In wenigen Tagen wird der Erste Campus in Wien zum Treffpunkt der heimischen Medien- und Kommunikationsbranche: Am 23. und 24. September gehen dort die Österreichischen Medientage zum 33. Mal über die Bühne. Das Programm verbindet Keynotes und Podiumsdiskussionen mit Masterclasses, vertiefenden Gesprächsformaten und Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.
Inhaltlich widmet sich die Veranstaltung den wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die Medienhäuser und Kommunikationsunternehmen derzeit beschäftigen. Dazu gehören der Einfluss Künstlicher Intelligenz, die Marktmacht internationaler Plattformen, neue Erlösmodelle, die Entwicklung des Bewegtbildmarkts sowie die Frage, wie Journalismus und Medienvielfalt künftig finanziert werden können.
Vier Perspektiven auf KI, Macht und Kreativität
Zu den angekündigten Keynote-Speaker:innen gehört der Medienwissenschaftler Martin Andree, der sich mit dem Zustand freier Medien und Märkte auseinandersetzt. Die Sicherheitsexpertin Ulrike Franke vom European Council on Foreign Relations beleuchtet, wie Künstliche Intelligenz und autonome Systeme bestehende Machtverhältnisse verändern.
Einen wissenschaftlichen Zugang zur KI-Debatte bringt Jie Mei, Gründungsprofessorin an der Linzer Interdisciplinary Transformation University, auf die Bühne. Im Mittelpunkt ihres Beitrags steht die Verbindung zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz. Dörte Spengler-Ahrens, Non-Executive Chairwoman bei Jung von Matt und Präsidentin des Art Directors Club of Europe, beschäftigt sich wiederum mit den Auswirkungen generativer KI auf kreative Arbeit.
Lokale Medien im Wettbewerb mit globalen Plattformen
Mehrere Diskussionsrunden widmen sich der wirtschaftlichen Position österreichischer Medienanbieter. Pia Bambuch (P7S1Puls4), Xenia Daum (Kleine Zeitung), Gerald Grünberger (VÖZ), Simon Kravagna (Mediengruppe Wiener Zeitung) und Franz Solta (Gewista/OOHA) diskutieren, ob räumliche und inhaltliche Nähe für heimische Medien zum Wettbewerbsvorteil werden kann.
Welche Märkte Medienunternehmen heute tragen und wo künftig Wachstum entstehen könnte, erörtern Stefan Ebner (Red Bull Media House), Elisabeth Frank (RTL AdAlliance), Mario Frühauf (RMS Austria), Matthias Seiringer (ORF-Enterprise), Karin Seywald-Czihak (ÖBB Werbung) und Anastasia Troyanov (Media Impact/Axel Springer).
Darüber hinaus ist ein Live-Podcast mit Standard-Chefredakteur Gerold Riedmann und Stephan Schmitter (RTL Deutschland) geplant. Das Gespräch soll sich mit Entwicklungen an der Schnittstelle von Inhalten und Handel sowie mit Geschäftsmodellen für Medienunternehmen befassen.
Bewegtbild zwischen linearem Programm und Tech-Konzernen
Auch die Neuordnung des Bewegtbildmarkts steht auf dem Programm. Marlene Beran (Servus Media), Thomas Gruber (P7S1Puls4), Andrea Malgara (Mediaplus Group), Claudia Ostermann-Schabata (RTL AdAlliance Austria) und Angelika Simma-Wallinger (ORF) sprechen darüber, wie sich Anbieter zwischen linearem Fernsehen, digitalen Plattformen und globalen Technologiekonzernen positionieren. Dabei soll es unter anderem um die Bedeutung von Inhalten, Daten und Vertriebswegen gehen. Gerade die Verlagerung der Mediennutzung auf internationale Plattformen stellt heimische Anbieter vor die Frage, wie sie Reichweite, Werbeerlöse und den direkten Zugang zu ihrem Publikum sichern können.
Ein weiteres Panel nimmt die umfassende Landesverteidigung in den Blick. Unter anderem diskutieren der Europaabgeordnete Lukas Mandl (ÖVP) und Daniel Kosak vom Bundesministerium für Landesverteidigung über notwendige Investitionen sowie die Rolle von Industrie und Wirtschaft.
Gipfelgespräch über die Zukunft des Journalismus
Zum Abschluss der Österreichischen Medientage steht die medienpolitische Debatte im Zentrum. Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler (SPÖ), VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm, VÖZ-Präsident Rainer Nowak und der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig stellen sich den Fragen von Horizont-Chefredakteur Martin Wurnitsch.
Diskutiert werden die Finanzierung des Journalismus, die Sicherung medialer Vielfalt und der regulatorische Umgang mit internationalen Plattformen. Auch die künftigen Rahmenbedingungen für den österreichischen Medienmarkt sollen zur Sprache kommen. Pig wurde im Juni 2026 vom ORF-Stiftungsrat bestellt; seine fünfjährige Funktionsperiode beginnt am 1. Jänner 2027.
Rabatt für LEADERSNET-Leser:innen
Die Österreichischen Medientage finden am Mittwoch, dem 23., und Donnerstag, dem 24. September 2026 am Erste Campus, Am Belvedere 1, in Wien statt. Neben dem Bühnenprogramm sind Masterclasses und vertiefende Formate in kleineren Gruppen angekündigt.
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Einen Eindruck von den Österreichischen Medientagen 2025 können Sie sich hier, hier und hier machen.
www.medientage.at
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