Hiobsbotschaft
Tiefkühlproduzent Ardo schließt Werk in NÖ: 240 Jobs betroffen

| Redaktion 
| 24.09.2026

Das Unternehmen stoppt 2027 seine Produktion in Groß-Enzersdorf. Produziert wird unter anderem für Iglo und beliefert werden Lebensmittelhändler wie Hofer, Billa und Spar.

Nächste Hiobsbotschaft für den heimischen Arbeitsmarkt: Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird der Tiefkühlproduzent Ardo Austria Frost sein Produktions- und Verpackungswerk in Groß-Enzersdorf im Bezirk Gänserndorf 2027 schließen. Für die 190 Beschäftigten soll gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Zusätzlich sind 50 Leiharbeitskräfte von der Entscheidung betroffen. Ardo produziert u.a. für Iglo und beliefert Händler wie Hofer, Billa und Spar.

Als Grund nennt das Unternehmen den Zustand des Werks und die damit verbundenen Investitionen. Der Standort sei "in die Jahre gekommen" und benötige erhebliche Investitionen in Produktion, Verpackung, Lagerhaltung und Versorgungseinrichtungen, heißt es in einer Aussendung vom Donnerstag.

Standort laut Ardo nicht mehr wettbewerbsfähig

Hinzu kommen wirtschaftliche Faktoren. Aufgrund der Entfernung zu den westeuropäischen Absatzmärkten und der laut Ardo eingeschränkten Kostenwettbewerbsfähigkeit gegenüber mittel- und osteuropäischen Ländern lasse sich die Produktion in Österreich nur noch für den heimischen Markt rechtfertigen.

Die dafür notwendigen Investitionen seien jedoch angesichts des vergleichsweise kleinen österreichischen Marktes zu umfangreich. Damit fällt die Entscheidung gegen eine Modernisierung und für einen schrittweisen Rückzug aus der heimischen Produktion.

Produktion läuft schrittweise aus

Die Gemüseproduktion in Groß-Enzersdorf soll nach Unternehmensangaben noch bis Dezember 2026 fortgeführt werden. Ab August 2027 will sich Ardo in Österreich auf den Vertrieb konzentrieren und Gemüse aus anderen Werken beziehen.

Die Beschäftigten im Vertrieb und Vertriebsinnendienst sollen von der Schließung nicht betroffen sein. Für sie ist ein neuer Standort im Raum Wien vorgesehen, dessen genauer Standort allerdings noch nicht feststeht.

Für die 190 direkt bei Ardo beschäftigten Mitarbeiter:innen werde gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Sozialplan erarbeitet, berichtet der ORF Niederösterreich. Dieser soll laut Werksleiter Christian Karwen soziale Kriterien berücksichtigen und den schrittweisen Auslauf der Aktivitäten am Standort begleiten.

www.ardo.com/at

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