Renovieren und Modernisieren stand in den vergangenen Jahren bei vielen Menschen in Österreich auf dem Programm. Laut einer aktuellen Trendstudie von ImmoScout24.at unter 1.000 Befragten haben sechs von zehn Österreicher:innen innerhalb der vergangenen fünf Jahre entsprechende Arbeiten an ihrer Wohnung oder ihrem Haus durchgeführt.
Dabei kamen sowohl Fachbetriebe als auch die eigene Arbeitskraft zum Einsatz. 59 Prozent beauftragten einen Handwerksbetrieb, während 49 Prozent zumindest einen Teil der anfallenden Arbeiten selbst erledigten. Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld erhielten insgesamt 46 Prozent. Bei 26 Prozent halfen andere Mitglieder des Haushalts, 21 Prozent wurden von Familienangehörigen unterstützt und 18 Prozent von Freund:innen oder Bekannten.
Eigentümer:innen renovieren besonders häufig
Deutlich höher als im Gesamtdurchschnitt fällt die Sanierungsaktivität bei Menschen mit Wohneigentum aus. Drei Viertel der Eigentümer:innen ließen in den vergangenen fünf Jahren Reparaturen oder Sanierungen durchführen beziehungsweise wurden selbst tätig.
Auch der Wohnort macht einen Unterschied. In ländlichen und dörflichen Gebieten lag der Anteil jener, die renoviert haben, bei 67 Prozent. Unter den Bundesländern verzeichnet Salzburg mit 73 Prozent den höchsten Wert. Dahinter folgen Niederösterreich mit 71 Prozent und Kärnten mit 68 Prozent. Im Burgenland waren es hingegen 40 Prozent.
Unterschiede zeigen sich ebenso zwischen den Altersgruppen. Von den 50- bis 69-Jährigen haben 70 Prozent in den vergangenen fünf Jahren Reparatur- oder Sanierungsarbeiten umgesetzt.
Fachkräftesuche und Mehrkosten als häufigste Hürden
Nicht jedes Renovierungsprojekt verläuft ohne Schwierigkeiten. Jeweils 29 Prozent der Befragten nannten die Suche nach passenden Handwerker:innen sowie unerwartete zusätzliche Kosten als Problem. Jede:r Fünfte zeigte sich mit der Qualität der ausgeführten Arbeiten unzufrieden. Fehlende Termintreue wurde von 17 Prozent als Schwierigkeit angegeben.
Jeweils neun Prozent berichteten zudem von schlechter Erreichbarkeit beziehungsweise von Schäden an bereits vorhandenen Einrichtungen oder Möbeln. Bei einem beträchtlichen Teil gab es allerdings keine derartigen Probleme: 35 Prozent gaben an, dass die Arbeiten reibungslos verliefen.
Private Unterstützung wird überwiegend positiv bewertet
Bei Reparaturen und Sanierungen griffen 28 Prozent der Befragten in den vergangenen fünf Jahren auf private Unterstützung zurück. Die Erfahrungen damit waren mehrheitlich gut. Drei Viertel würden sich bei künftigen Arbeiten jederzeit wieder von Familienmitgliedern, Freund:innen oder Bekannten helfen lassen.
Weitere 17 Prozent können sich private Unterstützung erneut vorstellen, würden künftig allerdings genauer auswählen, wen sie um Hilfe bitten. Für acht Prozent kommt diese Form der Unterstützung bei zukünftigen Arbeiten eher oder überhaupt nicht mehr infrage.
Konflikte treten bei Jüngeren häufiger auf
Hilfe aus dem privaten Umfeld kann auch zu Spannungen führen. Davon berichten insbesondere jüngere Befragte. Unter den 18- bis 19-Jährigen gaben 30 Prozent an, bei Reparatur- oder Sanierungsarbeiten Konflikte mit privaten Helfer:innen erlebt zu haben. Bei den 20- bis 29-Jährigen waren es 14 Prozent. Unter den 50- bis 69-Jährigen lag der Anteil hingegen bei lediglich einem Prozent.
Für ältere Befragte stellt dafür die Organisation häufiger eine Herausforderung dar. 35 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und 33 Prozent der 60- bis 69-Jährigen bezeichneten die Suche nach geeigneten Handwerker:innen als größte Schwierigkeit.
Regionale Unterschiede bei Kosten und Terminen
Welche Probleme beim Renovieren auftreten, hängt laut Studie auch vom Bundesland ab. Besonders häufig wurden unerwartete Mehrkosten in Salzburg genannt. Dort berichteten 41 Prozent von höheren Ausgaben als ursprünglich vorgesehen. In Oberösterreich waren es 35 Prozent. Jeweils 31 Prozent entfielen auf die Steiermark, Kärnten und Vorarlberg, in Wien lag der Anteil bei 30 Prozent. Niedrigere Werte wurden für Tirol mit 21 Prozent und Niederösterreich mit 20 Prozent ausgewiesen.
Auch bei der Einhaltung von Zeitplänen bestehen deutliche regionale Unterschiede. In Vorarlberg berichteten 34 Prozent von mangelnder Termintreue, in Kärnten waren es 31 Prozent. In Oberösterreich betraf dies 21 Prozent und in Tirol 19 Prozent der Befragten. Niederösterreich schnitt in diesem Punkt vergleichsweise gut ab: Dort nannten lediglich neun Prozent nicht eingehaltene Termine als Problem.
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