Metro ließ altösterreichische Salonkultur wiederauferstehen

Branchenkenner und Handelsexperten pilgerten zur Mittwochsgesellschaft.

Bei der vierten Wiener Mittwochsgesellschaft des Handels diskutierten Barbara Eselböck (Relais & Châteaux taubenkobel), „Falstaff-Rookie des Jahres 2015“ Walter Leidenfrost und Matthias Kroisz, der Gründer von „herd-open kitchen“, einer Gemeinschaftsküche für Start-ups, über „Herausforderungen für die Spitzen-Gastronomie und Gastro-Start-ups in Österreich.“ Durch den Abend führte Kurier-Herausgeber Helmut Brandstätter.

"Wir haben 500.000 Kunden mit 500.000 Bedürfnissen und das Ziel diese zu erfüllen. Österreich ist, was Kulinarik betrifft, einen Schritt vor den anderen Ländern. Der Trend geht eindeutig zur Frische. Der Fleischkonsum ist stabil, Fisch wächst ebenfalls, Obst und Gemüse auch. Einen richtigen Trend, z.B. einen veganen Move, sehe ich derzeit nicht. Österreich ist noch recht traditionell", so Metro Österreich-Generaldirektor Arno Wohlfahrter. Barbara Eselböck setzt zwar auf Frische, der Trend zur absoluten Regionalisierung ist ihr aber dann doch zu extrem: „Der Gedanke, nur das zu verwenden, was ich vom Nachbarn bekomme, ist mir zu nationalistisch. Wir kaufen auch in anderen Ländern ein, Kroatien und Frankreich sind hier für mich näher als Vorarlberg. Für mich sind Essen und Trinken die intimsten Äußerungen einer Kultur. In Frankreich gehört auch eine Gänsestopfleber dazu. In Marokko dafür Lammhirn. Und woanders ist Schweinefleisch undenkbar.“ „Falstaff Rookie des Jahres“, Walter Leidenfrost, lenkt ein: "Wir verbinden Österreichische Küche mit Herkunft und Region. Preislich versuchen wir, obwohl wir bei Bauern kaufen, trotzdem kostengünstig anzubieten. Wir haben eben nur drei Kellner und nicht 17.“

Möglicherweise stellt sich in Zukunft das Thema „Regionalisierung und Lieferwege“ aber überhaupt nicht. Das Schnitzel der Zukunft könnte durchaus im Labor gedruckt werden. Matthias Kroisz: „Da wird aus Genmaterial Fleisch gezüchtet. Prinzipiell sind solche Ideen spannend, insofern, weil dabei kein Tier leidet. Der Gedanke ist gewöhnungsbedürftig. Völlig decken kann das Laborfleisch unseren Konsum nicht. Das gilt auch für Insekten. Walter Leidenfrost: „So eine Kuh hat es nicht leicht. Jedem Konsumenten muss bewusst sein, dass hier ein Tier gestorben ist, daran sollte man beim Kauf von 3 Euro Fleisch im Supermarkt denken.“

Gesichtet wurden: Haubenköchin Jacqueline Pfeiffer, Procter&Gamble-Manager Maximilian Häusler, Kelly-Managing Director Markus Marek, Gault Millau-Chefredakteurin Martina Hohenlohe, Lemonaid Country-Manager Stefan Haller, Weingut Esterhazy – Geschäftsführer Stefan Tscheppe, Ankerbrot-Marketingleiter Gerd Trimmal, Wirtshausführer-Herausgeber Klaus Egele, Münze Österreich-Manager Claus Fischer, Austrian Airlines Marketer Michael Rettenegger, die Rechtsanwälte Sascha Flatz, Lukas Panytsch, Stefanie Heimel und Konstantin Köck, Gastronauten-Geschäftsführer Matthias Liptay, Wien Nord-Werberin Stella Biehal und Echonet-Geschäftsführer Roland Vidmar.

www.metro.at

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