Sanierungsverfahren eröffnet
Maschinenbauer legt Millionenpleite hin

| Tobias Seifried 
| 26.10.2026

Der auf Schlosserei, Dreherei, Schleiferei und industrielle Lohnarbeiten spezialisierte Traditionsbetrieb schlitterte nach massiven Kundenausfällen in die Zahlungsunfähigkeit.

Die angespannte Lage in der heimischen Industrie setzt nun einen oberösterreichischen Fertigungsbetrieb unter Druck: Über das Vermögen der in Mondsee ansässigen Karl Berger CNC-Maschinenbau GmbH wurde am Landesgericht Wels auf Eigenantrag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Wie der KSV1870 vermeldet, schlitterte der auf Schlosserei, Dreherei, Schleiferei und industrielle Lohnarbeiten spezialisierte Betrieb nach massiven Kundenausfällen in die Zahlungsunfähigkeit. Von dem gerichtlichen Schritt sind 33 Dienstnehmer:innen sowie rund 83 Gläubiger:innen betroffen.

Produktionsverlagerung der Kunden und veraltete Anlagen als Auslöser

Das von Alleingesellschafter und Geschäftsführer Karl Werner Berger geleitete Traditionsunternehmen sei durch eine Kombination aus Marktveränderungen und Investitionsbedarf in Schräglage geraten. Mehrere Schlüsselkunden bauten den Angaben zufolge in den vergangenen Perioden eigene Kapazitäten im In- und Ausland auf oder verlagerten Fertigungsschritte gänzlich, wodurch wesentliche Aufträge wegbrachen. Erforderliche Preisanpassungen zur Deckung der gestiegenen Betriebskosten hätten am Markt nicht durchgesetzt werden können.

Zusätzlich habe sich die Produktivität des bestehenden Maschinenparks altersbedingt verschlechtert, was umfangreiche Neuinvestitionen erfordert hätte. Außergerichtliche Restrukturierungsversuche im Vorfeld brachten nicht den erhofften Befreiungsschlag.

2,25 Millionen Euro Passiva – 30 Prozent Quote angeboten

Die ausstehenden Verbindlichkeiten belaufen sich laut Insolvenzantrag auf rund 2,253 Millionen Euro. Dem stehen Aktiva von geschätzten 1,505 Millionen Euro gegenüber. Das Management strebt die Fortführung des Unternehmens an. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent, zahlbar innerhalb von 24 Monaten ab Annahme, vorgelegt. 

Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Andreas Meissner bestellt. Gläubigerforderungen können bis zum 3. Dezember 2026 angemeldet werden; die Sanierungsplantagsatzung ist für den 27. Jänner 2027 anberaumt. "Der eingesetzte Insolvenzverwalter wird prüfen, ob und in welchem Umfang eine Fortführung des Unternehmens möglich ist", erläutert Petra Wögerbauer vom KSV1870 Linz.

www.ksv.at

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