re:think media am 8. Oktober
Wiener Medienevent stellt die Vertrauensfrage

| Janet Teplik 
| 27.09.2026

Junge Medienschaffende treffen im MuseumsQuartier auf erfahrene Branchenvertreter:innen. Das Programm verbindet Fragen zur Glaubwürdigkeit journalistischer Inhalte mit Debatten über den Einstieg in eine Branche im Wandel.

Am 8. Oktober 2026 lädt die Mediengruppe Wiener Zeitung zum vierten Mal zur re:think media ins Wiener MuseumsQuartier. Im vergangenen Jahr zählte die Veranstaltung mehr als 600 Teilnehmer:innen (LEADERSNET berichtete). Im Zentrum des diesjährigen Branchentreffs steht die Frage nach dem Vertrauen in die Berichterstattung und den notwendigen Maßnahmen der Medien, um dieses zu sichern. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich den Zukunftsaussichten und Karriereperspektiven für junge Menschen in der Medienwelt. 

Was macht Journalismus glaubwürdig?

Unter dem Motto "Wem wird hier noch vertraut?" kommen junge Medienschaffende mit Journalist:innen, Medienexpert:innen und Content Creator:innen zusammen. Auf drei Bühnen erwartet die Teilnehmer:innen Diskussionen, Gespräche und Vorträge – ergänzt durch Workshops. Der Schwerpunkt reicht von der Beziehung zum Publikum über den Umgang mit Interviewpartner:innen bis zu Arbeitsbedingungen und beruflichen Chancen. 

Zum Auftakt will eine Diskussionsrunde Aussagen von Menschen auf der Straße mit Einschätzungen von Medienschaffenden vergleichen. Dabei soll es um die Frage gehen, welchen Nachrichtenmedien, Plattformen und Personen das Publikum vertraut – und wodurch Inhalte glaubwürdig werden. Mit dabei sind Aleksandra Tulej, die stellvertretende Chefredakteurin der Wiener Zeitung, der freie Journalist Dennis Miskic und Gisela Reiter von der FHWien der WKW. Moderiert wird die Runde von Vivien Heinrich. 

Vertrauen braucht mehr als eine gute Nachricht

Mehrere Programmpunkte widmen sich der Frage, wie Journalismus sein Publikum erreicht. Vertreter:innen von Redaktionen aus verschiedenen europäischen Ländern sprechen über Zusammenarbeit gegen Desinformation – darunter Valentine Engel von Dossier und Dominika Sitnicka von OKO.press. Ein weiteres Gespräch vergleicht journalistische Arbeitsbedingungen und Fragen der Pressefreiheit in Gambia, der Slowakei und Serbien. Später geht es um interaktive Ansätze, mit denen Menschen Manipulationsversuche besser erkennen sollen.

Auch das Verhältnis zu Zielgruppen steht zur Debatte. Katharina Hahn vom Kontext Club spricht darüber, wie Redaktionen junge Nutzer:innen stärker in die Entwicklung journalistischer Angebote einbeziehen können. Ein Panel fragt, wie journalistische Communitys entstehen und Zugehörigkeit vermitteln. Auf der Social Media Stage geht es wiederum darum, wann persönliche Profile von Journalist:innen Vertrauen stärken und wo Fragen nach ihrer Unabhängigkeit beginnen. Fabian Grischkat gibt Einblicke in die Aufbereitung politischer Themen für TikTok und Instagram.

Verantwortung gegenüber Quellen und Beteiligten

Vertrauen betrifft ebenso die Menschen, über die berichtet wird. Ein Workshop mit Sandra Gloning behandelt den Umgang mit Interviewpartner:innen, die persönliche oder belastende Erfahrungen teilen. Mette Marit Olsson und Magdalena Stefely sprechen über Recherche, Zusammenarbeit und Schutzmaßnahmen bei der Produktion einer YouTube-Dokumentation. Bei einem weiteren Panel berichten unter anderem Frederik Obermaier und Michael Nikbakhsh über Kooperationen bei investigativen Recherchen. Ein Workshop gibt darüber hinaus Einblick in die Arbeit mit verdeckten Recherchen. 

Das Programm greift auch Verantwortung innerhalb der Medienbranche auf. Ein Gespräch befasst sich mit Machtmissbrauch und dem Umgang mit Betroffenen. Anja Rützel, Sophie Imelmann und weitere Gäste diskutieren, welche Verantwortung Reality-TV-Produktionen für das Gezeigte tragen. Ein anderes Panel fragt zudem, wie fehlende Sichtbarkeit und der erschwerte Zugang zu Netzwerken die beruflichen Chancen von Medienschaffenden beeinflussen.

Wer bekommt eine Chance – und wer finanziert die Arbeit?

Für junge Medienschaffende bietet re:think media Gespräche über Berufseinstieg, Arbeitsalltag und berufliches Selbstvertrauen. David Schöne von funk diskutiert über Wege in die Branche. Antonia Rauth vom Standard spricht in einem Live-Podcast über ihren Werdegang. Workshops behandeln zusätzlich unter anderem kritisches Denken auf Social Media, Wissenschaftsjournalismus, die Sichtbarkeit journalistischer Arbeit und Moderation.

Daneben richtet sich der Blick auf die Formen und wirtschaftlichen Grundlagen des Journalismus. Ein Gespräch über das Projekt "Mietmarkt" zeigt, wie Recherche zum Wiener Wohnungsmarkt zum Ausgangspunkt eines Theaterstücks wird. Weitere Beiträge widmen sich journalistischer Illustration, der Entwicklung neuer Formate und den Veränderungen am Werbemarkt, von dem die Finanzierung unabhängiger Medien abhängt. Auch Nachhaltigkeitskommunikation steht auf dem Programm.

Weitere Informationen zum Programm der re:think media finden Sie hier.

www.rethinkmedia.at

www.mediengruppewienerzeitung.at

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