Erwartungen der Luxusbranche für 2026
Luxus bleibt langfristig eine sichere Wette

| Ernst Trestl 
| 08.01.2026

Konsumenten präsentierten der Branche 2025 die Rechnung für nicht eingehaltene Qualitätsversprechen und abgehobene Preispolitik.

Nach Jahren stabilen Wachstums, mit Umsatzsteigerungen von rund sechs Prozent, blieb der wirtschaftliche Erfolg der Luxusbranche 2025 aus. Bain & Company rechnet mit einem Rückgang von zwei Prozent. Gründe sind Einbußen großer Konzerne, überzogene Preispolitik und politische Unsicherheiten wie Trumps Zollpolitik.

Positive Erwartungen für 2026

Für 2026 erwartet Bain wieder Wachstum von drei bis fünf Prozent, mit einem Marktvolumen von bis zu 375 Milliarden Dollar. Dennoch verlor der Sektor zwischen 2024 und 2025 rund 20 Millionen Kund:innen – neben der angespannten Wirtschaftslage auch wegen Problemen beim Qualitätsversprechen.

Schwaches Wachstum in China und Europa

Laut der Studie "State of Luxury" von McKinsey und Business of Fashion wird das jährliche Wachstum bis 2027 nur ein bis drei Prozent betragen. Preiserhöhungen trugen zuletzt zu über 80 Prozent des Wachstums bei, während Absatzsteigerungen gering blieben. Schwellenländer können das schwache Wachstum in Kernmärkten wie China und Europa nicht vollständig ausgleichen. Vor diesem Hintergrund wird sich das globale Wachstum der Modebranche in den kommenden Jahren voraussichtlich verlangsamen.

USA mit guten Perspektiven

Bessere Perspektiven bieten die USA: Sinkende Inflation, steigende Einkommen und mehr Ultra-High-Net-Worth-Individuals treiben dort ein Wachstum von vier bis sechs Prozent. Diese Kundengruppe trägt rund 50 Prozent zum Marktwachstum bei, obwohl sie nur einen kleinen Teil der Käuferbasis ausmacht. Gleichzeitig gewinnen jüngere Zielgruppen an Bedeutung, was angepasste Produkt- und Marketingstrategien erfordert.

Schmuck und Lederwaren

Stabile Wachstumsraten verzeichnen Schmuck und Lederwaren mit vier bis sechs Prozent jährlich, begünstigt durch Geschenke, limitierte Editionen und Personalisierung. Uhren und Bekleidung wachsen langsamer, auch wegen Kaufzurückhaltung und Konkurrenz durch den Secondhand-Markt.

Tiefe statt Überfluss

Laut Capgemini investieren Luxuskund:innen künftig verstärkt in Reisen und Erlebnisse. Der Luxusreisemarkt verändert sich laut Steffen Boehnke, Director airtours, spürbar: Statussymbole verlieren an Bedeutung, Individualität und Substanz rücken in den Vordergrund. Maßgeschneiderte Reisen, Naturerlebnisse und Kulinarik gewinnen 2026 weiter an Relevanz. "Wir erleben einen klaren Wechsel: Tiefe statt Überfluss, Entschleunigung statt Inszenierung, Erlebnisse mit Substanz statt Hotels mit Hochglanz. Luxus entsteht heute durch Wirkung, nicht durch Status", so Boehnke.

Stabiler Markt für Luxusimmobilien

Auch der Markt für Luxusimmobilien bleibt stabil, etwa in Österreich, wo hochwertige Objekte weiterhin gefragt sind. Hier finden Investoren und Käufer:innen weiterhin den Weg zu den außergewöhnlichsten Wohnobjekten, in denen Design, Qualität und ein Höchstmaß an Privatsphäre vereint sind.

Luxusautos

Nach Ansicht von Leadersnet-Automobilexperten und Chefredakteur Tobias Seifried wird die Automobilbranche insgesamt zwar auch 2026 mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen haben, doch bei den Herstellern im Luxussegment ist von Krise weiterhin keine Spur. So liefert Bugatti heuer die ersten Modelle des neuen Tourbillon aus. Das 1.800 PS starke und auf 250 Exemplare limitierte Hypercar kostet netto 3,8 Millionen Euro und ist bereits restlos ausverkauft. Ferrari bringt heuer zwei Neuheiten an den Start: Zum einen das Coupé Amalfi mit klassischem V8-Benziner, zum anderen den allerersten Elektro-Ferrari. Wie Letzterer heißen wird, erfahren wir erst bei der Weltpremiere im Sommer. Fix ist jedoch, dass er auf eine 800 Volt Plattform setzt, über 1.000 PS leistet, in unter 2,5 Sekunden auf 100 km/h sprintet und über eine WLTP-Reichweite von mehr als 530 km verfügen wird.

Apropos starke E-Autos für Luxuskund:innen: Porsche bringt im März den Cayenne Electric mit bis zu 850 kW (1.156 PS) in den Handel, Polestar schickt den "5er" mit bis zu 650 kW (884 PS) ins Rennen, Mercedes-AMG arbeitet an der Serienversion des Konzeptfahrzeugs GT XX mit über 1.000 kW (über 1.360 PS), Jaguar greift mit dem Serienmodell der Studie "Type 00" (leistet dem Vernehmen nach ebenfalls mehr als 1.000 PS) an und der neue Range Rover Electric steht mit Sicherheit ebenfalls gut im Futter. Solvente Autofans mit Benzin im Blut kommen 2026 auch abseits von Bugatti und Ferrari auf ihre Kosten. Unter anderem beim Lamborghini Fenomeno – der auf 29 Exemplare limitierte, mehrere Millionen Euro teure Supersportler setzt auf einen klassischen V12-Sauger, flankiert von drei Elektromotoren, und bringt es auf 1.080 PS.

McLaren arbeitet ebenfalls an einem neuen Hypercar (Arbeitstitel "W1"), das als Nachfolger der legendären Modelle F1 sowie P1 gilt und mehr als 1.200 PS (Hybrid-V8) in den Ring werfen soll. Wie diese Beispiele zeigen, gibt es rund um den Globus nach wie vor genügend Superreiche, die für "schnelle Spielzeuge" gerne den einen oder anderen Euro investieren. Hier machen auch Österreichs Millionär:innen keine Ausnahme.

Capgemini-Experten sehen den jüngsten Einbruch der Luxusbranche insgesamt als vorübergehend – Luxus bleibe langfristig eine sichere Wette.

 

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