Die Swatch Group verlässt die Baselworld

| 01.08.2018

Konzernchef Nick Hayek erachtet die traditionellen, jährlichen Uhrenmessen in einer schnelllebigen Zeit als nicht mehr sinnvoll.

Mit der Swatch Group verliert die Uhren- und Schmuckmesse in Basel ihren größten Aussteller. Das Schweizer Unternehmen hatte während der vielen Jahre mit fast allen seinen Marken, darunter klingende Namen wie Breguet, Blancpain, Glashütte Original, Omega, aber auch Longines, Tissot, Rado, Certina oder Mido, an der Veranstaltung teilgenommen.

Neue Ansätze gefordert

Kritische Stimmen aus der Branche verlangten schon länger neue Ansätze bei der Organisation und der Durchführung der Baselworld. Im März dieses Jahres waren mit 650 Ausstellern nur noch halb so viele wie im Vorjahr dabei, Hermès, Ulysse Nardin und Girard-Perregaux hatten sich schon zuvor der SIHH-Uhrenmesse in Genf angeschlossen. Im Jahre 2008 war die Anzahl der Aussteller noch dreimal so hoch.

Die Swatch Group, mit einem Messebudget von über 50 Millionen Franken ausgestattet, habe beschlossen, ab 2019 nicht mehr an der Baselworld teilzunehmen, erklärte Nick Hayek persönlich der NZZ am Sonntag. "Heute ist alles transparenter, schnelllebiger und spontaner geworden. Die traditionellen, jährlichen Uhrenmessen sind darum für uns nicht mehr sinnvoll", begründet Hayek den Rückzug.

Kein Blatt vor dem Mund

Der Konzernchef hält sich aber auch nicht mit Kritik an der Leitung der Baselworld und der MCH Group zurück. Etwa, was das neue Konzept der Baselworld angeht. Da sei man vor ein "Fait accompli" gestellt worden. Die neue Konzeption sei in die Welt hinausgeschickt worden, ohne Wissen der Hauptakteure, ohne Diskussion oder kritische inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ausstellern, bemängelt Hayek und fährt fort: Ein großer Aussteller wie die Swatch Group budgetiere für die Messe jeweils eine Summe von über fünfzig Millionen Franken, inklusive aller Reise- und Hotelspesen der Gäste und Mitarbeiter.

"Wir sind nicht dazu da, eine teure Halle von Herzog & de Meuron zu amortisieren. Das Unternehmen MCH Group beschäftigt sich zu sehr mit der Optimierung und Amortisierung seines neuen Gebäudes, statt den Mut zu echten Fortschritten und tiefgreifenden Veränderungen aufzubringen", schließt Hayek das Kapitel Baselworld.

Mit dem Ausstieg von Swatch steht der Zeitung zufolge auch die Zukunft der Messefirma MCH auf dem Spiel, die sich zur Hälfte im Besitz der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Zürich befindet. Messechef Michel Loris-Melikoff will die Messe 2019 möglichst attraktiv in einem neuen Stil und in einer neuen Denkart durchführen. Er lasse nichts unversucht, Swatch doch noch zu halten. Wesentliche Neuerungen seien für 2020 vorgesehen. (red)

www.swatchgroup.com

www.baselworld.com

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