Als die Österreichische Krebshilfe am 1. Oktober im Grand Hotel Wien ihre 24. Pink Ribbon-Aktion eröffnete, war die Trauer um eine langjährige Wegbegleiterin Teil des Abends. Andrea Kdolsky, die der Initiative über viele Jahre als Botschafterin verbunden gewesen war, war am Vortag im Alter von 63 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung verstorben. Bei der Veranstaltung zum Beginn des internationalen Brustkrebsmonats gedachten die Gäste ihres Engagements für Menschen mit Krebs und deren Angehörige.
"Andrea wäre natürlich auch heute dabei gewesen. Ihr Platz bleibt nun leider frei", sagte Krebshilfe-Geschäftsführerin Doris Kiefhaber in ihrer Eröffnungsrede. Mit einer Schweigeminute erinnerten die Anwesenden an die Ärztin und frühere Ministerin.
Ein Wirken, das über das politische Amt hinausreichte
Kdolskys Einsatz für das Gesundheitswesen führte sie von der ärztlichen Praxis über das Klinikmanagement in die Politik. Die Fachärztin für Anästhesie war Geschäftsführerin der niederösterreichischen Landeskliniken-Holding, bevor sie 2007 als Gesundheitsministerin in die Bundesregierung unter Alfred Gusenbauer wechselte. Auch nach ihrer Ministerinnenzeit brachte sie ihre Erfahrung in gesundheitspolitische Fragen ein. Der Österreichischen Krebshilfe blieb sie über ihre Amtszeit hinaus verbunden. In ihrem Nachruf würdigt die Organisation ihre Bereitschaft, selbst während der eigenen schweren Erkrankung an andere Betroffene zu denken und ihnen Mut und Zuversicht zu vermitteln. Kdolsky sprach öffentlich über ihre Diagnose und verarbeitete ihre Erfahrungen auch im Buch "Blumen in der Wüste – Die Schönheit schwerer Zeiten".
Wie konkret ihr Engagement war, zeigt ihre Arbeit am geplanten Maggie’s Centre bei der Klinik Oberwart. Kdolsky leitete die Planungen für ein Zentrum, das die medizinische Versorgung durch psychologische, emotionale und soziale Unterstützung für Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen ergänzen soll. In dieses Vorhaben brachte sie sowohl ihre fachliche Erfahrung als auch die Perspektive einer selbst Betroffenen ein. Ihr Wirken verband damit medizinisches Wissen, gesundheitspolitische Erfahrung und den persönlichen Blick auf das Leben mit einer schweren Erkrankung. Die Würdigung beim Pink Ribbon-Auftakt galt damit einer Frau, die sich über viele Jahre mit den Anliegen von Patient:innen beschäftigte und dieses Engagement auch angesichts der eigenen Diagnose fortsetzte.
Patientinnen sprechen über das Leben mit Brustkrebs
Die Frage, was Menschen während einer Krebserkrankung brauchen, führte auch durch das anschließende Bühnengespräch. Zwei Brustkrebspatientinnen erzählten von ihrer Diagnose und ihren Erfahrungen mit der Erkrankung. Gemeinsam mit Palliativmedizinerin Eva Masel, Brustkrebsexperten Max Marhold und Krebshilfe-Präsidenten Paul Sevelda sprachen sie über medizinische Herausforderungen, Ängste und darüber, was während und nach der Behandlung Halt geben kann.
Moderiert wurde das Gespräch von Uschi Pöttler-Fellner, die Pink Ribbon seit vielen Jahren als Botschafterin begleitet. Die persönlichen Berichte rückten dabei den Alltag mit der Erkrankung und den Bedarf an Begleitung und Unterstützung in den Mittelpunkt.
Unterstützung über Parteigrenzen hinweg
Zum Auftakt kamen laut Krebshilfe rund 250 Gäste aus Politik, Medizin und Wirtschaft sowie zahlreiche Patientinnen. Die Organisation würdigte dabei die Unterstützung der Dritten Nationalratspräsidentin Doris Bures und aller im Parlament vertretenen Parteien. An der Fassade des Parlaments war die rosa Schleife heuer von 28. September bis 1. Oktober angebracht.
Auch Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner galt der Dank der Krebshilfe für die Zusammenarbeit, unter anderem beim Patientinnen-Kongress, sowie für die rosa Beleuchtung ihres Amtssitzes am Minoritenplatz anlässlich des Brustkrebsmonats. Darüber hinaus hob die Organisation den Beitrag ihrer Partner:innen und Unterstützer:innen hervor, die ihre Arbeit für Betroffene und Angehörige mittragen.
Benefiz-Clubbing unterstützt die Krebshilfe Wien
Im Anschluss an den offiziellen Auftakt luden Uschi Pöttler-Fellner und Mona Maier, Direktorin des Tourismusverbands Obertauern, zum "Grand Weibs Clubbing" in den Ballsaal des Hotels. Beide engagieren sich als Pink Ribbon-Botschafterinnen. Der Reinerlös des Clubbings kommt der Pink Ribbon-Aktion der Österreichischen Krebshilfe zugute und unterstützt damit die Arbeit für Brustkrebspatientinnen.
Unter den Gästen
Beim Auftakt dabei waren unter anderem Eva-Maria Holzleitner (Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung), Paul Sevelda (Präsident der Österreichischen Krebshilfe), Eva Pölzl (ORF-Moderatorin), Bettina Weniger-Assinger (Designerin und Pink Ribbon-Botschafterin), Dominic Heinzl (Journalist und Moderator), Monika Ballwein (Sängerin und Gesangscoach), Pia Baresch (Schauspielerin und Sängerin), Uschi Pöttler-Fellner (Herausgeberin von look! und Pink Ribbon-Botschafterin), Martina Löwe (Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe), Eveline Hillinger (Pink Ribbon-Botschafterin), Heribert Kasper (Sportwagenexperte), Philipp Ita (Miteigentümer des Ärzteverlags) mit seiner Ehefrau Claudia, Ingrid Klingohr (Film- und Fernsehproduzentin bei Interspot Film), Christine Marek (Unternehmerin), Sabine Hauswirth (Fotografin und Pink Ribbon-Botschafterin) sowie Atousa Mastan (Ärztin) und viele mehr.
Einen Eindruck vom Auftakt können Sie sich mittels Galerie verschaffen.
www.krebshilfe.net
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