislaufwirtschaft
ARA baut Recyclingkapazitäten in Österreich weiter aus

| Redaktion 
| 21.05.2026

Das Unternehmen investiert gemeinsam mit Partnern insgesamt 100 Millionen Euro in den Ausbau der heimischen Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig erreichte man 2025 die EU-Recyclingquote von 50 Prozent bei Kunststoffverpackungen aus Haushalten und fordert klarere sowie praxisnahe EU-Vorgaben.

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) setzt ihren Ausbau der heimischen Kreislaufwirtschaft fort und will gemeinsam mit Partnerunternehmen bis Ende 2026 rund 100 Millionen Euro in neue Recyclinginfrastruktur investieren. Ziel sei es, die Versorgung der Industrie mit Sekundärrohstoffen zu stärken und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu reduzieren.

Laut ARA konnten im Jahr 2025 insgesamt 607.000 Tonnen Sekundärrohstoffe bereitgestellt werden. Dazu zählen 103.000 Tonnen Leichtverpackungen und Metalle, 320.000 Tonnen Papier sowie 184.000 Tonnen Glas.

Ausbau der Recyclinginfrastruktur

Im Mittelpunkt der Investitionen stehen zwei Projekte im Kunststoffbereich. Dazu zählt die Sortieranlage TriPlast in Oberösterreich, in die mehr als 60 Millionen Euro investiert wurden. Die Anlage dient der Sortierung von Kunststoff- und Metallverpackungen. Zusätzlich entsteht mit Sort4cycle eine weitere Anlage, die ab 2027 das von der ARA entwickelte Upcycle-Verfahren im industriellen Maßstab einsetzen soll. Gemeinsam mit Partnern will das Unternehmen dafür weitere 40 Millionen Euro investieren.

"Bis Ende 2026 haben wir somit insgesamt allein im Kunststoffbereich mehr als 100 Millionen Euro investiert, um Sekundärrohstoffe für die Industrie zu sichern und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken", sagt Harald Hauke, Vorstandssprecher der ARA.

EU-Recyclingquote erreicht

2025 wurde laut ARA im Haushaltsbereich die EU-Recyclingquote von 50 Prozent für Kunststoffverpackungen erreicht. Gleichzeitig stieg die Menge der im Gelben Sack beziehungsweise in der Gelben Tonne gesammelten Verpackungen, die nicht vom Einwegpfand betroffen sind, um sieben Prozent. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in Wien mit 14 Prozent aus. Tirol verzeichnete ein Plus von zehn Prozent, Vorarlberg von acht Prozent.

Thomas Eck, Vorstand der ARA, sieht darin auch einen Erfolg des Sammelsystems. "Die getrennte Verpackungssammlung muss einfach sein, um zu funktionieren. Durch den Ausbau der Ab-Haus-Abholung erreichen wir mittlerweile 2,2 Millionen Haushalte direkt vor der Tür. Die Österreicher:innen vertrauen seit über 30 Jahren auf unser System", so Eck. 

Kritik an EU-Vorgaben

Kritik äußert die ARA an der zeitlichen Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung PPWR. Während Recyclingziele bereits gelten, würden verbindliche Vorgaben für den Einsatz von Rezyklaten und für Produktdesign erst später folgen.

"Es ist ein Konstruktionsfehler, dass man zuerst Recyclingquoten vorgegeben hat, aber Jahre wartet, bis die Hersteller:innen das Material dann verwenden müssen", erklärt Hauke.

Nach Angaben der ARA wurde das Beratungsangebot für Unternehmen rund um die PPWR deutlich erweitert. Dazu zählen persönliche Beratungen sowie Informationsveranstaltungen und Webinare.

Forschung zu lebensmitteltauglichen Rezyklaten

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung hochwertiger Recyclingmaterialien für Lebensmittelverpackungen. Gemeinsam mit Partnern arbeitet die ARA an Projekten zur Herstellung lebensmitteltauglicher Rezyklate, unter anderem im Rahmen eines Pilotprojekts mit Mehrwegbechern für den Eurovision Song Contest.

"Lebensmitteltaugliche Rezyklate durch mechanische Aufbereitung von Polyolefinen und Polystyrol sind die Königsdisziplin des Recyclings und unser Ziel. Wir wollen höchste Qualitäten sichern, damit aus einer Verpackung morgen wieder eine sichere Lebensmittelverpackung werden kann", so Eck.

Textilrecycling als nächstes Thema

Mit Blick auf das verpflichtende Textilrecycling ab 2028 fordert die ARA praktikable gesetzliche Lösungen und den Einsatz bestehender Strukturen. "Wir fordern pragmatische, umsetzbare Vorgaben des Gesetzgebers – Realismus statt Gold Plating, Pragmatismus statt Fleißaufgaben", erklärt Eck.

Nach Angaben des Unternehmens laufen bereits erste Sortierversuche im Textilbereich. Herausforderungen sieht die ARA vor allem beim Recyclingprozess selbst sowie beim Aufbau stabiler Absatzmärkte für die gewonnenen Materialien.

Beteiligung der Konsument:innen bleibt entscheidend

Neben technologischen Entwicklungen verweist die ARA auf die Bedeutung der richtigen Mülltrennung durch die Bevölkerung. "Nur wenn wertvolle Reststoffe richtig getrennt werden, können wir sie recyceln. Landen sie im Restmüll, sind sie für den Kreislauf für immer verloren", sagt Hauke abschließend.

www.ara.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV