Millionenpleite in Wien
Doppelinsolvenz bei bekannter Personalberatungsgruppe

| Tobias Seifried 
| 08.11.2026

Die Holding und eine Tochtergesellschaft des Wiener Unternehmens haben Konkursanträge gestellt. Insgesamt sind mehr als 50 Beschäftigte betroffen; die Passiva belaufen sich auf über sieben Millionen Euro.

Bei der Iventa-Gruppe sind zwei Gesellschaften insolvent. Sowohl die Iventa Group Holding GmbH als auch deren Tochtergesellschaft Iventa Austria Personalwerbung GmbH haben beim Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt. Das Insolvenzgericht hat über die Anträge noch nicht entschieden.

Den beim Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) vorliegenden Unterlagen zufolge belaufen sich die Verbindlichkeiten beider Gesellschaften auf insgesamt rund 7,28 Millionen Euro. In den beiden Anträgen werden zusammen 144 Gläubigerpositionen genannt. Insgesamt sind 51 Dienstnehmer:innen beschäftigt.

Holding mit 3,27 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Die 1991 gegründete Holding fungiert innerhalb der Gruppe als zentrale Servicegesellschaft. Sie erbringt unter anderem interne Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Personalwesen, Einkauf, Büroorganisation, Business Development, Marketing und IT-Support.

Von der Insolvenz der Holding seien 60 Gläubiger:innen mit Forderungen von insgesamt rund 3,27 Millionen Euro betroffen. Das Unternehmen beschäftigt 20 Mitarbeiter:innen und verfügt den Angaben zufolge über kein Liegenschaftsvermögen.

Als Ursache nennt das Unternehmen die seit mehreren Jahren schwierige Marktsituation in der DACH-Region. Die rückläufige Nachfrage nach Recruiting-Lösungen habe zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt. Zudem hätten reduzierte Margen die wirtschaftliche Lage weiter verschärft.

Auch Tochtergesellschaft beantragt Konkurs

Die 1999 gegründete Iventa Austria Personalwerbung unterstützt Unternehmen unter anderem bei der Schaltung von Stellenanzeigen, der Auswahl geeigneter Recruiting-Kanäle und dem Mediaeinkauf. Darüber hinaus bietet sie technische Lösungen zur Automatisierung von Recruitingprozessen an.

Bei der Tochtergesellschaft werden die Verbindlichkeiten mit rund 4,01 Millionen Euro beziffert. Betroffen seien 84 Gläubiger:innen und 31 Beschäftigte. Auch diese Gesellschaft verfügt laut den Unterlagen über kein Liegenschaftsvermögen. Als Geschäftsführer:innen fungieren Martin Mayer und Annemarie Kriegs-Au.

Auch hier führt die Antragstellerin die finanzielle Schieflage auf die schwierige Marktsituation, die rückläufige Nachfrage nach Recruiting-Lösungen und geringere Margen zurück.

Fortführung vorerst geplant

Laut AKV strebt die Holding eine Fortführung an. Die dafür benötigte Liquidität soll laut eigenen Angaben vorhanden sein. Die Tochtergesellschaft soll nach einer möglichen Eröffnung des Konkursverfahrens zunächst vier bis sechs Wochen weitergeführt werden.

Ein Sanierungsantrag wurde bislang bei keiner der beiden Gesellschaften eingebracht. Ob eine Sanierung angestrebt wird, soll sich im weiteren Verlauf der Verfahren klären. Auch die konkreten Vermögensverhältnisse müssen dem Kreditorenverband zufolge noch geprüft werden.

www.akv.at

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