Seit Jänner 2020 ist Infinity Media als neuer Player am heimischen Werbemarkt vertreten. LEADERSNET hat Peter Stark, Geschäftsführer von Infinity Media, zum Talk über die Chancen der Krise, Möglichkeiten zur Transformation und die Vision, ein bedeutendes Unternehmen mit radikalen Neuerungen aufzubauen, gebeten.
LEADERSNET: Sogar im Lockdown und der Krise gibt es Expansion. Zählt auch Infinity Media hier zu den Gewinnern?
Stark: Für mich persönlich sind alle Gewinner, die es in dieser unsicheren Zeit schaffen, Ängste zu besiegen und weiter zu machen. Das Team von Infinity Media konnte sich sehr schnell auf die geänderten Gegebenheiten während des Lock Down einstellen. Wir haben große Ziele und die haben wir nie aus den Augen verloren – auch wenn sie plötzlich viel weiter weg erschienen. Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels und auf dieses Licht gehen wir unbeirrt weiter zu. Deshalb haben wir Projekte vorgezogen, die wir auf unserem Weg zu einem wichtigen Player unserer Branche ohnedies vorhatten. Wir haben Mitarbeiter gefunden, neue Standorte aufgebaut, neue Produkte entwickelt und sind wichtige Partnerschaften eingegangen.
LEADERSNET: Wurde auch an der Positionierung gefeilt?
Stark: Das war das Wunderbare an dieser Zeit! Wir haben uternehmensintern die Kommunikation sehr schnell umgestellt und konnten gemeinsam mit unseren Partnern sehr kurzfristig anberaumte Projekte vorziehen, für die wir uns plötzlich angemessen Zeit nehmen konnten. Unsere Positionierung, die wir mit dem Team von Sebastian Bayer bei VMLY&R schon lange angedacht hatten, wurde mit digitalen Sessions sehr professionell und zielgerichtet umgesetzt. Es entstanden unsere Positionierung, unser CI, das Markennarrativ oder auch unser neuer Slogan "An uns kommt keiner vorbei". Anfang November werden wir dieses neue Erscheinungsbild auf ausgewählten Kanälen kommunizieren. Unser Auftrag ist es, der Werbung unserer Kunden die Wirkung zurückzugeben.
LEADERSNET: Ist es auch in dieser schwierigen Zeit gelungen, das Netzwerk auszuweiten und neue Top-Flächen zu besetzen?
Stark: Auch dazu konnten wir die Zeit perfekt nutzen. Wir haben das Stellennetz um zwei hochwertige Standorte in Wien erweitert und eine österreichweite Kooperation abgeschlossen, sodass wir heute 21 Standorte in ganz Österreich anbieten können – alle hochwertig, riesig und an frequenzstarken Plätzen. Wir machen hier keine Kompromisse – wer bei uns bucht, bekommt immer Top Qualität und Sichtbarkeit. Unsere Kommunikationsplattform soll zum Betriebssystem der Kommunikationswelt werden.
LEADERSNET: Kann eine Expansion auch über Kooperationen gefördert werden?
Stark: Für mich persönlich ist der kooperative Ansatz moderner und erfolgreicher. Es gilt in erster Linie gemeinsam mit Marktbegleitern Attraktivität für Kunden darzustellen. Nehmen wir zum Beispiel unseren Bereich: digital out of home media. Solange Kunden die Vorteile nicht erkannt haben, werden sie aus Gewohnheit zu alten, etablierten Medien greifen. Wenn es uns gemeinsam mit unseren Marktpartner gelingt, die Vorteile dieses Sonderformates aufzuzeigen, profitieren wir alle – vor allem die Kunden, die neue Möglichkeiten haben ihre Informationen zu präsentieren.
Wir haben zurzeit zwei starke Kooperationen. Gemeinsam mit Goldbach vermarkten wir unsere Standorte bei den Media Agenturen und mit ZiiCon erweitern wir auf hohem Niveau unsere Verfügbarkeit in ganz Österreich.
LEADERSNET: Wie steht es um den eigenen Vertrieb?
Stark: Wir haben uns entschieden, direkt an Kunden heranzugehen. Wir wollen sehr nahe am kreativen Prozess sein. So stellen wir sicher, dass die Möglichkeiten, die unsere Werbeform bietet, besser genutzt werden. Wir ermöglichen mit unseren Lösungen ein revolutionäres, vollkommen neuartiges Markenerlebnis und bilden die Schnittstelle zwischen der realen und virtuellen Welt.
LEADERSNET: Woher nehmen Sie persönlich das gerade in Krisenzeiten so notwendige Vertrauen?
Stark: Als Unternehmer habe ich gelernt, dass es nie einen gerade aufsteigenden Weg zum Erfolg gibt. Dinge entwickeln sich nicht so, wie man sie geplant hat. Daher braucht es immer die richtigen Menschen um einen herum, Flexibilität, um Wege neu zu beschreiten, die Möglichkeit getroffene Entscheidungen zu revidieren und zu guter Letzt – unerschütterliches Vertrauen. Steve Jobs, den ich als Unternehmer sehr verehre, sagt sinngemäß – erst wenn man zurückblickt, versteht man, warum Dinge im Leben passiert sind und kann sie zusammenfügen – wenn man in die Zukunft blickt, kann man nur vertrauen.
LEADERSNET: Wie sehen Sie in dem ganzen Geschehen die Bemühungen der Bundesregierung?
Stark: Ich bin sehr froh, dass unser Unternehmen in Österreich angesiedelt ist. Nie zuvor waren wir in einer Situation, wie sie sich im März dargestellt hat. Das Krisenmanagement war meines Erachtens sehr schnell, klar und sehr professionell. Im Hinblick auf die Stabilisierung der damaligen Situation hat man die richtigen Maßnahmen gesetzt. Fokus war es Menschenleben zu retten und möglichst schnell wieder "ins Tun" zu kommen damit die Wirtschaft vor der für den Tourismus wichtigen Sommersaison wieder anspringen kann. Wie viele Unternehmen sind auch wir derzeit auf die Unterstützung der Regierung angewiesen, wenn es um Liquidität geht. Hier hoffe ich auf weitere sinnvolle Unterstützung.
LEADERSNET: Gibt es auch Kooperationen mit Medienhäusern?
Stark: Während dem Lockdown haben wir eine für uns sehr wichtige Partnerschaft mit Goldbach abschließen können. Dieses führende Unternehmen als Partner zu gewinnen ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg mehr Bedeutung – vor allem bei Media Agenturen – zu erlangen. Das Team von Goldbach hat die Erfahrung, Kompetenz und den Spirit, um die Begeisterung für ein neues und innovatives Medium zu entfachen. Als frischer Player am Markt freuen wir uns sehr in ein so großes und relevantes Netzwerk aufgenommen zu werden.
LEADERSNET: Welche Visionen haben Sie? Wie wird es weitergehen?
Stark: Wir leben, meines Erachtens, in einer Zeit großer und sehr radikaler Veränderungen. Ich sehe das nicht nur unternehmerisch, sondern auch gesellschaftlich. Meine Mitgesellschafter, Mitarbeiter und auch Geschäftspartner sind bereit weiter an unserer Vision zu arbeiten, ein bedeutendes Unternehmen mit radikalen Neuerungen aufzubauen. Unsere Kommunikationsplattform wird zum Betriebssystem der Kommunikationswelt werden. Unsere Kunden sollen die Möglichkeit haben mit unserer Unterstützung wieder effektiv kommunizieren zu können – wir wollen der Werbung ihre Wirkung zurückgeben.
LEADERSNET: Sehen Sie Licht am Ende des Corona-Tunnels?
Stark: Jede Generation muss sich herausfordernden Veränderungen stellen. Die letzten Monate haben wahrscheinlich eine Transformation eingeleitet, die in vielen Bereichen eine Neuordnung bringen. Wir alle werden diese Veränderungen annehmen und akzeptieren müssen. Angst oder auch Starrsinn sind dabei schlechte Begleiter. Daher sollte man alle Energie dahin fokussieren, sich möglichst schnell mit Neuerungen abzufinden und sich selbst aber auch sein Unternehmen unter den neuen Bedingungen optimal aufzustellen.
Ich habe immer ein Licht am Ende des Tunnels gesehen – manchmal schien es kleiner oder weiter weg, aber es war immer da. (jw)
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