E-Commerce & Politik
Paketsteuer könnte Österreich bis zu 300 Millionen Euro kosten

Die Kritik an der geplanten Paketsteuer wird schärfer. Eine neue Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung warnt vor massiven volkswirtschaftlichen Folgen. Laut Handelsverband drohen Jobverluste, sinkende Steuereinnahmen und zusätzlicher Inflationsdruck.

Mit dem Ende der parlamentarischen Begutachtungsfrist zur geplanten Paketabgabe verschärft sich die Debatte rund um die neue Steuer. Für zusätzlichen Zündstoff sorgt nun ein aktuelles Gutachten der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) in Innsbruck. Die Studie zeichnet ein deutlich negatives Bild der wirtschaftlichen Folgen. Demnach könnte die Paketsteuer die österreichische Wirtschaftsleistung jährlich um bis zu 300 Millionen Euro reduzieren. Gleichzeitig drohe der Verlust von rund 2.400 Arbeitsplätzen. Auch die Bruttowertschöpfung würde laut Berechnungen um bis zu 238 Millionen Euro pro Jahr sinken.

500 Arbeitsplätze bedroht?

"Die volkswirtschaftlichen Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den erwarteten Mehreinnahmen des Staates", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Besonders betroffen wäre laut Studie der Handel selbst. Hier rechnen die Studienautor:innen mit einem Rückgang der Bruttowertschöpfung von rund 46 Millionen Euro sowie dem Verlust von etwa 500 Vollzeitstellen. Zusätzlich drohen Einkommenseinbußen der Beschäftigten von rund 29 Millionen Euro jährlich.

Die Auswirkungen würden sich laut GAW allerdings keineswegs nur auf große Konzerne beschränken. Auch EPUs sowie kleine und mittlere Unternehmen wären massiv betroffen. Allein Kleinst- und Kleinbetriebe könnten laut Berechnungen rund 106 Millionen Euro an Wertschöpfung verlieren.

Kritik auch vom Rechnungshof

Zusätzliche Brisanz erhält die Diskussion durch Kritik des Rechnungshofs. Dieser warnt laut Handelsverband vor wachsender Bürokratie, neuen Meldepflichten und zusätzlichem Inflationsdruck. "Die Paketsteuer ist ein 2-Euro-Österreich-Aufschlag im Onlinehandel", sagt Otto Austria-Geschäftsführer Harald Gutschi. "Sie belastet den Wirtschaftsstandort, verhindert Innovation und erzeugt zusätzliche Bürokratie." Gleichzeitig würden die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette weitergegeben werden. Am Ende müssten vor allem Konsument:innen und heimische Unternehmen die Rechnung bezahlen.

Besonders kritisch sieht die Branche auch die fiskalische Gesamtwirkung. Laut Studie würden durch sinkende Konsumausgaben und geringere Wirtschaftsleistung gleichzeitig öffentliche Einnahmen in Höhe von rund 138 Millionen Euro verloren gehen. Darunter befinden sich unter anderem geringere Umsatzsteuereinnahmen sowie niedrigere Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuereinnahmen.

www.handelsverband.at

www.gaw.institute

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