Schlüsselkomponenten für E-Motoren
BMW investiert weitere 100 Millionen Euro in sein Werk in Steyr

Der deutsche Autobauer baut seinen österreichischen Produktionsstandort weiter aus. Künftig sollen hier weitere Schlüsselkomponenten für Elektromotoren hergestellt werden.

Die BMW Group baut ihre Aktivitäten im oberösterreichischen Steyr weiter aus. Bis 2029 will der deutsche Autobauer mehr als 100 Millionen Euro in den Standort investieren. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer neuen Hightech-Fertigung für Leistungselektronik und Inverter-Komponenten, die künftig in den Elektromotoren der sechsten Generation zum Einsatz kommen sollen. Damit erweitert das Unternehmen die Wertschöpfung in Österreich und stärkt die technologische Kompetenz seines größten Motorenwerks.

Bereits seit Sommer 2025 werden in Steyr Elektromotoren für die neue Fahrzeuggeneration des Konzerns produziert. Zuletzt wurde die Fertigung auf mehrere Tausend E-Auto-Motoren pro Woche hochgefahren (LEADERSNET berichtete).

Neue Schlüsseltechnologie für Elektroantriebe

Mit der jüngsten Investition soll die Fertigungstiefe am Standort weiter steigen. Künftig übernimmt das Werk auch die vorgelagerte Lieferkette und Montage eines zentralen Leistungsmoduls für den Inverter. Dieses Bauteil ist für die Steuerung des elektrischen Antriebs wesentlich.

"Durch die hauseigene Fertigung des Leistungsmoduls steigen wir nun noch tiefer in die Elektrotechnik ein und können die Komponenten wie z.B. Halbleiter flexibel auf den Weltmärkten beschaffen", erklärte Harald Gottsche, Geschäftsführer der BMW Motoren, im Rahmen eines Pressetermins. Dadurch wolle das Unternehmen seine Wettbewerbsposition verbessern und Abhängigkeiten in einem geopolitisch sensiblen Technologiebereich verringern.

Bis zum geplanten Produktionsstart im Sommer 2029 entsteht unter anderem eine neue Montagelinie in einem eigens eingerichteten Sauberraum. Dabei sollen erstmals innerhalb der BMW Group Fertigungsverfahren wie Großflächenlöten und Ultraschallschweißen eingesetzt werden.

Steyr bleibt wichtiger Produktionsstandort

Der Ausbau ist Teil der Transformation des Werks, das seit 2022 verstärkt auf Elektromobilität ausgerichtet wird. Gleichzeitig produziert BMW in Steyr weiterhin jährlich mehr als eine Million Benzin- und Dieselmotoren.

Insgesamt beschäftigt der Standort rund 4.700 Mitarbeiter:innen. Neben der Motorenfertigung befindet sich dort auch ein Entwicklungszentrum für neue Antriebstechnologien und das Wärmemanagement von Elektrofahrzeugen.

Helmut Hochsteiner, Leiter der E-Antriebsfertigung, verweist darauf, dass mit dem Ausbau auch neue Qualifikationsanforderungen verbunden seien. Die Beschäftigten würden bereits auf die zusätzlichen Fertigungsprozesse vorbereitet.

Darüber hinaus arbeitet der Konzern am Standort auch an Wasserstoffantrieben. Wie LEADERSNET berichtete, treibt BMW diese Technologie in Steyr in Richtung Serienreife voran.

Politik begrüßt Investitionsentscheidung

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht in der neuen 100-Millionen-Euro-Investition ein positives Signal für den heimischen Industriestandort. Dass sich Steyr konzernintern durchgesetzt habe, bestätige aus seiner Sicht die Bedeutung einer gezielten Förderung von Schlüsseltechnologien wie Chips und Halbleitern.

Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer begrüßt die Entscheidung. Sie zeige, dass der Standort auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten für internationale Industrieunternehmen attraktiv bleibe.

Laut BMW wird das Vorhaben sowohl von der Bundesregierung als auch vom Land Oberösterreich unterstützt. 

Positives Signal

Mit der neuen Fertigung will BMW künftig zusätzliche Produktionsschritte innerhalb des eigenen Werks abdecken. Der geplante Ausbau soll damit nicht nur die E-Antriebsproduktion weiterentwickeln, sondern auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Steyr stärken.

www.bmwgroup-werke.com

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