Fast 30 Millionen Euro Passiva
Traditions-Sägewerk schlittert in Großinsolvenz

| Tobias Seifried 
| 01.09.2026

Gründe für die Pleite sind Fehlstarts bei Neuinvestitionen sowie anhaltend hoher Druck am Holzmarkt. Die Passiva des in vierter Generation geführten Betriebs belaufen sich auf fast 30 Millionen Euro.

Die Schaffer Sägewerk-Holzexport GmbH aus Eppenstein hat am Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Wie aus den Erhebungen der Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV hervorgeht, geriet der 1914 gegründete Betrieb nach umfangreichen Investitionen in Schräglage. Von dem gerichtlichen Verfahren sind 69 Dienstnehmer:innen sowie rund 100 Gläubiger:innen betroffen.

Produktionsanlauf und Rohstoffkosten als Auslöser

Das auf die Aufarbeitung von jährlich etwa 100.000 Festmetern Rundholz sowie den weltweiten Holzexport spezialisierte Sägewerk hatte im Zuge des Anlaufs einer neuen Produktionsanlage mit unerwarteten technischen Hürden zu kämpfen. Unzureichende Anlagenverfügbarkeit und Mängel in der Maßhaltigkeit führten zu Kundenreklamationen und Vertrauensverlusten.

Erschwerend seien anhaltend hohe Rundholzpreise bei gleichzeitig stagnierender Absatzmarktlage, geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten sowie die Fälligstellung von Krediten seitens der Banken hinzugekommen.

29,3 Millionen Passiva und Suche nach einem Investor

Laut dem in vierter Generation geführten steirischen Traditionsunternehmen belaufen sich die ausstehenden Verbindlichkeiten auf rund 29,3 Millionen Euro, denen Vermögenswerte gegenüberstehen, die zu Liquidationswerten mit 4,5 Millionen Euro angesetzt wurden (bzw. abgewertet auf ca. 3,5 Millionen Euro, was von den Kreditschützern hinterfragt wird). Den Gläubiger:innen wird die gesetzliche Mindestquote von 30 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans, geboten.

Zur Entschuldung und Absicherung des Fortbetriebs plant die Unternehmensleitung unter Geschäftsführer Markus Schaffer Reorganisationsmaßnahmen wie den vorübergehenden Wechsel vom Zwei- auf einen Einschichtbetrieb. Parallel dazu laufe die gezielte Suche nach einem strategischen Finanzinvestor.

Rechtsanwalt Gernot Prattes wurde zum Sanierungsverwalter bestellt. Gläubigerforderungen können bis zum 28. Oktober 2026 angemeldet werden; die Sanierungsplantagsatzung ist für den 25. November 2026 anberaumt.

www.ksv.at

www.akv.at

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