"Bigfoot Calling Contest"
Achtjähriger gewinnt kuriosen Wettbewerb im Bigfoot-Rufen

| Larissa Bilovits 
| 31.08.2026

Beim "Bigfoot Calling Contest" überzeugte Everett Wood vergangenes Wochenende die Jury mit seinem Versuch, das Fabelwesen durch möglichst authentisches Gebrüll aus dem Wald zu locken.

Seit Jahrzehnten gehört Bigfoot zu den bekanntesten Wesen, deren Existenz bis heute weder bewiesen noch endgültig widerlegt werden konnte. Beschrieben wird der auch als "Sasquatch" bekannte Waldbewohner meist als übergroße, stark behaarte und ausgesprochen kamerascheue Mischung aus Mensch und Affe. Die berühmteste vermeintliche Aufnahme entstand 1967 in Kalifornien und dauert gerade einmal knapp eine Minute. Für einen wissenschaftlichen Nachweis reichte sie nicht, für unzählige Filme, Bücher, Fanartikel und angebliche Sichtungen hingegen schon.

Besonders ausgeprägt ist der Bigfoot-Hype bis heute im US-Bundesstaat North Carolina. Die Kleinstadt Marion etwa verlieh dem Fabelwesen 2019 sogar symbolisch den Titel "offizielles Tier der Stadt" und veranstaltet zu dessen Ehren sogar regelmäßig ein eigenes Fest. So drehte sich auch bei der heurigen Ausgabe des WNC Bigfoot Festivals am vergangenen Samstag, dem 29. August, wieder alles um vermeintliche Begegnungen, rätselhafte Spuren und die Frage, wie sich ein Sasquatch am wirkungsvollsten aus dem Wald locken lässt. Die überzeugendste Antwort darauf lieferte in diesem Jahr offenbar ein Achtjähriger.

Vom Fabelwesen zum Tourismusmagneten

Das WNC Bigfoot Festival wurde erstmals 2018 veranstaltet und hat sich seither zu einem beachtlichen Publikumsmagneten entwickelt. Laut einer Reportage von The Bitter Southerner kamen bei einer früheren Ausgabe zwischen 20.000 und 30.000 Besucher:innen nach Marion. Mehr als 185 Verkaufsstände boten damals alles an, was das Herz überzeugter Sasquatch-Fans begehrt.

Und auch bei der heurigen, bereits vierten Ausgabe des Festivals verwandelte sich die Innenstadt von Marion für einen Tag in eine Bigfoot-Hochburg. Die kostenlose Veranstaltung erstreckte sich über mehrere Häuserblocks und umfasste einen eigenen Fünf-Kilometer-Lauf, Live-Musik, Foodtrucks und zahlreiche Verkaufsstände mit Seifen, Schlüsselanhängern, T-Shirts und anderen Produkten rund um den haarigen Waldbewohner. Kostümierte Bigfoots standen für gemeinsame Fotos bereit, während selbst ernannte Expert:innen über angebliche Sichtungen, verdächtige Aufnahmen und vermeintliche Beweisstücke diskutierten. Der offizielle Leitspruch der Veranstaltung fiel entsprechend selbstbewusst aus: "Come a skeptic. Leave a believer." (zu Deutsch: "Kommen Sie als Skeptiker. Gehen Sie als Überzeugter.").

Hinter dem skurrilen Spektakel steht durchaus handfestes Tourismusmarketing. Der Veranstaltungsort Marion ist eine ehemalige Industrie- und Produktionsstadt, deren Zentrum in den vergangenen Jahren durch Geschäfte, Gastronomie und kleinere Brauereien wiederbelebt wurde. Bigfoot liefert der Stadt dabei ein weithin sichtbares Alleinstellungsmerkmal und lockt Gäste aus anderen Teilen der USA in die Region.

Achtjähriger überzeugte mit seinem Bigfoot-Ruf

Zu den beliebtesten Programmpunkten gehört traditionell der sogenannten "Bigfoot Calling Contest". Dabei treten die Teilnehmer:innen nacheinander vor das Mikrofon und versuchen mit möglichst eindrucksvollen Schreien, Heul- und Grunzlauten einen Sasquatch aus den umliegenden Wäldern anzulocken. Bewertet wird allerdings nicht, ob tatsächlich einer erscheint, sondern wie "überzeugend" der jeweilige Ruf klingt.

Den diesjährigen Bewerb entschied laut dem regionalen Fernsehsender WLOS der erst achtjährige Everett Wood für sich. Seine Mutter Emily Wood übermittelte dem Sender ein Video des Auftritts, das zeigt, wie Everett vor Publikum sein bestes Sasquatch-Gebrüll zum Besten gibt:

Ob sich Bigfoot davon tatsächlich angesprochen fühlte, bleibt zweifelhaft. Den Wettbewerb und die touristische Wirkung des Festivals dürfte das kaum beeinträchtigt haben – schließlich lebt das Bigfoot-Phänomen seit Jahrzehnten gerade davon, dass sein Star zuverlässig verborgen bleibt.

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