Executive Talk beim EFA
fintogo und OeNB loteten Chancen von KI für Finanzbildung aus

Viele junge Menschen stehen vor ihren ersten großen Geldentscheidungen, ohne ausreichend darauf vorbereitet zu sein. Bei einem Executive Talk ging es darum, welche Rolle digitale Lernbegleiter dabei spielen können.

Erklärt eine Lern-App eine Vokabel falsch, ist der Schaden überschaubar. Wer dagegen beim Thema Geld etwas Falsches lernt, zahlt im Zweifel im wahrsten Sinn des Wortes drauf. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich ein Executive Talk beim European Forum Alpbach (LEADERSNET berichtete) unter dem Titel "KI-gestützte Finanzbildung für eine vertrauenswürdigere Zukunft" damit, welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) in der Finanzbildung übernehmen kann und unter welchen Voraussetzungen man ihr dabei vertrauen darf. Am Podium nahmen Petia Niederländer (Direktorin für Zahlungsverkehr, Risikoüberwachung und Finanzbildung bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB)) und Maximilian Hrebicek (Gründer und CEO des Wiener Edtech-Unternehmens FTG Finance Technologies) Platz. Durch den Talk führte Johannes Weißenbäck (Chief Sales Officer bei FTG).

Chancen der KI hängen am Vertrauen der Lernenden

Ausgangspunkt der Diskussion war eine Lücke, die sich oft erst bemerkbar macht, wenn es ernst wird. Viele junge Menschen stehen mit dem Schritt in die Selbstständigkeit vor finanziellen Weichenstellungen, ohne je gelernt zu haben, wie sie diese fundiert treffen. Künstliche Intelligenz könnte nach Einschätzung des Podiums helfen, diese Lücke zu schließen. Sie kann Lernenden in Echtzeit Rückmeldung geben und verschachtelte wirtschaftliche Zusammenhänge so lange zerlegen, bis sie nachvollziehbar werden.

Worauf es dabei ankommt, deutet bereits der Titel des Talks an: Die Rede ist von Vertrauen. Damit KI-Werkzeuge im Bildungsbereich tatsächlich angenommen werden, müssen sie laut den Diskussionsteilnehmer:innen transparent arbeiten und in klare Rahmenbedingungen eingebettet sein. Gerade bei Geldfragen sollten Lernende nachvollziehen können, wie eine Erklärung zustande kommt, statt sich blind auf ein System zu verlassen.

fintogo setzt auf Spielelemente und einen KI-Lerncoach

Hrebicek brachte mit fintogo ein konkretes Beispiel in die Diskussion ein. Die Schwächen im Wirtschafts- und Finanzunterricht hat der ehemalige HAK-Schüler nach eigenen Angaben früh erkannt, als er selbst Nachhilfe gab. Die Plattform, die er mit FTG Finance Technologies entwickelt hat, kombiniert Wirtschafts- und Finanzbildung mit interaktiven Aufgaben, Gamification und gemeinsamem Lernen. Ein KI-gestützter Lerncoach begleitet die Nutzer:innen dabei. Seit Februar ist die App "fintogo Rechnungswesen" im Rahmen eines Pilotbetriebs über den Marktplatz Lernapps für heimische Schulen erhältlich.

Bei der Rolle der Technologie zieht das Unternehmen eine klare Grenze. Der KI-Coach soll Lösungen nicht vorsagen. Er soll Lernende so anleiten, dass sie Inhalte selbst durchdringen, ihre Fehler erkennen und das Gelernte eigenständig anwenden. "KI kann uns dabei helfen, Wirtschafts- und Finanzbildung individueller, zugänglicher und näher an der Lebensrealität junger Menschen zu gestalten. Entscheidend ist, Technologie dort einzusetzen, wo sie einen echten Mehrwert beim Lernen schafft", so Hrebicek.

www.fintogo.ai

leadersnet.TV