"Wir kommen teilweise mit der Produktion nicht mehr nach"

| 05.06.2018

Ganz Österreich steht auf den opulenten Ohrschmuck von Maschalina. Luxury News hat die Designerin zum Interview gebeten.

2012 gründete Mascha Lina Borodin ihr eigenes Schmucklabel Maschalina. Seit dem Launch hat sich viel getan, von Salzburg aus hat sie den Erfolgsweg eingeschlagen. Die Motivation der Designerin gilt dem Unterstreichen weiblicher Individualität und dem Betonen der schönsten Seite jeder Frau. Dies haben auch schon sehr viele Prominente erkannt, die mit den funkelnden Maschalina-Pretiosen um die Wette strahlen. Luxury News hat die Designerin zum Interview gebeten und mit ihr über ihren Werdegang, Social Media, Vertriebswege und wie das ganze Glitzern mit Nachhaltigkeit vereinbar ist, geplaudert.

Luxury News: Von der Jus-Studentin zur gefragten Designerin - wie ist es dazu gekommen?

Maschalina: Lustigerweise bin ich nur so hinein gestolpert in die Selbstständigkeit, weil ich habe zunächst wirklich nur Schmuck für mich selber gemacht - das war für mich halt der total kreative Ausgleich zu meinem, ich sage mal, trockenem Jus-Studium. Ich habe von Klavier spielen bis Mode machen, bis Schmuck machen total wild herum experimentiert

Luxury News: Wie kam es dann zur beruflichen Kommerzialisierung? 

Maschalina: Weil immer mehr Freunde und Bekannte meinen Schmuck kaufen wollten, kam der Punkt, an dem ich gedacht habe "das wird zu groß". So habe ich mir eine Grenze gesetzt und eine offizielle Tätigkeit vorerst für ein halbes Jahr gestartet. 

Luxury News: War der Wechsel von der "kreativen Freundin" zur Unternehmerin ein riskantes Wagnis?

Maschalina: Natürlich, denn dieser Sprung  war heftig. Ich habe da erst gemerkt, was Sozialversicherung,  Steuern und ein guter Steuerberater ausmachen und was Mitarbeiter kosten, war für mich eine neue Erfahrung.

Luxury News: Sind auch Netzwerke wichtig auf dem Weg nach oben?

Maschalina: In den vergangenen fünf Jahren habe ich Maschalina echt schon zu einem sehr coolen Markennamen gemacht. Dabei hat in meiner Heimatstadt Salzburg ein schnelles Netzwerk zur Markenbildung stark beigetragen. Das hat mich ermuntert, nach Wien zu gehen.

Luxury News: Ist Wien ein schwieriges Pflaster?

Maschalina: Es war auf jeden Fall der richtige Schritt, es dauert aber und ist nicht ganz so einfach - ich habe aber schon sehr viele nette Leute kennengelernt.

Luxury News: Wie kommen die vielen Maschalina-Kooperationen zustande?

Maschalina: Es ist total unterschiedlich, es gibt nahezu so viele verschiedene Arten wie Menschentypen. In einem Fall gelang es mir über eine Freundin, die Mode macht, namhafte Politikerinnen mit auffälligem Ohrschmuck für offizielle Anlässe auszustatten.

Luxury News: Wo kann man Maschalina kaufen?

Maschalina: Natürlich Online. Aktuell beliefern wir aber schon 18 Boutiquen und Stores in ganz Österreich und Deutschland - es gibt aber noch immer viel Luft nach oben.

Luxury News: Ist  Instagram ein wichtiges Marketing-Tool ?

Maschalina: Es ist ein Medium, das heutzutage dazu gehört, man muss dann einfach das Beste für sich heraus holen, wirklich aktiv sein und das eher als Chance sehen.  Es ist mittlerweile ein Aushängeschild, wenn der Social-Mediaauftritt nicht professionell ist, wirkt das ganze Erscheinungsbild nicht ganz so seriös. 

Die Schattenseite ist auch, dass viel Zeit in Anspruch genommen wird, riesige Agenturen die Maschinerie am Laufen halten und unfassbar viel Geld verbraucht wird.

 Luxury News: Welche Ziele stehen in naher Zukunft an?

Maschalina: Für mich ist es extrem wichtig, exklusiv zu bleiben. Ich will nicht an jeder Ecke verfügbar sein. In jeder Bundeshauptstadt drei Shops zu haben, in denen Maschalina verfügbar ist, wäre echt ein toller Schritt. Denn dann kann auch mein Online-Kunde, der etwas nicht probieren kann, den Schmuck live probieren.

Je bekannter das Unternehmen, das Label wird, umso besser wird auch unser Online-Geschäft und umso besser werden lustigerweise sogar die Verkaufszahlen in den Stores.

Die Mischung aus einerseits Boutiquen, die man beliefert, und andererseits der Online-Shop, indem man immer verfügbar ist, macht es aus. Aber es gibt noch eine dritte Säule: Die Events. Immer, wenn eine neue Kollektion gelauncht wird, präsentieren wir sie  im Rahmen einer Vernissage. Bisher in  Salzburg und in Wien und vielleicht in Zukunft auch München. Wir sind zum Beispiel bei Lodenfrey in München vertreten. 

Luxury News: Liegt eines der Geheimnisse in der guten Verkaufsentwicklung im Schaffen von Begehrlichkeit ?

Maschalina: Genau, es ist wie Fluch und Segen zugleich, aber wir kommen teilweise mit der Produktion nicht mehr nach. Und das wiederum macht uns auch so exklusiv. Nicht immer ist jedes Schmuckstück verfügbar, vier Wochen Wartezeit sind keine Seltenheit.

Luxury News:  Wo liegen eigentlich die Produktionsstandorte?

Maschalina: Mein Schmuck wird von zwei sozialen Vereinen produziert. Zum einen in einer sozialen Vereinigung, wo Frauen, die nicht so gut Deutsch können, Deutschkurse erhalten und hier ist für viele Frauen der erste Job, man könnte sagen, es ist eine Art Integrationsprojekt. Der zweite Produktionsort ist eine Werkstatt, die mit psychisch kranken Menschen arbeitet. Mir ist Made in Austria wichtig und ich habe viel Kontakt mit der Caritas, wo ich auch  kleine Teil-Aufgaben auslagern kann.

Wie es produktionstechnisch weiter geht, steht jetzt bisschen in den Sternen. Es ist ein schwieriges Thema. 

Luxury News: Wo liegen die Trends  im Schmuckbereich?

Maschalina: Ich stehe derzeit auf Quasten in allen Farben. In einer Sonderedition  "Five Tassels for five Years" feiern wir das Unternehmensjubiläum. Auch Samt wird bald ein Trend, den wir auch in unserer nächsten Kollektion verarbeiten werden.

Luxury News: Kann jede Frau alles tragen? Zu welchem Anlass passt welcher Schmuck?

Maschalina: Ich würde mich ehrlich gesagt wirklich immer auf das Bauchgefühl verlassen und niemanden etwas aufdrängen. Das bedeutet, nicht jeder kann alles tragen und dementsprechend versuche ich auch mein Sortiment so auszuweiten, dass für jeden Typ etwas dabei ist. Wir haben ganz kleine Stecker, wir haben Armbänder, wir haben jetzt auch filigrane Ketten, wir haben riesige Statement-Ohrringe, also es ist wirklich, sagen wir einmal von der Mutter, die ihre Kinder von der Schule abholt, bis zur Moderatorin, die auf ein glamouröses Event geht,  jegliche Art von Schmuckstück im Sortiment. Und das macht Maschalina aus.

www.maschalina.com

 

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