Alternative zum klassischen Bankkredit
Millionenanleihe soll Österreichs Hotels neuen Spielraum verschaffen

| Larissa Bilovits 
| 22.07.2026

Die heimische Hotellerie steht vor hohen Investitionen in Modernisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ein alternatives Finanzierungsmodell soll dafür zusätzliches privates Kapital mobilisieren.

Der Investitionsbedarf in der österreichischen Hotellerie wächst. Neben der Modernisierung von Zimmern und Gästebereichen stehen zahlreiche Betriebe vor der Aufgabe, ihre Energieversorgung effizienter zu gestalten, digitale Prozesse auszubauen und neue Nachhaltigkeitsstandards zu erfüllen. Weil sich solche Vorhaben nicht immer ausschließlich über klassische Bankkredite finanzieren lassen, gewinnen alternative Modelle zunehmend an Bedeutung. Einen solchen Ansatz verfolgt we-are.travel Invest, das jüngst eine Anleihe im Volumen von mehr als einer Million Euro platzieren konnte.

Kapital fließt in mehrere Hotelprojekte

Das eingesammelte Geld ist nicht für einen einzelnen Betrieb vorgesehen, sondern wird auf ein Portfolio ausgewählter Hotels verteilt. Dadurch sollen verschiedene touristische Projekte finanziert und das Investitionsrisiko breiter gestreut werden. Das Modell verbindet privates Kapital mit Investitionen in die Weiterentwicklung der Hotellerie und soll den teilnehmenden Betrieben zusätzlichen finanziellen Spielraum verschaffen.

Nach Ansicht der Initiatoren könnten derartige Lösungen vor allem dort an Bedeutung gewinnen, wo hohe Investitionssummen auf zunehmend restriktive Finanzierungsbedingungen treffen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Digitalisierung, Energieeffizienz und Aufenthaltsqualität.

"Die Zukunft des Tourismus wird nicht allein durch neue Hotelkonzepte entschieden, sondern auch durch neue Wege der Finanzierung. Unser Anspruch ist es, Kapital dort einzusetzen, wo Innovation entsteht. Gleichzeitig möchten wir Investor:innen einen direkten Bezug zu den Projekten ermöglichen. Damit schaffen wir einen Mehrwert für beide Seiten", so Andreas Schabel und Gerhard Sperrer, Geschäftsführer von we-are.travel.

Das Angebot richtet sich zugleich an Anleger, die ihre Investition mit touristischen Erlebnissen verbinden möchten. Sie sollen nicht nur finanziell an den ausgewählten Projekten beteiligt sein, sondern die Entwicklung der jeweiligen Häuser auch als Gäste erleben können. Damit reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Veränderungen im Premiumsegment, in dem individuelle Angebote, hohe Qualitätsstandards und nachvollziehbare Nachhaltigkeitskonzepte an Bedeutung gewinnen.

Zusätzlicher Spielraum für alpine Betriebe

Gerade im alpinen Raum stehen viele Hotels vor der Herausforderung, umfangreiche Modernisierungen umzusetzen und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit zu bewahren. Alternative Kapitalquellen könnten bestehende Bankfinanzierungen ergänzen und Investitionen ermöglichen, die andernfalls aufgeschoben werden müssten.

"Innovation bedeutet heute, unterschiedliche Welten miteinander zu verbinden. Mit unserem Modell schaffen wir eine neue Schnittstelle zwischen Kapitalmarkt und Tourismus und eröffnen Hotels zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, ohne ihre unternehmerische Eigenständigkeit einzuschränken. Gerade für den alpinen Tourismus in Österreich kann das ein wichtiger Impuls sein, um langfristig international wettbewerbsfähig zu bleiben und notwendige Zukunftsinvestitionen zu realisieren", erklärt Gregor Hoch, Geschäftsführer von we-are.travel Invest, abschließend.

www.invest.we-are.travel

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