Fotos von der Präsentation
Neue Anzeigen zeigen Autofahrern, ob sie per Zug schneller nach Wien kommen

| Tobias Seifried 
| 29.09.2026

Auf der A22 werden ab sofort Auto- und Bahnfahrzeit in Echtzeit verglichen. Pendler:innen sehen zudem freie Park-&-Ride-Plätze und die nächste Zugabfahrt – ein derartiges System gibt es in Österreich erstmals.

Wer auf der A22 Richtung Wien unterwegs ist, bekommt ab sofort noch auf der Autobahn angezeigt, ob es schneller wäre, das Auto stehen zu lassen und auf die Bahn umzusteigen. ASFINAG und ÖBB haben am 29. September um 6 Uhr ein neues Echtzeit-Informationssystem bei Stockerau in Betrieb genommen.

Überkopfanzeigen vergleichen dafür die aktuelle Fahrzeit mit dem Auto nach Wien mit jener einer Bahnverbindung. Gleichzeitig erfahren Pendler:innen, wie viele Stellplätze auf der Park-&-Ride-Anlage frei sind und wann der nächste Zug abfährt. Laut den beiden Infrastrukturunternehmen wird damit erstmals in Österreich direkt auf einer Autobahn angezeigt, wann der Umstieg auf die Bahn tatsächlich Zeit spart.

65.000 Fahrzeuge an Werktagen

Das Potenzial ist beträchtlich: Auf der A22 bei Stockerau sind laut ASFINAG werktags rund 65.000 Fahrzeuge unterwegs. Gleichzeitig fahren täglich mehr als 60 Züge über Stockerau zum Wiener Praterstern.

Für die Anzeigen werden mehrere Datenquellen miteinander verknüpft. Neben aktuellen Verkehrsdaten und Fahrzeiten auf der A22 fließen die Belegung des Park-&-Ride-Standorts sowie Fahrplan- und Echtzeitinformationen der Bahn ein. Die Daten werden laufend aktualisiert und auf den Überkopfwegweisern ausgespielt.

"Wer gute Entscheidungen treffen soll, braucht gute Informationen", sagt ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl. Die Daten würden deshalb unmittelbar dort zur Verfügung gestellt, wo Pendler:innen ihre Entscheidung treffen. Sein Fazit für die gemeinsame Nutzung bestehender Infrastruktur: "Gescheiter statt breiter."

Straße und Schiene werden erstmals direkt verknüpft

Auch Verkehrsminister Peter Hanke sieht darin einen neuen Ansatz für das Zusammenspiel verschiedener Verkehrsmittel. "Mit diesem Projekt machen wir sichtbar, welche Verbindung gerade tatsächlich die schnellste ist." Ziel müsse sein, Straße und Schiene gemeinsam zu denken, anstatt sie gegeneinander auszuspielen.

ASFINAG-Vorstand Herbert Kasser verweist ebenfalls auf die Verbindung von Straße, Park & Ride und Bahn. Das Pilotprojekt soll nicht nur die tägliche Entscheidung der Pendler:innen erleichtern, sondern vorhandene Kapazitäten besser nutzen und Verkehrsströme effizienter lenken.

ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Silvia Angelo sieht insbesondere in der Zusammenführung der Echtzeitdaten einen Mehrwert. "Die neuen Anzeigen machen auf einen Blick sichtbar, wann der Umstieg auf die Bahn Zeit spart, und unterstützen so eine optimale Mobilitätsentscheidung."

Pilotprojekt soll auch Staus reduzieren

Mit dem System entsteht laut ASFINAG und ÖBB erstmals eine durchgängige Informationskette zwischen Autobahn, Park & Ride und Bahn. Neben einer besseren Auslastung bestehender Infrastruktur sollen dadurch freie Kapazitäten auf der Schiene genutzt und im Idealfall auch Staus auf den Haupteinfahrtsrouten nach Wien reduziert werden.

Wie gut die Rechnung "Auto versus Bahn" im Pendleralltag tatsächlich aufgeht, dürfte sich nun im Echtbetrieb bei Stockerau zeigen.

LEADERSNET war bei der Präsentation. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.asfinag.at

www.oebb.at

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