500 Matratzen pro Arbeitstag
Österreichs erster Matratzenrecycler zieht erste Bilanz

Das Joint Venture Loop-it von Brantner green solutions und Neveon verarbeitet mittlerweile bis zu 500 Matratzen pro Arbeitstag. Laut Unternehmen werden rund 80 Prozent der Materialien wiederverwertet und im Vergleich zur thermischen Verwertung rund 87 Prozent CO₂ eingespart.

Ein Jahr nach der Gründung (LEADERSNET berichtete) ziehen Brantner green solutions und Neveon  eine erste Zwischenbilanz ihres Gemeinschaftsunternehmens Loop-it. Am Standort Oberwölbling werden inzwischen täglich bis zu 500 Matratzen beziehungsweise rund sieben Tonnen Material verarbeitet, so das Unternehmen. Das entspricht einer jährlichen Kapazität von rund 110.000 Matratzen. Rund 80 Prozent der enthaltenen Materialien werden wiederverwertet und als Sekundärrohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt.

Matratzenrecycling senkt CO₂-Ausstoß um 87 Prozent

Nach Unternehmensangaben verursacht die Verbrennung einer 14 Kilogramm schweren Matratze durchschnittlich 26,47 Kilogramm CO₂. Beim Recycling fallen dagegen 3,42 Kilogramm CO₂ an. Das entspricht laut Unternehmen einer Einsparung von 23,05 Kilogramm beziehungsweise rund 87 Prozent je Matratze. Die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks erfolgte gemeinsam mit ClimatePartner.

"Mit Loop-it zeigen wir, dass Kreislaufwirtschaft auch bei komplexen Produkten wie Matratzen technologisch umsetzbar ist. Unser Ziel war von Anfang an, einen völlig neuen Stoffstrom für das Recycling zu erschließen, was uns nun endlich im industriellen Maßstab gelingt. Dadurch stärken wir auch den Industriestandort Niederösterreich", sagt Jernej Hren, Geschäftsführer Loop-it GmbH und Group Innovation Officer bei Brantner.

Wertstoffe bleiben im Kreislauf

In Österreich werden jährlich mehr als eine Million Matratzen entsorgt. Ein Großteil davon wird bislang thermisch verwertet, obwohl sie unter anderem Polyurethanschaum, Latex und Metalle enthalten. Loop-it bereitet diese Materialien auf und führt sie als Rohstoffe wieder einer Nutzung zu.

"Ziel von LOOP-it ist es, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten und die Zukunft unserer Branche aktiv mitzugestalten. Wir wollen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Das gelingt jedoch nur, wenn alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Genau dafür schaffen wir mit LOOP-it die Grundlage", ergänzt Michael Bednarek, Geschäftsführer Loop-it GmbH und Transformation Manager bei Neveon.

KI unterstützt die Sortierung

Für den Recyclingprozess setzt Loop-it auf automatisierte Abläufe und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Diese unterstützt die Analyse der Materialien und die Optimierung der Prozesse. Die gewonnenen Rezyklate bilden die Grundlage für mechanisches und chemisches Recycling und sollen künftig dazu beitragen, den Bedarf an fossilen Rohstoffen in der Produktion zu reduzieren. Die gepressten Materialballen erreichen Gewichte von rund 350 Kilogramm bei Polyurethan und etwa 460 Kilogramm bei Latex.

Recycling ohne gesetzliche Verpflichtung

Obwohl es in Österreich derzeit noch keine verpflichtende Herstellerverantwortung für Matratzen gibt, haben Brantner green solutions und Neveon bereits eine eigene Recyclinginfrastruktur aufgebaut und in Betrieb genommen. Nach Angaben der Unternehmen nimmt Loop-it damit eine Vorreiterrolle am österreichischen Markt ein und verbindet industrielle Partnerschaften mit moderner Recyclingtechnologie, um neue Lösungen für bislang ungelöste Umweltprobleme zu entwickeln.

www.neveon.com

www.brantner.com

www.loop-it.at

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