Aktuelle Studie
Mehr als zwei Drittel wollen im Alter in den eigenen vier Wänden bleiben

Wenn es um den eigenen Lebensabend geht, sind die Vorstellungen hierzulande überraschend eindeutig. Eine aktuelle Umfrage zeigt, welche Wohnformen Zuspruch finden und welche bei vielen auf klare Ablehnung stoßen.

Das eigene Haus oder die eigene Wohnung ist für die meisten Österreicher:innen auch im Alter der bevorzugte Wohnort. Laut einer Mehrthemenumfrage, die das Gallup Institut im Frühjahr 2026 im Auftrag von Raiffeisen Immobilien Österreich durchgeführt hat (siehe Infobox), gaben 69 Prozent der Befragten ab 40 Jahren an, ihren Lebensabend am liebsten in der vertrauten Immobilie verbringen zu wollen. Die übrigen abgefragten Wohnformen folgen mit großem Abstand.

Seniorenheim wird am häufigsten abgelehnt

Auf Platz zwei der Wunschliste landet demnach mit 15 Prozent eine eigenständige Wohneinheit mit Betreuungsangebot. Fünf Prozent würden am liebsten in ein Mehrgenerationen-Wohnhaus ziehen. Jeweils nur zwei Prozent nennen das Seniorenheim oder ein Leben unter einem Dach mit Kindern, Enkeln oder anderen Verwandten als ihre bevorzugte Lösung.

Aufschlussreich ist auch der Blick darauf, welche Wohnformen die Befragten für sich ausdrücklich ausschließen. An der Spitze steht hier das Seniorenheim, das für 31 Prozent keinesfalls infrage kommt. Dahinter folgt das Zusammenleben mit der Familie, das mehr als ein Viertel ablehnt. Deutlich weniger Vorbehalte gibt es gegenüber dem Mehrgenerationen-Wohnhaus, das nur sieben Prozent kategorisch von sich weisen.

Frage des Tages

"Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, wie wichtig Selbstständigkeit und das vertraute Zuhause gerade in späteren Lebensphasen sind. Es geht nicht darum, Eigentümer:innen zu einer bestimmten Lösung zu bewegen, sondern ihnen rechtzeitig alle Möglichkeiten aufzuzeigen. Wer früh plant, kann Wohnqualität, Sicherheit und finanzielle Freiheit wesentlich besser miteinander verbinden", erklären Peter Weinberger und Peter Mayr, die beiden Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich.

Viel Vermögen, wenig Spielraum

Für viele Eigentümer:innen ist das eigene Haus zugleich Altersvorsorge und Familienerbe. Gerade der Wunsch, die Immobilie später einmal den Kindern zu überlassen, führt laut Raiffeisen Immobilien häufig dazu, dass Entscheidungen über einen Umbau oder Umzug immer wieder vertagt werden. Daraus entsteht eine paradoxe Situation. Auf dem Papier ist durchaus Vermögen vorhanden, für die Anpassung an das Alter, etwa einen barrierefreien Umbau oder Unterstützung im Alltag, fehlt aber das verfügbare Geld.

Raiffeisen Immobilien plädiert deshalb dafür, die Frage nicht auf ein Entweder-oder zwischen Verkauf und Erbe zu reduzieren. Wer Kinder oder andere potenzielle Erb:innen von Anfang an in die Überlegungen einbindet, kann gemeinsam ausloten, welcher Weg für alle Beteiligten tragbar ist. Dafür kommen mehrere Modelle infrage. Wer im vertrauten Umfeld bleiben möchte, kann die Immobilie etwa verkaufen und sich ein Wohnrecht im Grundbuch eintragen lassen. Ein Umzug ist dann nicht nötig, und der Erlös steht für die eigene Vorsorge, anstehende Sanierungen oder finanzielle Hilfe für die Kinder zur Verfügung. In eine ähnliche Richtung gehen der Verkauf auf Leibrente, bei dem der Kaufpreis ganz oder teilweise als lebenslange Rente ausbezahlt wird, und der Teilverkauf, bei dem nur ein Anteil der Immobilie verkauft wird.

Wer hingegen bereit ist, das zu groß gewordene Haus hinter sich zu lassen, kann in eine kleinere, barrierefreie Eigentumswohnung wechseln. Die Differenz zwischen Verkaufserlös und Kaufpreis verschafft zusätzliche Mittel, ohne dass man in ein Mietverhältnis wechseln muss. Fällt der Kauf der neuen Wohnung zeitlich vor den Verkauf der alten Immobilie, kann eine Zwischenfinanzierung die Lücke schließen. Unabhängig vom gewählten Weg empfiehlt Raiffeisen Immobilien, jedes Modell vorab rechtlich, steuerlich und finanziell prüfen zu lassen. Das betrifft nicht nur Kosten und vertragliche Pflichten, sondern auch die Frage, was am Ende für die Erb:innen bleibt.

"Eine Immobilie ist nicht nur ein Zuhause, sondern häufig auch der größte Vermögenswert einer Familie. Dieses Vermögen kann im Alter neue Handlungsspielräume eröffnen. Welche Lösung passt, hängt von der Immobilie, der finanziellen Situation und den persönlichen Plänen ab. Pauschallösungen gibt es nicht", betont Weinberger.

www.raiffeisen-immobilien.at

www.gallup.at

Über die Studie

Die Daten stammen aus einer Mehrthemenumfrage des Österreichischen Gallup Instituts, die im Auftrag von Raiffeisen Immobilien Österreich im Frühjahr 2026 durchgeführt wurde. Dafür wurden im Februar und März 2026 insgesamt 1.000 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren mittels CAWI-Interviews (Computer Assisted Web Interviewing) befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung dieser Altersgruppe.

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Über die Studie

Die Daten stammen aus einer Mehrthemenumfrage des Österreichischen Gallup Instituts, die im Auftrag von Raiffeisen Immobilien Österreich im Frühjahr 2026 durchgeführt wurde. Dafür wurden im Februar und März 2026 insgesamt 1.000 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren mittels CAWI-Interviews (Computer Assisted Web Interviewing) befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung dieser Altersgruppe.

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