Was zeichnet einen wirklich großartigen Arbeitsplatz aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich Great Place To Work seit vielen Jahren und holt dazu jährlich das Feedback von über 20 Millionen Beschäftigten weltweit ein. Die aktuelle Erhebung rückt die "Best Workplaces in Tech 2026" in Österreich ins Rampenlicht – und beschäftigt sich heuer vor allem mit der Frage, welche Voraussetzungen es braucht, damit Mitarbeitende neue KI-Tools auch tatsächlich einsetzen. Dafür wurde im Rahmen des "Tech-Transformationsreport 2026" (siehe Infobox) die Unternehmenskultur der Top 10 Arbeitgeber mit dem Durchschnitt der heimischen Tech-Branche verglichen.
Kontrolle ist bei den Besten die Ausnahme
Fast alle Befragten in den ausgezeichneten Betrieben, nämlich 93 Prozent, haben das Gefühl, dass ihre Vorgesetzten ihnen gute Arbeit zutrauen und sie nicht auf Schritt und Tritt überwachen. Im Branchenschnitt teilen nur knapp zwei Drittel (65 %) diese Erfahrung. Mit 28 Prozentpunkten ist das der größte Unterschied, den die Studie zwischen den beiden Gruppen feststellte.
Bei Weiterbildung und Entwicklung liegen die Top-Arbeitgeber hingegen nur knapp vorne. Von ihren Mitarbeitenden sehen 84 Prozent ausreichend Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, im Tech-Durchschnitt sind es immerhin 73 Prozent. Die Differenz von elf Prozentpunkten ist die kleinste unter allen untersuchten Bereichen.
"Investitionen in KI und Weiterbildung greifen zu kurz, wenn die kulturellen Voraussetzungen fehlen, damit Menschen KI tatsächlich nutzen", ordnet Jörg Spreitzer, Managing Partner von Great Place To Work Österreich, die Ergebnisse ein.
Mitsprache, Wandel und klare Ziele
Kaum kleiner ist der Abstand bei der Frage, ob Beschäftigte in Entscheidungen, die ihren eigenen Arbeitsbereich betreffen, eingebunden werden. In den Top-10-Unternehmen bejahen das 86 Prozent, im Tech-Durchschnitt 60 Prozent, was einem Unterschied von 26 Prozentpunkten entspricht. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Veränderungsbereitschaft, wo 89 Prozent Zustimmung in den ausgezeichneten Betrieben 67 Prozent im Branchenschnitt gegenüberstehen.
Darüber hinaus geben Führungskräfte in den besten Tech-Unternehmen spürbar mehr Orientierung. Laut Studie sind dort 87 Prozent der Mitarbeitenden überzeugt, dass ihre Vorgesetzten die Ziele der Organisation genau kennen und einen Plan haben, wie diese erreicht werden sollen. Branchenweit trifft das nur auf 66 Prozent zu.
Vertrauenskultur prägt den Umgang mit KI
Welche Rolle diese unternehmenskulturellen Unterschiede für den Einsatz Künstlicher Intelligenz spielen können, zeigt ein weiterer Vergleich, bei dem heimische Betriebe nach dem Grad ihrer Vertrauenskultur unterschieden werden. In High-Trust-Betrieben fühlen sich demnach 38 Prozent der Beschäftigten von ihren Vorgesetzten dazu ermutigt, KI zu nutzen. In Low-Trust-Betrieben sind es lediglich elf Prozent.
Ein vergleichbares Muster ergibt sich beim Wissen über die Technologie. Mehr als vier von zehn Mitarbeitenden (44 %) in vertrauensstarken Organisationen fühlen sich mit den Chancen und Risiken von KI vertraut. Wo wenig Vertrauen herrscht, gilt das nur für 14 Prozent, also etwa jede siebente Person.
Sechs Hebel für die Transformation
Aus den Ergebnissen leitet Great Place To Work sechs kulturelle Faktoren ab, die mit den Voraussetzungen für eine gelingende KI-Transformation in Zusammenhang stehen. Neben Vertrauen in die Führung und Veränderungsbereitschaft zählen dazu psychologische Sicherheit und KI-Lernfähigkeit, Beteiligung und Mitsprache, eine gelebte Lern- und Fehlerkultur sowie eine Führung, die den Blick nach vorne richtet.
Wo die eigene Organisation bei diesen Faktoren steht, lässt sich laut Report nur über regelmäßiges Feedback der Beschäftigten beantworten. Roadmaps und die Einführung neuer Tools spiegeln demnach lediglich die Absichten der Unternehmensführung wider, nicht aber, wie die Belegschaft den Wandel im Alltag erlebt. Erst aus solchen Befragungen ließen sich gezielte Ansatzpunkte für Verbesserungen ableiten.
"Für Unternehmen stellt sich nicht nur die Frage, wie viel sie in KI investieren, sondern ob ihre Organisation die Voraussetzungen geschaffen hat, damit diese Investitionen im Arbeitsalltag wirksam werden können", erläutert Spreitzer abschließend.
Die gesamte Studie finden Sie hier zum Download.
Das Ranking der "Top 10 Best Workplaces in Tech 2026" wird am 1. Oktober veröffentlicht.
www.greatplacetowork.at
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