Umziehen für den Job ist nur für wenige eine Option

| Redaktion 
| 20.10.2022

Bei der Bereitschaft für einen permanenten Umzug spielt vor allem der Bildungsgrad eine Rolle.

Österreicher:innen sind nicht bereit, für einen neuen Job umzuziehen. Das ergibt ein Online-Stimmungsbild mit über 1.000 Teilnehmenden und eine Analyse von 80.000 Bewerbungen der Job-Plattform hokify. Rund 70 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie nicht bereit sind, für einen neuen Job umzuziehen. Einem Umzug auf Zeit sind die Befragten hingegen eher aufgeschlossen. Zudem zeige sich ein deutlicher Unterschied bei der Umzugsbereitschaft nach Bildungsgrad: Akademiker:innen sind demnach dreimal mobiler als Fachkräfte.

Wer ist zum Ortswechsel bereit?

Fachkräfte und Befragte mit abgeschlossener Lehre zeigen die niedrigste Bereitschaft, für einen Job den Wohnort zu wechseln: nur 20 Prozent wollen für einen neuen Job umziehen. Im Unterschied dazu sind befragte Akademiker:nnen drei Mal so oft bereit, den Wohnort für einen Job zu wechseln. Dieses Stimmungsbild werde auch durch eine Analyse von 80.000 Bewerbungen der Job-Plattform gestützt: Rund 15 Prozent aller Jobsuchenden bewerben sich für Stellen bis zu 150 Kilometer entfernt von ihrem Wohnort. Es gebe also durchaus eine Gruppe an Jobsuchenden, die für einen Umzug oder zum Pendeln bereit sei.

Job und Umzug auf Zeit

Ein Zeitarbeitsverhältnis oder Leiharbeit einzugehen und damit ein möglicher Wohnortwechsel auf Zeit, können sich 46 Prozent aller Befragten vorstellen. Auch hier zeige sich ein Unterschied nach Bildungsabschluss: Zwei Drittel der Befragten mit Pflichtschulabschluss beziehungsweise ohne Berufsausbildung sind bereit, einen zeitlich begrenzten Job auszuüben. Hingegen sind Befragte mit abgeschlossener Fachschule (30 Prozent) und mit Berufsausbildung (43 Prozent) deutlich seltener bereit, ein Zeitarbeitsverhältnis einzugehen.

Hindernisse beim Ortswechsel für den Job

Die Bereitschaft zur beruflichen Mobilität sei in Österreich niedrig, unter anderem weil ein Ortswechsel für den Job nicht immer ohne weiteres umsetzbar sei. Speziell beim Berufseinstieg könne ein Umzug für den Job jedoch ein wichtiges Sprungbrett für die Karriere sein. Später, besonders mit der eigenen Familie, sei es oft schwierig, für den Job umzuziehen. "Auch finanziell kann ein Ortswechsel eine zusätzliche Belastung für Jobsuchende darstellen, hier müssen Unternehmen unterstützend agieren, um talentierte BewerberInnen zu gewinnen." sagt Karl Edlbauer, Arbeitsmarktexperte und Geschäftsführer bei hokify.

Gegenmaßnahme Home Office

Home Office und hybride Arbeitszeitmodelle könnten eine Chance sein, das Gefälle zwischen offenen Stellen und verfügbaren Arbeitskräften auszugleichen, zumindest dort, wo Home-Office möglich sei. "Unternehmen müssen zunehmend auf hybride Arbeitsmodelle und Home Office setzen. Qualifizierte Arbeitskräfte können damit ortsungebunden eingesetzt werden. In Branchen, die diese Möglichkeit nicht haben, können flexible Arbeitszeiten, selbstständige Zeiteinteilung sowie attraktive Benefits und Unterstützung beim Ortswechsel offene Stellen für Jobsuchende attraktiver machen." empfiehlt Edlbauer.

www.hokify.at

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