„Ich bin der Prophet des Weines“

Leo Hillinger im Interview über sein Weinwelt-Projekt in Jois und das neue Fernsehformat „Österreichs nächster Top-Winzer“.

Top-Winzer Leo Hillinger arbeitet an einer neuen Fernsehshow, die nicht so wie „Germanys Next Top Model“ sein soll. Was genau dahinter steckt verrät er im Interview mit leadersnet – und auch wie seine „Weinwelt“ in Jois aussehen wird und ob er weitere Weinshops in Deutschland eröffnen wird.

leadersnet: Sie sind gerade mit Dreharbeiten bei Puls 4 beschäftigt – aber nicht mit „2 Minuten 2 Millionen“. Es kommt etwas Neues. Können Sie darüber schon etwas verraten? 

Hillinger: Es geht um einen Traum, den ich schon seit sechs Jahren habe. Ich habe ein Projekt, das sich Flat Lake nennt. Dabei geht es um die Förderung junger Winzer und dazu kommt – wahrscheinlich im November – eine Show, die sich „Österreichs nächster Top-Winzer“ nennt. Es soll aber nicht so etwas wie „Germanys Next Top Model“ sein, wo es um irgendwelche Dramen geht. Ich möchte zeigen, wie junge Winzer leben, was sie machen und was sie können müssen. Der Zuschauer soll erfahren, wie Wein überhaupt gemacht wird, wie viel Arbeit dahinter steckt und wie die jungen Winzer momentan leben. Die Sendung soll zeigen, dass das keine Deppen sind, sondern junge Unternehmer, die ein Hirn haben und gute Weine machen. Wir wollen den Leuten den Respekt vor dem Berufsstand näher bringen. Es gibt 1.000 Kochshows, aber keine einzige Weinshow. Auf diese Weise kann der Zuschauer hautnah und einfach das Produkt Wein kennenlernen. Das ist das Wichtigste. 

leadersnet: Es geht also nicht darum, Leo Hillinger in den Vordergrund zu rücken … 

Hillinger: Ganz genau, ich möchte auch andere Winzer zeigen. Mir geht es ja im Prinzip ganz gut. Ich bin der Prophet für das Produkt Wein. Deshalb möchte ich jungen Winzern eine Plattform geben, sich zu präsentieren. 

leadersnet: Es gibt Gerüchte, dass Sie einen jahrelangen Traum umsetzten möchten, eine sogenannte Weinwelt. Wie weit sind die Planungen dafür fortgeschritten und was schwebt Ihnen da konkret im Kopf herum?

Hillinger: Das Projekt ist in der Planungsphase. Ich möchte eine „gläserne“ Weinwelt für den Endkonsumenten kreieren. Die Idee dahinter ist, dass er hinter die Kulissen eines Weingutes schauen kann und Einblick in alle Arbeitsschritte bekommt, um diese auch zu verstehen. Diese Idee trage ich schon jahrelang mit mir herum und jetzt wird sie in Jois umgesetzt.

leadersnet: Soll das eine Art Familienausflugsziel werden? 

Hillinger: Richtig. Wir möchten, dass die Erwachsenen sich mit dem Thema Wein auseinandersetzen können, während die Kinder anderweitig beschäftig sind. Wir wollen den Kleinen natürlich auch anhand eines Traubensafts erklären, was da alles dahintersteckt. 

leadersnet: Wird es dann auch Übernachtungsmöglichkeiten in Jois geben?

Hillinger: Ja, es ist ein Hotelprojekt geplant, das wir relativ schnell umsetzen werden. Ich weiß, dass das mit den Übernachtungsmöglichkeiten in Jois derzeit noch ein großes Problem ist. Aber wir arbeiten sehr intensiv daran, das zu lösen. Das können Sie mir glauben.

leadersnet: Im Dezember haben Sie Ihren Weinshop & Bar in München eröffnet. Wie läuft es dort bisher?

Hillinger: Es läuft extrem gut. Ich denke München wird auf lange Sicht unser bester Laden werden. 

leadersnet: Heißt das, dass es Expansionspläne für Deutschland gibt? 

Hillinger: Nein, das sind jetzt meine letzten Lokale, die ich mache. Wir könnten uns vorstellen, dass wir Franchisepartner haben. Aber selber machen werde ich nichts. Ich wüsste nicht, wie ich das arbeitstechnisch noch unter einen Hut kriegen sollte.

www.leo-hillinger.com

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