Umdenken und Vorstandsetagen
Österreichs Top-Manager stellen Wettbewerbsfähigkeit neu auf

Steigende Kosten, schwaches Wirtschaftswachstum und wachsender internationaler Wettbewerbsdruck verändern die Prioritäten in heimischen Vorstandsetagen. Effizienz, Produktivität und KI stehen dabei im Fokus.

Steigende Energie- und Arbeitskosten, schwaches Wirtschaftswachstum sowie zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck zwingen Österreichs Unternehmen zum Umdenken. Laut der aktuellen CxO Priorities Studie von Horváth rücken deshalb Produktivität, Effizienz und Künstliche Intelligenz stärker in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategien. Für die Erhebung wurden laut der Managementberatung knapp 100 Vorstands- und Geschäftsführungsmitglieder großer Unternehmen aus zwölf Branchen in Österreich befragt (siehe Infobox).

Wettbewerbsfähigkeit wird zur wichtigsten Aufgabe

Die Verbesserung der Kosten- und Profitabilitätsstrukturen ist laut Studie derzeit die wichtigste Managementpriorität. Dahinter folgen die KI-Transformation und Digitalisierung sowie Cyber Security. Deutlich an Bedeutung verloren habe hingegen das Thema Nachhaltigkeit, das nur noch Rang zwölf von insgesamt 13 abgefragten Themenfeldern belegt.

Christoph Kopp, Industrieexperte und Associate Partner bei Horváth Österreich, sagt: "Österreichs Unternehmen stehen unter erheblichem Transformationsdruck. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss seine Wettbewerbsfähigkeit konsequent stärken – durch effizientere Strukturen, höhere Produktivität und den gezielten Einsatz neuer Technologien."

KI soll Produktivität steigern

Nach Einschätzung der Studienautor:innen geht es dabei längst nicht mehr um klassische Sparprogramme. Viele Unternehmen hätten die Potenziale herkömmlicher Effizienzmaßnahmen bereits ausgeschöpft und würden nun ihre Organisationen grundlegend neu ausrichten.

Künstliche Intelligenz soll dabei nicht nur Prozesse automatisieren, sondern vor allem die Produktivität erhöhen, neue Geschäftsmodelle ermöglichen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Industrie kämpft mit hohen Kosten

Besonders groß sei demnach der Handlungsdruck in der Industrie. Steigende Energie- und Arbeitskosten, hohe Bürokratie, schwache Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten führten dazu, dass viele Unternehmen ihre Produktionsstrukturen und internationalen Standorte überprüfen. Gleichzeitig gewinnen Regionalisierung und widerstandsfähigere Lieferketten weiter an Bedeutung, schreiben die Studienautor:innen.

Dienstleistungsunternehmen setzen ihren Schwerpunkt hingegen vor allem auf den produktiven Einsatz von KI und digitaler Transformation, um personalintensive Geschäftsmodelle effizienter und besser skalierbar zu machen.

Nachhaltigkeit rückt in den Hintergrund

Dass Nachhaltigkeit im aktuellen Ranking deutlich zurückfällt, bedeute laut Horváth allerdings nicht, dass Klimaziele an Bedeutung verlieren. Vielmehr konzentrierten sich Unternehmen derzeit auf Maßnahmen, die kurzfristig ihre Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Zudem seien in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt worden.

Wertschöpfung verlagert sich ins Ausland

Für 2026 rechnen die befragten Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von durchschnittlich 4,7 Prozent – allerdings ohne den Personalstand wesentlich auszubauen. Das Leitmotiv laute zunehmend "Grow without Growing" – also mehr Leistung mit nahezu gleichbleibenden Ressourcen.

Bis 2030 erwarten viele Unternehmen der Umfrage zufolge zudem einen Personalabbau in Österreich. Gleichzeitig werden Wertschöpfung und Beschäftigung verstärkt in Niedriglohnstandorte, etwa nach Osteuropa, verlagert. Parallel investieren viele Unternehmen in Wachstumsmärkte wie die USA, China und Indien.

Abschließend verweist Kopp insbesondere auf die Vereinigten Staaten: "Der US-Markt ist für globale Player alternativlos. Die Wirtschaft wächst – jeglichen Zöllen und wirtschaftspolitischen Unsicherheiten zum Trotz investieren die Unternehmen dort weiter."

www.horvath-partners.at

Infos zur Studie

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Kosten- und Profitabilitätsverbesserung ist die höchste Managementpriorität.
  • KI-Transformation und Digitalisierung folgen auf Platz zwei.
  • Cyber Security zählt ebenfalls zu den wichtigsten Zukunftsthemen.
  • Nachhaltigkeit fällt auf Rang zwölf von 13 Themenfeldern zurück.
  • Für 2026 erwarten die Unternehmen ein Umsatzwachstum von 4,7 Prozent.
  • Bis 2030 rechnen viele Unternehmen mit einem Stellenabbau in Österreich und einer stärkeren Verlagerung von Wertschöpfung in internationale Wachstumsmärkte.

Methodik

Für die siebte jährliche "CxO Priorities Studie" wurden laut Horváth über 1.000 Vorstands- und Geschäftsführungsmitglieder großer Unternehmen aus 16 Branchen und 32 Ländern zu aktuellen Managementtrends und Geschäftsaussichten befragt. 83 Prozent der untersuchten Unternehmen erwirtschaften mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz. In Österreich wurden knapp 100 CxOs befragt, etwas weniger als die Hälfte davon waren Entscheidungsträger:innen aus Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz. Die Befragungen fanden von April bis Juni 2026 statt. 

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Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Kosten- und Profitabilitätsverbesserung ist die höchste Managementpriorität.
  • KI-Transformation und Digitalisierung folgen auf Platz zwei.
  • Cyber Security zählt ebenfalls zu den wichtigsten Zukunftsthemen.
  • Nachhaltigkeit fällt auf Rang zwölf von 13 Themenfeldern zurück.
  • Für 2026 erwarten die Unternehmen ein Umsatzwachstum von 4,7 Prozent.
  • Bis 2030 rechnen viele Unternehmen mit einem Stellenabbau in Österreich und einer stärkeren Verlagerung von Wertschöpfung in internationale Wachstumsmärkte.

Methodik

Für die siebte jährliche "CxO Priorities Studie" wurden laut Horváth über 1.000 Vorstands- und Geschäftsführungsmitglieder großer Unternehmen aus 16 Branchen und 32 Ländern zu aktuellen Managementtrends und Geschäftsaussichten befragt. 83 Prozent der untersuchten Unternehmen erwirtschaften mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz. In Österreich wurden knapp 100 CxOs befragt, etwas weniger als die Hälfte davon waren Entscheidungsträger:innen aus Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz. Die Befragungen fanden von April bis Juni 2026 statt. 

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