Die Raiffeisen Bank International (RBI) spendet 360.000 Euro an den Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF). Da die Stadt Wien private Zuwendungen an den Fonds im Rahmen eines Matching-Funds-Modells verdoppelt, stehen damit insgesamt 720.000 Euro für Wiener Forschungsprojekte zur Verfügung.
Welche konkreten Vorhaben mit der aktuellen Spende finanziert werden, steht noch nicht fest. Nach Angaben des WWTF fließen die Mittel in Projekte, die im Zuge der Ausschreibungen des Jahres 2026 ausgewählt werden.
Zweite Zuwendung der RBI an den WWTF
Es ist bereits die zweite finanzielle Unterstützung der RBI für den Forschungsfonds. Die erste Zuwendung kam den "Vienna Research Group für Young Investigators" zugute. Mit diesem Programm unterstützt der WWTF Wiener Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen dabei, Nachwuchswissenschaftler:innen aus dem Ausland nach Wien zu holen.
WWTF verweist auf Bedarf an Drittmitteln
WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer sieht zusätzliche Finanzierungsquellen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen als zunehmend wichtig an. Zugleich verweist er auf Unterschiede zwischen den nationalen Fördersystemen. "Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind zunehmend auf Drittmittel angewiesen. In Österreich ist im Vergleich schlicht und einfach zu wenig Geld da. Schweizer, deutsche und niederländische Forscher:innen haben Zugang zu wesentlich mehr Forschungsgeld", erklärt Stampfer.
Private Spenden werden von der Stadt verdoppelt
Das Matching-Funds-Modell soll Anreize für private Geldgeber:innen schaffen. Jeder an den WWTF gespendete Euro wird nach Angaben des Fonds durch die Stadt Wien verdoppelt. Der Mechanismus gilt nicht nur für Unternehmensspenden, sondern grundsätzlich für private Zuwendungen. Private Wissenschaftsförderung ist in Österreich die Ausnahme. Hier liegt unser Land deutlich unter dem EU-Schnitt. Umso wichtiger sei die Weitsicht von Partnern wie der RBI und deren philanthropisches Engagement für die Wissenschaft. Denn wer akademische und universitäre Forschung unterstützt, tue das nicht für den schnellen Effekt, sondern für die langfristige Stärkung des Standorts.
Stampfer versteht diese Form der Förderung als langfristige Investition in wissenschaftliche Strukturen: "Die Aufgabe des WWTF als kleiner, lokal verankerter Wissenschaftsförderer ist nicht der nächste prominente Exit, sondern den Humus herzustellen, auf dem die Früchte von morgen wachsen."
Johann Strobl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der RBI, bezeichnet die Unterstützung als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens. "Als verantwortungsbewusstes Unternehmen sehen wir es als unsere Pflicht, exzellente Forschung zu fördern", sagt Strobl. "Der WWTF überzeugt uns durch seine strenge Auswahl und die gezielte Förderung interdisziplinärer Projekte mit hohem gesellschaftlichem Mehrwert."
Auch WWTF-Präsident Michael Häupl hebt die Bedeutung privater Zuwendungen hervor: "Als erheblich privat finanzierter Wissenschaftsförderungsfonds sehen wir es als großes Privileg, philanthropisches Geld von Unternehmen einsetzen zu dürfen. Jeder Euro, der von privaten Spendern an den WWTF geht, wird von der Stadt Wien verdoppelt. Das ist nicht selbstverständlich, aber gut und richtig, weil es der Wissenschaft und damit uns allen zugutekommt."
WWTF fördert Forschung seit 2003
Der WWTF besteht seit 2003 und finanziert Forschungsprojekte an Wiener Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen. Der Fonds bezeichnet sich selbst als größten privat-gemeinnützigen Forschungsförderer Österreichs. Nach eigenen Angaben investierte er seit seiner Gründung insgesamt knapp 300 Millionen Euro in die Wiener Wissenschaft. Jährlich stehen demnach mehr als 20 Millionen Euro für Projektförderungen zur Verfügung, ein großer Teil davon für interdisziplinäre Vorhaben.
Finanziert wird der WWTF unter anderem durch die AVZ Privatstiftung, Mittel der Stadt Wien und private Spenden. Die Vergabe der Projektförderungen erfolgt laut Fonds über wettbewerbliche Ausschreibungen und Begutachtungsverfahren.
www.rbinternational.com
www.wwtf.at
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