Konkursverfahren eröffnet
Große Après-Ski-Disco in Sölden schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 04.08.2026

Mit der Eröffnung des Konkursverfahrens scheint das endgültige Aus für einen der umsatzstärksten Tiroler Nachtclubs der letzten Jahre besiegelt zu sein. Zudem könnte ein Restaurant desselben Betreibers mitgerissen werden.

Im Ötztaler Nachtleben scheint eine Ära zu Ende zu gehen: Über das Vermögen des Einzelunternehmens Katapult – Pult Romed e.U. wurde am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet. Wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV1870 berichten, ging dem Schritt ein Eigenantrag des Betreibers voraus.

Der seit Ende April geschlossene Saisonbetrieb steht vor dem endgültigen Aus, zumal vom Vermieter der Liegenschaft bereits ein Räumungsverfahren betrieben wird. Aktuell sind den Angaben zufolge keine Dienstnehmer:innen mehr betroffen, da das Personal plangemäß mit dem Ende der Wintersaison abgemeldet wurde. Vom Konkurs sind etwa 65 Gläubiger:innen betroffen.

Frequenzrückgang und Wandel der Ausgehkultur

Das im Jahr 2016 von Romed Pult gegründete "Katapult" galt jahrelang als eine der größten und umsatzstärksten Diskotheken der Region. Als primäre Ursache für die Zahlungsunfähigkeit verweisen die Kreditschutzverbände auf die Nachwirkungen der Corona-Pandemie. Nach dem Ende der behördlichen Einschränkungen habe sich das Geschäft nicht mehr auf das Vorkrisenniveau erholt. Ein nachhaltig verändertes Konsumverhalten sowie rückläufige Gästefrequenzen führten zu Einbußen, die durch die laufenden Betriebsausgaben schlussendlich nicht mehr gedeckt werden konnten.

Hohe Passiva und Dominoeffekt

Die Gesamtschulden beziffert der Schuldner in seinem Eröffnungsantrag auf rund 1,6 Millionen Euro. Eine Fortführung der betroffenen Einzelfirma ist nicht vorgesehen. Allerdings deute sich bereits ein Übergreifen der Schieflage auf weitere Lokalitäten des Gastronomen an: Pult fungiert zugleich als Alleingesellschafter und Geschäftsführer der Cosmo Entertainment GmbH, welche in Sölden das Restaurant "Liebelei" betreibt. Für diese Gesellschaft wurde laut Angaben des Betreibers ebenfalls ein Insolvenzantrag vorbereitet bzw. eingebracht.

Betreiberwechsel?

Parallel dazu zeichnet sich am Standort des Clubs womöglich ein Betreiberwechsel ab. Berichten zufolge existiert eine neue Unternehmensstruktur, die eine Weiterführung des Diskothekenbetriebs anstrebt und sich derzeit auf Personalsuche befindet.

Zum Insolvenzverwalter bestellte das Landesgericht Innsbruck den Imster Rechtsanwalt Christopher Fink. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung wurde für 5. Oktober 2026 einberaumt.

www.ksv.at

www.akv.at

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