KI-Interviewerin im Erstgespräch
easystaff setzt bei Bewerbungsgesprächen auf "Lizzy"

| Redaktion 
| 05.11.2026

Nach sechsmonatiger Testphase setzt der österreichische Personaldienstleister auf KI im Recruiting. Bewerber:innen können ihre Erstgespräche künftig jederzeit und ohne Terminvereinbarung absolvieren. Die endgültigen Entscheidungen bleiben weiterhin in menschlicher Hand.

Der österreichische Personaldienstleister easystaff erweitert seinen Recruitingprozess um eine KI-basierte Interviewlösung. Nach einer sechsmonatigen Testphase wird die digitale Gesprächspartnerin "Lizzy" nun regulär eingesetzt. Bewerber:innen können damit ihre Erstgespräche jederzeit und ohne vorherige Terminvereinbarung führen. Die Verantwortung für die weitere Aufnahme in den Bewerberpool sowie die Zuteilung von Jobqualifikationen verbleibt beim Recruitingteam.

Einheitlicher Gesprächsablauf durch KI-Unterstützung

Die digitale Interviewerin orientiert sich an jenem Leitfaden, den auch die Personalverantwortlichen des Unternehmens verwenden. Im Gespräch werden unter anderem berufliche Vorerfahrungen, individuelle Interessen, gewünschte Tätigkeitsbereiche und zeitliche Verfügbarkeiten erfasst. Darüber hinaus kann Lizzy Auskünfte über easystaff, offene Beschäftigungsmöglichkeiten und organisatorische Fragen geben.

Die gesammelten Informationen dienen den Recruiter:innen als Grundlage für die weitere Beurteilung. Ob Bewerber:innen für die unternehmenseigene Jobplattform freigeschaltet werden und welche Qualifikationen ihnen zugeordnet werden, entscheiden weiterhin ausschließlich die zuständigen Mitarbeiter:innen.

"Wir setzen KI nicht ein, um Menschen zu ersetzen, sondern um ihnen das Leben einfacher zu machen. Unsere Bewerber:innen sollen nicht auf uns warten müssen – wir wollen dann für sie da sein, wenn sie Zeit und Lust haben", sagt Thomas Huber, CEO von easystaff und verantwortlich für technische Innovationen.

Sechsmonatige Erprobung liefert positives Feedback

Bevor das neue System in den regulären Betrieb überging, wurde es über einen Zeitraum von sechs Monaten unter realen Bedingungen getestet. Bereits während dieser Phase konnten Bewerber:innen ihre ersten Gespräche mit der KI führen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen wurden dokumentiert, ausgewertet und für Anpassungen der Technologie herangezogen.

Nach Angaben des Unternehmens sei die Resonanz auf das digitale Gesprächsformat besser ausgefallen als ursprünglich erwartet. Insbesondere die Bereitschaft der Bewerber:innen, ein Interview mit einer künstlichen Intelligenz zu führen, habe die Verantwortlichen positiv überrascht.

"Wir waren selbst überrascht, wie offen unsere Bewerber:innen gegenüber KI-Interviews sind. Die sechsmonatige Testphase hat uns gezeigt: Wenn Technologie einen echten Mehrwert bietet, wird sie auch angenommen. Und genau darum geht es uns bei Innovation", so Huber.

Persönliche Bewerbungsgespräche bleiben möglich

Ein weiterer Aspekt des neuen Verfahrens ist die Vereinheitlichung der Erstgespräche. Da die KI einem festgelegten Fragenkatalog folgt, werden die relevanten Informationen bei allen Bewerber:innen nach denselben Vorgaben erhoben. Auch Faktoren wie die Tageszeit oder die aktuelle Arbeitsbelastung der Recruitingmitarbeiter:innen beeinflussen den Ablauf eines KI-Interviews nicht.

Die eigentliche Bewertung der Bewerbungen bleibt jedoch eine menschliche Aufgabe. easystaff verbindet damit die automatisierte Erfassung von Bewerberinformationen mit der Erfahrung seiner Personalverantwortlichen.

Wer den direkten Austausch bevorzugt, kann auch künftig einen Termin für ein herkömmliches Bewerbungsgespräch vereinbaren. Das KI-Angebot ergänzt somit die bestehende Möglichkeit eines persönlichen Interviews, anstatt diese vollständig abzulösen.

Digitalisierung weiterer Personalprozesse

Die Einführung von Lizzy fügt sich in die bereits bestehende digitale Infrastruktur des Personaldienstleisters ein. Nach Unternehmensangaben werden wesentliche Abläufe wie Bewerbungen, Personal- und Einsatzplanung, Arbeitszeiterfassung sowie Abrechnungen schon jetzt über eine eigene Plattform organisiert.

Mit der automatisierten Durchführung von Erstinterviews möchte easystaff seine Recruitingabläufe weiter flexibilisieren und die Erreichbarkeit für Bewerber:innen verbessern. Gleichzeitig sollen die Mitarbeiter:innen von wiederkehrenden Aufgaben entlastet werden.

Huber sieht die weitere Entwicklung vor allem im Zusammenspiel von technologischen Möglichkeiten und menschlicher Expertise: "Die Zukunft gehört nicht der KI allein, sondern der intelligenten Zusammenarbeit von Mensch und Technologie. KI übernimmt Routineaufgaben, unsere Mitarbeiter:innen konzentrieren sich auf das, was wirklich zählt: Menschen", betont der CEO.

www.easystaff.at

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