Gleichstellung
WOMENinICT Frühstückssalon debattierte über Frauen in digitalen Zukunftsbranchen

| Janet Teplik 
| 25.06.2026

Am 17. Juni 2026 diskutierten Expertinnen über Frauen in technischen Berufen. Im Zentrum der gemeinsamen Veranstaltung von ABZ*Austria und MP2 IT-Solutions standen die Rollen von Unternehmen, Bildungsträgern und Künstlicher Intelligenz bei der betrieblichen Gleichstellung.

Die Digitalisierung basiert maßgeblich auf den Errungenschaften weiblicher Pionierinnen, die bereits im 19. und 20. Jahrhundert die Fundamente der modernen Information legten. Von Ada Lovelace, die das erste Programmschema der Geschichte entwarf, über die Mathematikerinnen der NASA bis zu Grace Hopper, der Entwicklerin des ersten Compilers, war die frühe Softwareentwicklung stark weiblich geprägt. Im Laufe der Jahrzehnte verschob sich die Wahrnehmung der IT-Branche jedoch hin zu einer männlich dominierten Disziplin, wodurch dem Arbeitsmarkt bis heute wertvolle Potenziale verloren gehen. Angesichts des akuten Fachkräftemangels und des raschen technologischen Wandels ist die gezielte Einbindung weiblicher Arbeitskräfte in technische und digitale Zukunftsbranchen längst keine reine Frage der Chancengleichheit mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Diese strategische Herausforderung stand auch im Mittelpunkt des WOMENinICT-Frühstückssalons, der am 17. Juni 2026 von ABZ*Austria in Kooperation mit MP2 IT-Solutions in Wien unter dem Titel "Empowerment durch Bildung – Soziale Innovationen an der Schnittstelle von Unternehmen und Gesellschaft" gehostet wurde. Die Teilnehmer:innen diskutierten vor Ort über die Rolle von Bildung, sozialen Innovationen und Künstlicher Intelligenz bei der Weiterentwicklung von Vereinbarkeit und Gleichstellung in der modernen Arbeitswelt. 

Wege zu mehr Chancengerechtigkeit in der IT

Im Zentrum der Debatte von Gerlinde Macho, Unternehmensführung MP2 IT-Solutions, und Manuela Vollmann, Geschäftsführerin ABZ*Austria standen Fragen wie "Wie können mehr Frauen für IT, Technik und digitale Zukunftsbranchen gewonnen werden?", "Welche Rolle spielen Unternehmen, Bildung und soziale Innovationen dabei?" oder auch "Wie kann Künstliche Intelligenz dazu beitragen, Vereinbarkeit und Gleichstellung in Unternehmen weiterzudenken?". Zudem ging es um die Bedeutung von Kooperationen zwischen Wirtschaft, Bildungsinitiativen und arbeitsmarktpolitischen Angeboten. 

"Wir brauchen mehr Frauen in IT und Technik – nicht nur, weil der Fachkräftebedarf groß ist, sondern weil digitale Lösungen besser werden, wenn unterschiedliche Perspektiven einfließen. Es gilt, Mädchen und Frauen für technische Berufe zu begeistern, Zugänge sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und Unternehmen weiter auszubauen", bekräftigte Macho. Vollmann ergänzte: "Frauen bringen enormes Potenzial für Technik, Digitalisierung und Innovation mit. Entscheidend ist, dass sie nicht nur angesprochen, sondern entlang des gesamten Weges unterstützt werden – beim Einstieg, bei Qualifizierung, bei beruflicher Weiterentwicklung und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie."

Mehrwert für Unternehmen

Ein weiterer Schwerpunkt widmete sich konkreten Potenzialen für Unternehmen. Darüber sprachen Michael Bendl, Betriebsleiter von MP2 IT-Solutions, und Corina Exenberger, Projektleiterin von ABZ*Austria. Beide gaben Einblicke in die Programme "FIT- Frauen in die Technik und Umweltstiftung" und zeigten Ansätze, wie Qualifizierung, Unternehmensbedarf und Zukunftsbranchen zusammengeführt werden können. Diese praxisnahen Initiativen gewinnen vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels in technischen und digitalen Berufen zunehmend an Bedeutung. Die gezielte Qualifizierung von Frauen für die IT-Branche ist über den Aspekt der Chancengleichheit hinaus eine ökonomische Notwendigkeit. Unternehmen profitieren hierbei von einer diversen Personalstrategie, indem sie ungenutzte Talentreserven erschließen und damit ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.

Künstliche Intelligenz und Vorbilder als Hebel für Gleichstellung

Unter dem Titel "AI Companion für Vereinbarkeit – Gleichstellunsorientierung weiter gedacht" rückten aktuelle Entwicklungen im B2B- und HR-Bereich in den Fokus. Die Teilnehmenden erörterten Ansätze, wie KI-Anwendungen im Karenzmanagement und in Personalprozessen so gestaltet werden können, dass sie die betriebliche Gleichstellung aktiv unterstützen und strukturelle Benachteiligungen verhindern. Zudem stellte die Veranstaltung drei WOMENinICT-Botschafterinnen vor, die als Vorbilder die Vielfalt der Karrierewege in der Digitalbranche sichtbar machen und die Bedeutung von Netzwerken für die Berufsorientierung unterstreichen. 

www.abzaustria.at

www.mp2.at

www.voesi.or.at

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