EY Energiebarometer
Viele Österreicher wollen beim Heizen weg von Öl und Gas

| Tobias Seifried 
| 14.10.2026

Laut aktuellem Energiebarometer erwägen viele Haushalte einen Umstieg auf andere Wärmequellen. Ausschlaggebend sind die Kosten und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit. Auch beim Strom zeigen sich Veränderungen.

Viele österreichische Haushalte beschäftigen sich offenbar zunehmend mit Alternativen zu ihren bisherigen Heizsystemen. Darauf deuten die Ergebnisse des aktuellen Energiebarometers von EY Österreich hin. Demnach würden insbesondere Menschen mit Öl- oder Gasheizungen einen Wechsel der Energiequelle in Betracht ziehen. Als wichtigste Gründe nennen die Befragten die Preisentwicklung und den Wunsch nach größerer Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Fast zwei Drittel der Ölheizungshaushalte würden gerne wechseln

Besonders ausgeprägt dürfte der Wunsch nach einem Umstieg bei Haushalten sein, die mit Öl heizen. Laut Erhebung würden 64 Prozent gerne auf eine andere Energiequelle wechseln. Davon hätten 34 Prozent einen Umstieg kurz- bis mittelfristig geplant, während weitere 30 Prozent grundsätzlich interessiert seien, bislang aber keine konkreten Schritte vorgesehen hätten.

Bei Haushalten mit Gasheizung liegt der Anteil der Wechselwilligen bei 51 Prozent. Davon würden sich 26 Prozent bereits mit einem konkreten Umstieg beschäftigen oder diesen planen. Weitere 25 Prozent könnten sich einen Wechsel vorstellen, haben aber noch keine entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.

Als wichtigsten Beweggrund gaben die Befragten die Preisentwicklung an. Unter den wechselwilligen Ölheizungshaushalten nannten 60 Prozent die Kosten, 52 Prozent den Wunsch nach Unabhängigkeit vom Ölmarkt und 47 Prozent den Klimaschutz. Bei Gasheizungen lagen die entsprechenden Werte bei 52, 49 und 38 Prozent.

"Der Sorgendruck durch die hohen Energiekosten ist nicht kleiner geworden, und parallel dazu ist der Wechselwille im Bereich Wärme, insbesondere bei den Quellen Öl und Gas, in die Höhe geschossen", erklärt Christina Khinast-Sittenthaler, Leiterin des Energiesektors bei EY Österreich.

Aus ihrer Sicht bestehe bei alternativen Heizsystemen weiterhin erhebliches Potenzial. Um dieses auszuschöpfen, brauche es entsprechende Anreize.

Fernwärme und Wärmepumpen im Aufschwung

Bei den genutzten Heizsystemen gewinnt Fernwärme zunehmend an Bedeutung. Laut EY-Erhebung gaben 36 Prozent der Befragten an, Fernwärme zu nutzen. Im Vorjahr waren es 27 Prozent gewesen. EY führt diesen Anstieg auf den Ausbau der Fernwärmenetze zurück.

Gas kommt laut Studie auf einen Anteil von 25 Prozent, nach 23 Prozent im Vorjahr. Pellets beziehungsweise Holz werden von 17 Prozent der Haushalte genutzt, Wärmepumpen von 15 Prozent. Knapp zehn Prozent der Befragten gaben an, mit Öl zu heizen.

Im längerfristigen Vergleich deuten die Ergebnisse insbesondere bei Wärmepumpen auf eine zunehmende Verbreitung hin. 2022 lag ihr Anteil laut EY noch bei rund neun Prozent. Auch Fernwärme habe seither deutlich zugelegt, während Pellets und Holz in der aktuellen Befragung seltener genannt wurden.

Mehr als ein Drittel hat Stromanbieter oder Tarif gewechselt

Auch bei der Stromversorgung dürften die Kosten für viele Haushalte eine wichtige Rolle spielen. Laut EY gaben 15 Prozent der Befragten an, 2026 ihren Stromanbieter gewechselt zu haben. Weitere 21 Prozent haben demnach zumindest einen anderen Tarif beim bisherigen Anbieter gewählt.

Insgesamt habe damit mehr als ein Drittel der Haushalte versucht, durch einen Anbieter- oder Tarifwechsel Einfluss auf die Stromkosten zu nehmen, schreiben die Studienautor:innen. Die gesetzlichen Erleichterungen beim Stromanbieterwechsel sind laut Befragung 55 Prozent bekannt. Deutlich geringer falle die Bekanntheit der neuen Sozialtarife aus: Davon haben lediglich 43 Prozent der Befragten gewusst.

Eigenstromproduktion bislang wenig verbreitet

Der überwiegende Teil der Befragten bezieht eigenen Angaben zufolge weiterhin ausschließlich Strom von Energieversorgern. Laut Studie trifft das auf 77 Prozent zu. 22 Prozent gaben hingegen an, zumindest einen Teil ihres Strombedarfs durch Eigenproduktion zu decken. Fünf Prozent erzeugen ihren Strom vollständig selbst, weitere fünf Prozent zumindest die Hälfte ihres Bedarfs. Zwölf Prozent produzieren nach eigenen Angaben weniger als die Hälfte selbst.

Unter den Haushalten mit Eigenstromproduktion gewinnt auch die Speicherung zunehmend an Bedeutung. Laut EY verfügen mittlerweile 55 Prozent dieser Haushalte über einen Heimspeicher, nach 48 Prozent im Vorjahr. Weitere 26 Prozent würden eine Anschaffung planen.

Fazit

Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass sich viele Haushalte intensiver mit ihrer Energieversorgung und möglichen Alternativen beschäftigen. In welchem Ausmaß sich die geäußerten Wechselabsichten tatsächlich in Investitionen oder einem dauerhaften Wandel der Energieversorgung niederschlagen werden, lässt sich aus der Befragung allerdings nicht ableiten.

www.ey.com

Über das EY Energiebarometer 2026

Stichprobe: 1.000 Personen in Österreich

Altersgruppe: 18 bis 65 Jahre

Erhebungszeitraum: Ende August bis Mitte September 2026

Untersuchungsgegenstand: Energieversorgung österreichischer Haushalte, genutzte Heizsysteme, Wechselbereitschaft, Stromanbieterwechsel und Eigenstromproduktion

Vergleichswerte: Ergebnisse aus früheren Erhebungen, insbesondere 2025 und 2022

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Über das EY Energiebarometer 2026

Stichprobe: 1.000 Personen in Österreich

Altersgruppe: 18 bis 65 Jahre

Erhebungszeitraum: Ende August bis Mitte September 2026

Untersuchungsgegenstand: Energieversorgung österreichischer Haushalte, genutzte Heizsysteme, Wechselbereitschaft, Stromanbieterwechsel und Eigenstromproduktion

Vergleichswerte: Ergebnisse aus früheren Erhebungen, insbesondere 2025 und 2022

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